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Bundesweiter Warntag: Deutschland probt den Notfall

Eine Notsituation erfordert eine gezielte Warnung. Deshalb führt Deutschland eine neue Tradition ein: Der Bundesweite Warntag soll uns alle informieren und sensibilisieren.
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Das Wichtigste zum Thema Bundesweiter Warntag

  • Am 10. September 2020 um 11:00 Uhr werden in Deutschland alle Warnmittel getestet. Der Bevölkerung soll dadurch die Wichtigkeit von Warnungen und deren Ablauf verdeutlicht werden.

  • In dieser Form findet der Bundesweite Warntag zum ersten Mal statt. Zukünftig soll er jedes Jahr am 2. Donnerstag im September wiederholt werden.

  • Welches Sirenensignal bedeutet Gefahr, welches Entwarnung? Welche Vorräte sind für eine Notsituation wichtig? Antworten auf diese Fragen gibt's in den nächsten Abschnitten.

Was ist der Bundesweite Warntag?

Seit 2016 läuft das Projekt "Warnung der Bevölkerung". Das ist eine Kooperation von Bund und Ländern, die Verfahren entwickelt und testet, um Menschen in Deutschland bei Gefahren bestmöglich zu warnen. Der Bundesweite Warntag ist ein Bestandteil dieses Projekts.

Gemeinsam mit den Behörden der Bundesländer organisiert das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) den Bundesweiten Warntag. Über eine eigene Webseite mit einer interaktiven Karte oder auch Flyer können sich alle vorab zu dem Aktionstag schlaumachen.

Das Ziel des Bundesweiten Warntags: Aufmerksamkeit und Information. Die Bevölkerung soll sich daran erinnern, wie wichtig Warnungen und deren Ablauf in Notsituationen sind.

BBK-Präsident Christoph Unger


BBK-Präsident Christoph Unger steht vor einer digitalen Werbetafel für den Bundesweiten Warntag 2020.
© picture alliance/Rolf Vennenbernd/dpa

 

📢 Was passiert beim Bundesweiten Warntag?

Am 10. September 2020 werden in ganz Deutschland sämtliche Warnmittel getestet. Um 11:00 Uhr wird eine Probewarnung an Radio- und TV-Sender, soziale Medien sowie App-Server gesendet.

Diese unterbrechen ihr aktuelles Programm und verbreiten stattdessen die Test-Warnung. Zeitgleich werden in den Landkreisen und Kommunen Sirenen und Lautersprecher-Durchsagen ausgelöst.

Ein 1-minütiger Dauerton beendet um 11:20 Uhr die Test-Warnung.

 

🤝 Seit wann gibt es den Aktionstag?

Der Bundesweite Warntag findet am 10. September 2020 zum ersten Mal seit der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 statt. Wie wichtig das Thema Warnung ist, zeigt sich besonders in der aktuellen Corona-Pandemie. Der Bundesweite Warntag stand aber ohnehin schon vorher fest.

Nach einem Beschluss der Innenministerkonferenz soll der Test jedes Jahr am 2. Donnerstag im September wiederholt werden. Auf diesen Tag einigten sich die Innenminister, weil im September die Sommerferien enden. Somit ist ein Großteil der Bevölkerung im Alltag erreichbar.

Feuerwehr im Selbst-Test

Feuerwehr im Selbst-Test

Feuerwehrmänner und -frauen erledigen einen lebensnotwendigen Job. Sie begeben sich in Gefahr, um anderen zu helfen. Galileo-Reporter Jan Stremmel hat den knallharten Arbeits-Alltag 3 Tage und 3 Nächte kennengelernt.

Von Warnung bis Entwarnung: Das bedeuten die Sirenen-Signale

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    Zwar sind Sirenen-Signale generell nicht in ganz Deutschland verbindlich und einheitlich geregelt. Als Empfehlung im Notfall des Arbeitskreises Feuerwehrwesen, Katastrophenschutz und zivile Verteidigung (AFKzV) gilt jedoch:

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    Mit einem 1-minütigen auf- und abschwellenden Heulton wird vor einer Gefahr gewarnt. Die Bevölkerung soll sich daraufhin über Radio, Fernsehen, Apps oder Webseiten genauer informieren.

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    Ein 1-minütiger durchgängiger Dauerton gibt Entwarnung, sobald die Gefahr vorbei ist oder sich die Auswirkungen zumindest im entsprechenden Maße verringert haben.

So bist du für den Notfall gerüstet

Hochwasser, Erdbeben, Großbrände, bewaffnete Angriffe, Industrie-Unfälle: Mögliche Gefahrenquellen gibt es ausreichend. Klar ist das kein Grund für Weltuntergangsstimmung. Geplante Vorbereitung kann im Ernstfall aber wirklich wichtig werden.

In einem ausführlicheren Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen sowie einer kürzeren Checkliste gibt das BBK Empfehlungen, wie du dich gezielt auf eine Notsituation vorbereitest.

 

🍞 Getränke und Lebensmittel

Kannst du in einer akuten Gefahrensituation für eine gewisse Zeit deine Wohnung nicht verlassen, wird selbst der Supermarkt um die Ecke unerreichbar. Daher empfiehlt das BBK, grundsätzlich einen 10-tägigen Grundvorrat an Nahrungsmitteln im Haus zu haben.

Darin sollten etwa 2 Liter Wasser pro Person und Tag sowie das Nötigste an Kartoffeln, Nudeln, Gemüse und Obst enthalten sein. Zur besseren Lagerung bieten sich Dosen und Konserven an.

 

🧼 Hygiene und Medizin

Vor allem zu Beginn der Corona-Pandemie haben wir gesehen, was eine fehlende Grundausstattung auslösen kann. Um Panikkäufe etwa von Toilettenpapier zu vermeiden, sollte jeder die wichtigsten Hygiene-Artikel vorrätig haben.

Seife, Zahnbürste und -pasta, Haushaltspapier sowie Müllbeutel und Co. sind zum Glück lange haltbar. Eine Reserve-Packung kann daher für den Ernstfall nicht schaden.

Bist du auf Medikamente angewiesen, sorge immer rechtzeitig für Nachschub. In deiner Haus-Apotheke sollten außerdem unter anderem ein Verbandskasten, Fieberthermometer und Desinfektionsmittel zu den Basics gehören.

 

🔌 Brandschutz und Energie-Ausfall

Bei einem Brand musst du schnell reagieren können. Zusätzlich zum verpflichtenden Rauchmelder sollte in deiner Wohnung daher mindestens ein Eimer für Löschwasser oder sogar ein Feuerlöscher stehen.

Damit du bei einem Strom- oder sonstigem Energieausfall nicht im Dunkeln und Kalten sitzt, sorge für Alternativen. Kerzen, Teelichter, Feuerzeuge, Taschenlampen, Batterien und ein Campingkocher helfen dir solange, bis du wieder am Netz bist.

 

🧳 Dokumenten-Sicherung und Notgepäck

Papierkram ist lästig. Hast du deine wichtigsten Dokumente griffbereit in einer Mappe oder digital angelegt, können dir ordentliche Unterlagen im Notfall aber wichtige Zeit verschaffen.

Auch dein Outfit solltest du bedenken. Um behelfsmäßige Schutzkleidung, festes Schuhwerk, genügend Unterwäsche und einen Schlafsack würden dich im Ernstfall sicherlich viele beneiden.

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Die Polizei verfolgt Straftaten und beugt ihnen vor. Wie hat sich der Job der Polizisten in der Corona-Pandemie geändert? Galileo hat nachgefragt.

Kennst du schon NINA?

Wenn am 10. September 2020 um 11 Uhr alle Warnmittel testweise Alarm schlagen, spielt sie eine wichtige Rolle: NINA. Das ist die Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes.

Mit NINA empfängst du alle wichtigen Warnmeldungen für Deutschland, auch die Probe-Warnung des Bundesweiten Warntags. Darüber hinaus bekommst du Tipps, wie du dich auf Gefahren vorbereitest und im Notfall richtig schützt.

Die kostenlose App kannst du dir zum Beispiel im Play Store von Google oder im App Store von Apple downloaden.

Für andere Betriebs-Systeme gibt's auch eine eigene Webseite, wo du ebenso alle aktuellen Warnungen für Deutschland erhältst. Selbst Wetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sowie Infos aus der Bürger-Info- und Warn-App (BIWAPP) und mögliche Katastrophenwarnungen durch KATWARN kannst du dort abrufen.

Das BBK stellt sich beim virtuellen Tag der offenen Tür vor

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Veröffentlicht: 09.09.2020 / Autor: Alexander Duebbert