Galileo WM CopyCreated with Sketch.

"Cute Aggression": Warum wir (Tier-)Babys ganz doll drücken wollen

Viele kennen das Phänomen: Tiere und Babys sind einfach so süß, dass wir sie am liebsten erdrücken wollen. Doch woher kommt dieser Drang? Keine Sorge, du bist nicht allein - es gibt dafür eine wissenschaftliche Erklärung. Im Clip: Wombats streicheln - ein Traum-Job?
12

Das ist ja zum Anbeißen!

Wie fühlst du dich bei dem Anblick dieses Koala-Babys? Würdest du es am liebsten knuddeln, zerquetschen oder sogar auffressen? Dann fühlst du vielleicht "Cute Aggression".  

Bereits 2015 betitelten Forscher der Yale University diesen Gefühlsrausch als "süße Aggression". Doch woher kommt das Verlangen?

Das Wichtigste zum Thema Cute Aggression

  • Unter "Cute Aggression" versteht man den Drang mancher Menschen, [niedliche] (https://www.galileo.tv/natur/petermaennchen-klingt-niedlich-ist-aber-ein-fieser-gift-fisch/) Dinge regelrecht zu zerdrücken oder zu beißen.

  • Wichtig: Man will dabei keinen Schaden anrichten. Es handelt sich lediglich um ein Gefühls-Chaos.

  • Der Anblick von süßen Babys löst solch starke positive Emotionen aus, dass dein Gehirn sie nicht verarbeiten kann. Die "überschüssigen" positiven Gefühle werden als Aggression eingestuft. Du verspürst den Drang, etwas zerquetschen zu müssen.

  • Ähnliches kann auch bei anderen starken Emotionen passieren. Zum Beispiel, wenn du extrem glücklich oder sehr traurig bist. Dein [Körper] (https://www.galileo.tv/food/gesunde-ernaehrung-bedarf-an-vitaminen-mineralstoffen-proteinen/) reagiert mit dem eigentlich entgegengesetzten Verhalten. Vor Freude weinst du oder lachst trotz großer Trauer.

Wahre Profis im Auslösen von Cute Aggression: Baby-Robben

Mittagsschlaf gefällig?

"Cute Aggression": Das sagt die Forschung

Eine Studie der Yale University belegt die "Cute Aggression". Testpersonen bekamen Luftpolster-Folie in die Hand. Danach wurden ihnen Fotos von süßen (Tier-)Babys gezeigt.

Das Ergebnis des Tests: Je niedlicher die Tiere eingestuft wurden, desto mehr zerdrückten die Teilnehmenden die Folie. In anderen Worten: Je süßer das Bild wahrgenommen wurde, desto aggressiver wurden die Kandidatinnen und Kandidaten.

Wenn dieses Lächeln nicht ansteckend ist!

Was passiert im Gehirn bei "süßer Aggression"

Dass "Cute Aggression" auch im Gehirn nachweisbar ist, belegt eine Untersuchung der Psychologin Katherine Stavropoulos der University of California.

54 Testpersonen wurden Kappen mit Elektroden aufgesetzt, um so die Gehirnströme zu messen. Die Teilnehmenden sollten sich daraufhin niedliche Tierfotos anschauen. Dabei konnte ein Zusammenhang zwischen der "Cute Aggression" und dem Belohnungs-Zentrum im Gehirn nachgewiesen werden. 

Laut Stavropoulos könnte die "Cute Aggression" eine Art evolutionäre Anpassung sein. Sie soll uns wieder abkühlen und verhindern, dass wir uns vor lauter Gefühlsüberschwang nicht mehr um hilfsbedürftige kleine Wesen kümmern können und ihnen so vielleicht schaden.

 

Niedliche Tiere gegen Rassismus im Netz

Süße Bilder von Hunde- und Katzen-Babys als Antwort auf Hate Speech - hinter dieser Social Media-Aktion steckt ein guter Zweck. Denn mit den niedlichen Bildern sollen Postings mit Hasskommentaren oder rassistischen Inhalten verdrängt werden.

Du kennst die "süße Aggression" nicht? Vielleicht können dich diese Tier-Babys umstimmen

Besonders süße Exemplare haben wir in unserer Bildergalerie gesammelt. Wetten, da kannst auch du nicht Stand halten? Aber Achtung: Nimm lieber Luftpolster-Folie oder ein Kissen zur Hand, bevor du deine Aggressionen an deinen Liebsten auslässt.

Veröffentlicht: 18.04.2021 / Autor: Marvin Classen