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Ein Crowdinvesting-Experte gibt dir Tipps für den Anlage-Trend

Du hast ein bisschen Geld übrig, aber die Zinsen vom Sparkonto sind dir zu gering und in Aktien willst du nicht investieren? Dann könnte Crowdinvesting das Richtige für dich sein.
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Das Wichtigste zum Thema Crowdinvesting

  • Zinsen sind momentan sehr niedrig: Tagesgeldkonten bringen in der Regel deutlich unter 1 Prozent Rendite im Jahr, Sparbücher noch weniger.

  • Die Lösung: Geld anlegen. Nur wo? Aktien und Rohstoffe haben starke Kursschwankungen und das Risiko kann daher groß sein. Und bei Aktienfonds könnte es sein, dass du Anteile von Unternehmen hältst, die du gar nicht unterstützen willst, wie zum Beispiel Rüstungsunternehmen.

  • Crowdinvesting ist eine Alternative. Einerseits verspricht es eine gute Rendite und zugleich hast du die Möglichkeit, schon ab 100 Euro gezielt Projekte zu unterstützen, die du gut findest.

Auf einem Bilck: So geht's

Ist das nicht wie Crowdfunding?

Ja, es ist das gleiche Prinzip: Viele Kleinanleger wie du unterstützen ein Unternehmen mit vergleichsweise geringen Beträgen wie 100 Euro. Anstelle des finanzierten Produkts oder einer Widmung im finanzierten Film bekommst du beim Crowdinvesting aber Geld.

Verschiedene Crowdinvesting-Plattformen locken mit bis zu 6 oder 15 Prozent Rendite pro Jahr. Außerdem kannst du dir das Projekt aussuchen, das du unterstützen willst. Überzeugt?

Halt! Nicht so schnell! Stichwort: Risiko

Das klingt zu gut, um wahr zu sein, oder? Tatsächlich hat Crowdinvesting einen großen Haken. Es kann sein, dass jeder einzelne Cent, den du angelegt hast, weg ist. Nämlich dann, wenn das Start-Up oder das Unternehmen, in das du investiert hast, pleitegeht.

Dein Crowdinvestment ist ein "Nachrangdarlehen". Das heißt: Wer von dem Pleitegeier aus anderen Gründen noch Geld bekommt, erhält es vor dir. Du musst dich hinten anstellen. Statt 15 Prozent Rendite kann es dann sein, dass du nicht mal mehr dein investiertes Geld hast.

Levin Brunner von der Crowdinvesting-Plattform Conda gibt Tipps

  • 💰

    "Niemals zu viel investieren!" In der Regel haben die Projekte eine längere Laufzeit - und während der Zeit kommst du nicht an dein Geld. Also nur so investieren, dass du unter keinen Umständen den Betrag vermissen wirst.

  • "Unbedingt genau informieren. Über jedes Projekt wieder einzeln." Frage dich dabei immer: Wie wollen die meine Rendite erwirtschaften? Hast du Zweifel an der Antwort, dann such dir vielleicht ein anderes Projekt.

  • 🥚

    "Nicht alle Eier in ein Nest legen." Soll heißen: Verteile dein Geld auf mehrere Projekte. Geht ein Unternehmen insolvent, ist nicht dein ganzes Geld weg und du kannst den Verlust über die anderen Investments auffangen.

  • 💬

    "Keiner alleine weiß alles, dementsprechend muss man sich unbedingt mit den anderen Interessenten oder Investoren austauschen." Chats gibt es in der Regel entweder über die Crowdinvesting-Plattform oder über die sozialen Medien.

  • 📢

    "Setz dich für dein jeweiliges Unternehmen oder Projekt ein." Werde zum Markenbotschafter und stärke damit das Unternehmen - und letztlich auch deine Rendite. Manche Crowdinvestments bieten auch Gewinnbeteiligungen an.

Auf diesen Seiten findest du Crowdinvesting-Projekte

🌱 Seedmatch

Mit knapp 65.000 Nutzern, die schon mehr als 50 Millionen Euro investiert haben, findest du auf seedmatch.de die wahrscheinlichst größte Crowdinvesting-Plattform in Deutschland. Mindestbetrag: 250 Euro.

🌳 Greenvesting

Durchschnittlich etwa 6 Prozent Rendite - und dabei ein ökologisch gutes Gewissen. Das verspricht die Plattform Greenvesting. Ab 100 Euro unterstützt du dort zum Beispiel Projekte, die den Ausbau von effizienten Energiehäusern in Deutschland oder umweltbewusste Bungalows in Marokko.

🧐 Conda

Nur etwa 5 Prozent aller Unternehmen, die bei Conda anfragen, kommen auch zum Crowdinvesting zugelassen, heißt es von der Plattform. Mehr als 30.000 Nutzer haben über die Plattform im Schnitt etwa 1.260 Euro investiert. Mindestinvest: 100 Euro.

Warum überhaupt Geld anlegen?

Das hängt mit dem derzeitigen Verhältnis von Bankzinsen und Inflationsrate zusammen. Kurz gesagt: Ist die Inflationsrate höher als die Zinsen, machen Sparer Verlust. Auf diese Weise verloren Deutsche seit 2010 unvorstellbare 648 Milliarden Euro. Wie das? Ein Beispiel:

Du hattest 2019 auf einem Sparkonto 100 Euro. Dafür gab es 0,5 Prozent Zinsen, also 50 Cent. Am Ende des Jahres hast du demnach 100,50 Euro. Das ist doch mehr als vorher, oder?

Ja und nein. Denn im gleichen Zeitraum wurden Güter im Durchschnitt um 1,4 Prozent (also 1,40 Euro) teurer. Bei einem Einkauf, der vor einem Jahr noch 100 Euro kostete, steht nun also 101,40 Euro auf dem Kassenzettel. Du hast aber mit Zinsen nur 100,50 Euro.

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Veröffentlicht: 21.04.2020 / Autor: Johannes Korsche