Darum tut es so weh, wenn wir uns am Papier schneiden
via Wikimedia/Laurence Facun/CC BY 2.0
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Darum tut es so weh, wenn wir uns am Papier schneiden

vor 2 Jahren

Papier scheint so harmlos – schneidet man sich jedoch damit in den Finger, wirkt es wie ein scharfes Messer. Jeder kennt das Gefühl: Beim Nachfüllen des Druckers, beim Durchblättern eines Buches oder Eintüten von Briefen ist es schnell passiert. Man schneidet sich mit dem Papier in den Finger und verspürt enorme Schmerzen. Doch warum tut es so verdammt weh?

Papier schneidet wie ein Messer – oder sogar wie eine Säge. Das haben wir euch erst vor ein paar Tagen in diesem Video gezeigt.

Aber wie kann es sein, dass etwas so unscheinbares uns solche Schmerzen bereitet? Es gibt vier Gründe.

In den Fingern verlaufen die meisten Nervenfasern

Unsere Hände haben unzählige Nervenfasern, die sogenannten Nozizeptoren. Mithilfe dieser Nervenenden fühlen wir unter anderem Temperatur, Druck und Schmerz. In unseren Händen haben wir mehr Nozizeptoren als überall sonst in unserem Körper. Deshalb spüren wir Verletzungen dort auch umso mehr.

Das Gehirn baut einen Sicherheitsmechanismus auf

Auch evolutionär gesehen gibt es einen Grund für die extremen Schmerzen. Mit unseren Händen, Fingern und Fingerspitzen erkunden wir schon immer die Welt um uns herum. Wir verwenden unsere Hände, um lebenswichtige Dinge zu tun. Als Sicherheitsmechanismus hat unser Gehirn deshalb größere „Angst“, dass diesen etwas passiert. Deshalb lauten die Alarmglocken bei einem Schnitt am Finger lauter, als beispielsweise am Oberarm.

Der Schnitt, den das Papier verursacht, hat genau die richtige Tiefe

Ein Schnitt mit dem Papier schneidet durch die oberste Schicht unserer Haut. Dort fängt es an weh zu tun. Es schneidet jedoch nicht so tief, dass es anfangen würde zu bluten. Würde es bluten, würde dieses Blut gerinnen und sich eine Kruste bilden. Da die Wunde jedoch nicht tief genug ist, kann solch ein Schutzmechanismus nicht wirken. Die Wunde hat demnach keine Kruste zum Schutz und ist der freien Luft ausgesetzt. Das irritiert unseren Körper, was den Schmerz schmerzvoller und lang anhaltender machen kann.

Das Papier ist nicht gerade genug

Der Schnitt mit einem Messer hinterlässt einen klaren, geraden Schnitt. Das stumpfe, flexible Blatt hingegen nicht. Papier verursacht eher mikroskopisch kleine Schäden an unserer Haut, die die Haut besonders irritiert und beschädigt.

Nun wissen wir, wieso der Schnitt mit dem Papier in den Finger so höllisch weh tut. Das einzige, was man dagegen machen kann, ist, ein Pflaster darauf zu kleben und es durchzustehen. Kopf hoch! Es wird schon wieder.

Gibt es tatsächlich Papier, das man zwar zerknüllen und zerschneiden, jedoch nicht zerreißen kann? Wir gehen der Sache mit den verrücktesten Experimenten auf den Grund.

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