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Geh spielen! Diese neuen Brettspiele musst du kennen!

Gesellschaftsspiele wie "Catan - Das Spiel" sind mehr als nur lustiger Zeitvertreib. Sie machen dich sozialer, kreativer und konzentrierter. Und das tolle: Jedes Jahr werden neue Games als Spiele des Jahres gekürt.

Das Wichtigste zum Thema Brettspiele

  • 2018 verkauften sich in Deutschland 50 Millionen Gesellschaftsspiele.

  • Mehr als 1.500 neue Spiele erscheinen jährlich in Deutschland.

  • Das meist verkaufte Brettspiel der Welt ist "Monopoly".

  • 29 Prozent der Deutschen spielen häufig Brettspiele, bei den 30- bis 39-Jährigen sind es 38 Prozent.

  • Gesellschaftsspiele fördern die soziale Kompetenz und die Konzentrationsfähigkeit.

Diese Neuheiten solltest du kennen

Trotz der Corona-Virus-Pandemie wird auch in diesem Jahr wieder das Spiel des Jahres gekürt. Der Preis wird seit 1979 vergeben und wird auch gerne als der "Oscar für Brettspiele" bezeichnet.

Aus fast 450 deutschsprachigen Brettspielneuheiten, die in den letzten 12 Monaten rauskamen, wurden 25 Spiele ausgewählt. In der Hauptkategorie sind "My City", "Nova Luna" und "Pictures" nominiert.

Spiel des Jahres

 

"My City" ist ein Städtepuzzle für 2 bis 4 Spieler ab 10 Jahren. "Nova Luna" hingegen ist ein astrales Legespiel für 1 bis 4 Spieler ab 8 Jahren. Und bei "Pictures" geht es vor allem um Kreativität. 3 bis 5 Spieler ab 8 Jahren können dabei mitmachen.

Der Gewinner wird am 20. Juli gekürt.

Die komplette Liste der Nominierten findest du auf www.spiel-des-jahres.de.

6 Tipps für Kenner

Suchst du die Herausforderung? Dann ist unter den 6 Nominierten des "Kennerspiel des Jahres" für 2020 sicher ein Game für dich dabei.

  • 🗺

    "Der Kartograph": Hierbei handelt es sich um ein Flip and Write-Spiel. Bis zu 100 Spieler können darum ringen, die besten Ländereien zu kartographieren.

  • 👨‍🚀

    "Die Crew - Auf der Suche nach dem 9. Planeten": Bei diesem Spiel müssen alle Spieler kooperieren. 2 bis 5 Personen können mitspielen. Die Missionen im All kann man nur gewinnen, wenn jeder einzelne Spieler erfolgreich ist.

  • 👑

    "The Kings Dilemma": Das Game ist ein interaktives Erlebnis mit mehreren verzweigten Storylines. Die Spieler, die verschiedene Häuser des Königreichs Ankist vertreten, erschaffen und durchleben ihre ganz eigene Geschichte.

  • ⚔️

    "Paladine des Westfrankenreichs": Bei diesem Spiel muss man sich vor allem gegen plündernde Wikinger und raubende Byzantiner schützen. Garnison und Befestigungen müssen gebaut werden.

  • 🧙

    "Res Arcana": Magische Artefakte, Orte der Macht, Monumente und alchemistische Essenzen: In diesem Spiel wetteifern alchemistische Magier um die Vorherrschaft.

  • 🧠

    "Underwater Cities": Bei diesem Kartenspiel repräsentieren Spieler die mächtigsten Gehirne der Welt. Diese Genies wurden aufgrund der Überbevölkerung der Erde nominiert, um die besten und lebenswertesten Unterwassergebiete zu erschaffen.

Spielen ist immer auch lernen

Wer will bestreiten, dass das Spiel Memory das Erinnerungsvermögen schult? Der Spieltrieb ist uns angeboren, und selbst im Tierreich lernen schon die Kleinsten damit Jagen oder Verstecken. Die Universität Leipzig hat herausgefunden, dass Kinder, die miteinander spielen, viel lieber teilen.

Brettspiele fördern die soziale Kompetenz, da wir zum Beispiel das Verlieren oder das Akzeptieren von Regeln lernen und dabei Egoismen abbauen. Gerade beim gemeinsamen Familienabend stärkt dies auch den Zusammenhalt über Generationen hinweg. Außerdem bringen Gesellschaftsspiele Kindern Fairness oder den Respekt vor dem Eigentum anderer bei und erhöhen die Konzentrationsfähigkeit.

 

© Getty Images

Die Geschichte der Klassiker

So entsteht ein Spiel

Ulrich Blum hat aktuell bei Ravensburger "Minecraft Builders & Biomes" veröffentlicht. Der Spiele-Autor erklärt, wie er ein Spiel erfindet.

Was macht ein packendes Brettspiel aus?

Das Spiel soll mir möglichst oft das Gefühl vermitteln, dass ich clever war, indem ich einen guten Zug gemacht habe. Die Spielenden belohnen ist immer besser als sie zu bestrafen. Niemand möchte Dinge abgeben, alle freuen sich, Dinge zu erhalten. Spielaktionen die Spaß machen, sollen sich für die Spielenden lohnen. Strategien die zum Sieg führen, sollen möglichst viele dieser Aktionen beinhalten.

Worauf legen Sie bei der Optik Wert?

Die Gestaltung liegt normalerweise in der Verantwortung des Verlags. Als Autor habe ich nur beratende Funktion. Ich achte dabei vor allem darauf, dass einerseits alle Symbole im Spiel leicht verständlich sind. Andererseits sollen mich die Illustrationen in eine Welt entführen, die möglichst gut zu den Mechanismen des Spiels passt. Zu einem Spiel in dem man fies sein darf, würde also keine niedliche Grafik mit süßen Tieren passen, besser wären in diesem Fall durchtriebene Ganoven.

Wie lange dauert eine Entwicklung?

Zwischen 6 Monaten und mehreren Jahren ist alles möglich. Normalerweise arbeite ich an bis zu 15 Spielen parallel. Es ist oft besser, ein Spiel eine Weile ruhen zu lassen und später mit frischem Blick wieder ran zu gehen. Am Beginn steht die Ideenphase, in der man sich von der ersten Idee und wirren Notizen bis zum ersten spielbaren Prototypen vorarbeitet. Dann folgt die Testphase, in der man das Spiel sehr oft spielt und nach jedem Test Veränderungen vornimmt. Diese Phase nimmt am meisten Zeit in Anspruch. In der Publikationsphase, nachdem man einen Verlag gefunden hat, wird die Gestaltung erarbeitet und dem Spiel der letzte Schliff verliehen.

Was sind Ihre Lieblingsspiele?

Für große Gruppen und mit sehr einfachem Einstieg: "Just One" von Ludovic Roudy und Bruno Sautter, erschienen bei Repos.

Für alle, die in der Hektik den Überblick behalten können: "Kitchen Rush" von Vangelis Bagiartakis und David Turczi, erschienen bei Pegasus.

Für 2 gewiefte Strategen: "Watergate" von Matthias Cramer, erschienen bei Frosted Games.

Und auch wenn es Eigenwerbung ist: Selbst nach mehreren hundert Testpartien spiele ich immer noch gerne "Minecraft Builders & Biomes" von mir, erschienen bei Ravensburger.

Veröffentlicht: 22.05.2020 / Autor: Sven Hasselberg

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