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Statt Wildcamping einfach boofen: Das steckt hinter dem Camping-Trend

Wegen Corona ist dieses Jahr Urlaub zuhause angesagt. Nicht so schlimm. Outdoor-Fans haben hierzulande viele Möglichkeiten, ihren Abenteuer-Durst auszuleben. Zum Beispiel beim "Boofen". Wie das funktioniert, erklären wir dir hier.

Was ist das eigentlich, dieses Boofen?

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    Der Begriff "Boofen" kommt aus dem Sächsischen und beschreibt das Übernachten in der freien Natur - und zwar ganz ohne Zelt oder Plane. Ursprünglich geht das Wort aus dem sächsischen "Pofen" hervor, was "tiefes Schlafen" bedeutet. Es ist eine regionale Besonderheit der Sächsischen Schweiz und nur in diesem Gebiet gestattet.

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    Diese Form der Übernachtungen entstand vor etwa 100 Jahren und ist ein Teil der Sächsischen Tradition geworden. Insbesondere Kletterer nutzten damals die Möglichkeit, unter den Felsen zu nächtigen. Heute machen sie jedoch weniger als 10 Prozent der Boofer aus.

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    Als Ausrüstung braucht man nicht mehr als einen guten Schlafsack, eine Isomatte und - ganz wichtig - eine sogenannte "Boofe", also einen Felsüberhang, unter dem übernachtet wird. So ist man vor Wind und Regen geschützt.

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    In der Sächsischen Schweiz sind 57 offizielle Boofen verzeichnet, die durch einen Geocatcher zu finden sind, indem man die Koordinaten einträgt.

Regeln für das Boofen

Das Boofen ist ein Zugeständnis an Naturliebhaber und Kletter-Fans, denn das Wildcampen ist in Deutschland eigentlich verboten und auch andere Übernachtungsarten in freier Natur sind streng geregelt.

Jedes Jahr kommt es zu mehreren Waldbränden in der Region, weil offene Feuer von Boofern außer Kontrolle geraten, deshalb solltest du unbedingt folgende Regeln beachten:

  • Kein offenes Feuer
  • Müll wieder mitnehmen
  • Boofen ist nur an den gekennzeichneten Stellen erlaubt und auf keinen Fall im Kerngebiet des Naturschutzgebietes
  • Sei nicht zu laut und gehe respektvoll mit der Natur um

Tipps zum Boofen

  • Die Plätze zum Boofen sind begrenzt, deshalb ist es sinnvoll, sich zu erkundigen, zu welchen Zeiten weniger Menschen übernachten.

  • Erkundige dich vorher über Temperaturen und generell das Wetter, um eine feucht-frische Überraschung zu vermeiden.

  • Unbedingt eine dicke Isomatte mitnehmen. Aufblasbare Modelle sind leichter zu tragen und halten besonders gut warm.

  • Nimm dir ausreichend Wasser und Verpflegung mit, denn die Boofen liegen oftmals fernab von Wasserquellen.

  • Reise alleine oder in kleinen Gruppen, damit alle genug Platz haben und die Natur geschont wird.

Alternativen zum Boofen: Hier kannst du auch mitten in der Natur übernachten

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    Im Pfälzer Wald können Campingplätze abseits der Wege für wenig Geld gebucht werden.

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    Im Schwarzwald gibt es 6 buchbare Übernachtungsplätze mitten in der Natur.

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    In Schweden und Norwegen ist Wildcampen generell erlaubt, denn hier gilt das sogenannte Jedermannsrecht: In der freien Natur und sogar auf Privatgrundstücken ist das Zelten für eine Nacht gestattet. Allerdings gilt hier: Nicht in Sichtweite des Hauses der Besitzer, kein offenes Feuer und keinen hinterlassenen Müll.

Veröffentlicht: 12.07.2020 / Autor: Nanouk Hoepner

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