Darum kommen manche Menschen prinzipiell immer zu spät
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Darum kommen manche Menschen prinzipiell immer zu spät

vor 1 Jahr

Es gibt immer den einen, der prinzipiell zu spät kommt. Das kann man ihm so oft sagen, wie man möchte. Es ändert sich nichts. Das könnten an folgenden Gründen liegen. So rastet ihr beim nächsten Mal nicht gleich aus, denn vielleicht kann die Person gar nichts dafür.

Lustig wäre es natürlich, wenn du derjenige bist, der immer zu spät kommt und gerade diesen Artikel liest. Dann kannst du ihn deinen genervten Freunden zeigen. Oder du bist derjenige, der immer auf den verspäteten Freund warten muss. Dann hilft dieser Artikel auch. Ein Rundum-Sorglos-Paket.

Zuallererst: Es kann dutzende Gründe geben, warum jemand zu spät kommt. Allen voran natürlich der, dass höhere Gewalt herrschte: er stand im Stau, die Bahn hatte Verspätung oder alle Uhren waren kaputt. Dann kann man nun mal nichts tun, außer durchatmen und weitermachen.

Ein Verhaltensexperte führt in einem Blog-Post mehrere Gründe auf: Es kann sein, dass die Person einfach nur einen guten Auftritt hinlegen möchte. Als letzte kommen. Besonders wirken. Klar, das ist ein Grund. Aber warum kommen solche Menschen dann auch zu spät, wenn sie sich wirklich auf etwas freuen? Wie ein Konzert? Oder sie verpassen den Flug, den Zug? Das würden sie sich selbst nicht antun wollen.

Eine andere Möglichkeit: Sie verlieren sich einfach zu leicht in den Dingen, mit denen sie gerade beschäftigt sind. Sie haben noch fünf Minuten Zeit bis sie zur Arbeit müssen, wollen nur kurz Facebook checken und siehe da; 20 Minuten später sind sie immer noch damit beschäftigt. Einfach, weil sie leicht ablenkbar sind und die Zeit wortwörtlich vergessen.

Nach einer Studie der Washington University von 2016 hat diese „Eigenschaft“ sogar einen Namen: Time-Based Prospective Memory (TBPM). Die Forscher gaben ihren Probanden eine Aufgabe, die sie in einer bestimmten Zeit zu lösen hatten und die Möglichkeit, auf die Uhr zu schauen. Die Aufgabe war so angelegt, dass sich die Teilnehmer leicht darin verlieren konnten – wie beispielsweise ein Puzzle.

Die Ergebnisse zeigten deutlich, dass Menschen unterschiedlich mit so einer Situation umgehen. Und manche bekommen einfach nicht mit, wenn um sie herum die Zeit vergeht. Dahinter steckt kein böser Wille oder gar Absicht. Es passiert unbewusst. Oder es ist mangelnde Selbstdisziplin.

Deshalb ist es für solche Menschen wichtig, dass man vor einer Aktivität die Zeit einschätzt, die man benötigt. Einen Weg kann man beispielsweise vorher mit Google Maps berechnen. Dann kann man seiner Verabredung auch eine genaue Zeit nennen. Klar kann es dann immer noch zu Zugverspätungen und -ausfällen kommen, aber der verspätete Freund hat für sich selbst die richtige Zeit eingeschätzt.

Freudsche Psychologen führen exzessive Verspätung noch auf etwas anderes zurück: selbstzerstörerische Tendenzen. Sie sagen, solche Menschen befänden sich in einem Teufelskreis. Verspätet sich eine Sache, verspätet sich auch die nächste usw. Bis sie etwas Wichtiges verpassen. Damit bestrafen sie sich selbst. Das klingt sehr düster.

Dem gegenüber steht die Theorie, solche Menschen seien einfach zu optimistisch. Man geht davon aus, dass ein 25-minütiger Trip im besten Fall auch schon in zehn Minuten zu schaffen sei – was natürlich nicht passiert. Und schon ist man zu spät.

Und dann gibt es noch die Leute, die einfach nicht gerne zuerst da sind. Alleine warten mögen sie nicht. Also kommen sie prinzipiell schon mal zu spät. Warum geht keiner pünktlich auf eine Party, die für 20 Uhr angesetzt ist? Das wäre zu zeitig, „ist ja sonst eh noch keiner da“. Manche Menschen denken eben bei jeder Verabredung so.

Jetzt könntet ihr denken, dass euch unsere Überschrift in die Irre geführt hat, weil es den einen Grund nicht gibt. Ihr müsst aber bedenken, dass für solche chronischen Zu-spät-Kommer meist nur einer der Gründe verantwortlich für das Zu-spät-Kommen ist. Es gibt nur eben viele verschiedene Arten von verspäteten Menschen.

Wenn ihr selbst oft zu spät kommt, macht euch Gedanken, warum das so ist. Seid ihr einfach verplant? Lasst ihr euch leicht ablenken? Schätzt ihr den Weg falsch ein? Wenn ihr wisst, was daran schuld ist, könnt ihr es ändern. Und einen sonst genervten Freund glücklich machen.

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Jeder hat diese Redewendung schon einmal gehört. Doch wo wurde sie das erste Mal verwendet und von wem? Die Antworten seht ihr hier:

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