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Alltagsheld Plexiglas: Wie uns eine Zufallserfindung gegen Viren schützt

Im Supermarkt, in der Apotheke oder im Restaurant: Seit der Corona-Krise begegnet uns überall Plexiglas. Woher der Name kommt und warum die Erfindung purer Zufall war.

Plexiglas wurde aus Versehen erfunden...

  • Chemiker Otto Röhm ist in den 1920er Jahren auf der Suche nach dem ersten durchsichtigen Plastik.

  • Nach vielen Fehlversuchen gelingt ihm 1933 der Durchbruch. Nebenbei erfand Röhm - ebenfalls unbeabsichtigt - das Sicherheitsglas.

  • So kam er auf die heiße Spur: Eine Flasche mit einer Versuchslösung stand an einem Fenster. Das Tageslicht löst eine Reaktion aus - das Ergebnis: eine glasklare Masse.

  • Der Legende nach ist er so "perplex", dass er die neue Entdeckung "Plexiglas" nennt.

Was ist eigentlich Plexiglas?

Der Name "Plexiglas" ist ein Markenname. Der Begriff ist inzwischen aber zu einem Synonym für "Plastikglas" geworden. Beim Plexiglas handelt es sich in der Regel um hochwertiges Acrylglas. Aber: Nicht jedes Acrylglas ist Plexiglas.

Das Material ist besonders praktisch, da man es gut bearbeiten kann. Die Platten sind extrem widerstandsfähig und robust. Erschütterungen hinterlassen meist keine Beschädigungen auf dem "Glas."

Deswegen wird das Produkt fast überall verwendet - wo genau, erfährst du weiter unten.

Hier kommt Plexiglas zum Einsatz

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    In der Medizin ist Plexiglas ein wichtiger Baustoff geworden. Optiker, Chirurgen, Orthopäden und Zahnärzte haben täglich mit dem Plastik-Glas zu tun.

  • In der Industrie und im Handwerk ist Plexiglas nicht wegzudenken. Von Lichttechnik, über den Fahrzeug-, oder Schiffsbau, kaum ein Handwerk kommt ohne es aus.

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    Viele Aquarien sind mit Plexiglas gebaut. Die Scheiben sind extrem anpassbar, können geformt werden und sind gut gegen Erschütterungen geschützt. Schleift man es richitg, ist es komplett durchsichtig.

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    Sogar in der Fotografie wird das Glas aus Plastik genutzt - vor allem beim Fotodruck.

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    Mittlerweile wird Plexiglas sogar als Schmuck verkauft. Zum Beispiel bei sogenannten Plugs und Piercings.

So wird Plexiglas hergestellt - Chemie!

  • Ausgangsmaterial ist ein feines Granulat. Das Material nennt sich übrigens Polymethylmethacrylat.

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    Farblich gibt es keine Grenzen. Die kleinen Acrylglas-Teilchen gibt es in allen möglichen Farben. Je nach Wunsch der Kunden.

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    Im sogenannten "Extruder" schmilzt das Granulat zu einer zähen Masse.

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    Die Masse fließt zwischen 2 Walzen und wird so zur richtigen Dicke zusammengepresst.

  • Dann wird die heiße Plexiglas-Scheibe abgekühlt. Das Verfahren nennt man "Extrusion".

  • 🔍

    Die Platte ist spiegelglatt - aber wellig. Erst wenn sie ganz ausgekühlt ist, ist sie gerade und sieht so aus, wie wir sie kennen.

Veröffentlicht: 22.07.2020 / Autor: Alexander Chouzanas

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