Forscher finden heraus, warum Kettenraucher eine gesunde Lunge haben können
via Valentin Ottone, Flickr, CC BY 2.0

Darum sterben manche Leute durch Rauchen – und manche nicht

vor 3 Jahren

Wir alle wissen: Rauchen ist gefährlich. Mögliche Risiken reichen von Herzinfarkt bis Krebs. Trotzdem gibt es Menschen, die bis ins hohe Alter qualmen und deren Lunge komplett gesund sind. Forscher haben nun herausgefunden, wie das funktionieren kann. Und warum das für Raucher kein Grund zur Beruhigung ist.

Tabakrauch besteht aus etwa 7.000 verschiedenen Stoffen, von denen mindestens 70 Krebs verursachen.  Wissenschaftler der Universitäten Leicester und Notthingham wollten wissen, warum bei einigen Menschen chronische Lungenerkrankungen auftreten und bei anderen nicht. Die Antwort: unsere Gene sind Schuld daran.

Bei über 50.000 Menschen, von Kettenrauchern bis Nichtrauchern, konnten die Forscher zeigen, dass die Lungenfunktion vor allem von einer handvoll spezifischer Gene abhängt. Diese Gene sorgen dafür, dass die Lunge wächst und sich selbst repariert.

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Die Forscher nutzten für ihre Untersuchung Daten der UK Biobank, in der über 500.000 Freiwillige aus ganz Großbritannien Blut-, Urin- und Speichelproben zur Verfügung gestellt haben. Diese Proben werteten die Wissenschaftler mit einem neuen Gen-Analyse-Verfahren aus. Dieses Verfahren erlaubt es, sehr schnell sehr viele Variationen in der DNA der Versuchspersonen zu finden. Danach verglichen sie die Lungengesundheit und das Rauchverhalten mit häufig auftretenden und eher selteneren genetischen Variationen. 6 von etwa 800.000 dieser Variationen spielen bei der Lungengesundheit eine bedeutende Rolle.

Eine bestimmte Variation fiel den Forschern auf Chromosom 17 auf. Je häufiger sich ein bestimmter Abschnitt des Chromosoms auf dem so genannten KANSL1-Gen verdoppelte, desto gesünder war die Lunge der Person. Und das ganz unabhängig davon, ob jemand viel oder wenig raucht. Heißt: nur ganz wenige Menschen haben die Eigenschaft, dem Gift des Tabakqualms eine genetisch bedingte Eisenlunge entgegensetzen zu können. Ob man dazu gehört, ist reine Glückssache.

Diese Ergebnisse können jetzt dabei helfen, neue Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Aber am besten ist es natürlich gar nicht erst zu rauchen.

In den letzten Jahren hat die Medizin gewaltige Fortschritte gemacht. Doch wie sah es vor einigen hundert Jahren aus? Galileo Reporter Jan Schwiderek hat sich auf eine spannende Zeitreise gemacht:

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