Studie belegt: Länger Stillen ist gesund
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Studie belegt: Länger Stillen ist gesund

vor 3 Jahren

Eine neu veröffentlichte Studie über stillende Mütter zeigt erneut, dass eine längere Stillzeit nicht nur extrem gesund für Babys ist, sondern auch Brustkrebs bei den Müttern senkt.

Jährlich könnten so mehr als 820.000 Kleinkinder vom plötzlichen Kindstod bewahrt werden. Aber auch bei Müttern würde das Stillen jedes Jahr rund 20.000 Todesfälle durch Brustkrebs verhindern. Zudem gäbe es noch positive Auswirkungen auf die Wirtschaft. So das Fazit einer im britischen Ärzte-Fachjournal „The Lancet“ veröffentlichten Analyse über mehrere Studien.

Während in ärmeren Ländern noch rund 40% aller Säuglinge bis zum sechsten Monat ausschließlich gestillt werden, sind es in den europäischen Ländern im Schnitt nur etwa 15%. Dabei lautet auch die eindeutige Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO, dass Muttermilch bis zum vollendeten 6. Lebensmonat die ausschließliche Ernährung für Säuglinge sein sollte. Erst danach soll feste Nahrung angeboten und ergänzend weiter gestillt werden, bis zum 2. Geburtstag – und darüber hinaus, so lange Mutter und Kind es möchten.

Obwohl in manchen Ländern der Anteil der Mütter, die früh mit dem Stillen beginnen, sehr hoch ist, sinken die Raten für ausschließliches Stillen zwischen dem vierten und sechsten Lebensmonat rapide und sind danach äußerst niedrig. Gerade Mütter mit niedrigerem sozioökonomischem Status (weniger Einkommen, Bildung und Beschäftigung) stillen häufig gar nicht.

Muttermilch schützt vor Krankheiten und macht schlau

Dabei enthält Muttermilch nicht nur alle nötigen Nährstoffe, sondern auch mehr als 700 Bakterienkulturen und trägt so zum Aufbau eines widerstandsfähigen Immunsystems bei. Zudem wirkt Stillen nachweislich Übergewicht und Typ-2 Diabetes bei Mutter und Kind entgegen. Auch wird in reichen Ländern das Risiko eines plötzlichen Kindstods um mehr als ein Drittel verringert, so die Autoren der Studie. In ärmeren Ländern könnten durch längeres Stillen etwa die Hälfte der Durchfall-Epidemien und ein Drittel der Atemwegserkrankungen verhindert werden.

Bei der Mutter wird das Risiko für verschiedene Krebsarten (z.B. Brust- und Eierstockkrebs), Herz-Kreislauferkrankungen und Osteoporose gesenkt und somit letztendlich auch das Gesundheitssystem entlastet. Außerdem erhöhe das Stillen langfristig die Intelligenz der Kinder, was schließlich auch der Wirtschaft nutze.

Warum ist die Still-Rate trotzdem so niedrig?

Es gibt neben den gesundheitlichen Gründen (beispielsweise Brustentzündungen, Milchmangel) tatsächlich sehr viele weitere Faktoren, die das langfristige Stillen für Mütter erschweren. Zum Beispiel der Druck nach der Geburt schnell wieder dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stehen, oder auch einfach der während der Stillzeit empfohlene Verzicht auf bestimmte Lebensmittel oder Suchtmittel, wie Alkohol und Zigaretten.

Ein großer Punkt ist natürlich auch die gesellschaftliche Haltung. Stillen in der Öffentlichkeit ist immer noch verpönt. Erst vor wenigen Monaten sorgte ein besonders krasser Fall für Aufsehen. Weil eine Mutter ihr Baby stillte, wurde sie durch den Fahrer eines Linien-Busses über das Mikrofon aufgefordert, das sofort zu unterlassen oder mit ihrem Baby den Bus zu verlassen. Erst nachdem die Mutter ausstieg, wurde die Fahrt fortgesetzt.

Mal ganz ehrlich: Was ist so schlimm daran? Sollen sich die Mütter zum Stillen im Keller einsperren oder unter zahlreiche Tücher und Decken verhüllen. Es ist das Natürlichste der Welt – und wie auch bewiesen wurde, das Gesündeste.

Sie ist Blickfang, Schönheitsideal und Sinnbild von Weiblichkeit: die Brust. Doch nicht nur Frauen haben Brüste. Wusstest du, dass auch Männer stillen können? Und warum haben Männer überhaupt Brustwarzen? Alle Fakten rund um die Brust im Video:

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