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Das Mega-Comeback: "Made in Germany" ist wieder hip

Die Bezeichnung "Made in Germany" ist begehrt wie nie. Woran das liegt und warum gerade jetzt? Alle Antworten darauf findest du hier.
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Das Wichtigste zum Thema Made in Germany

  • Am 23. August 1887 wurde das britische Handelsmarkengesetz beschlossen. Produkte aus Deutschland mussten den Schriftzug "Made in Germany" tragen.

  • "Made in Germany" war ein Warnhinweis, weil Deutsche Unternehmen die damals berühmten Messer und Scheren aus Sheffield kopierten.

  • Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelt sich "Made in Germany" als Markenzeichen für hochwertig produzierte und besonders haltbare Produkte.

  • China ist Deutschlands wichtigster Handelspartner: 2017 haben wir für 86 Milliarden Euro Waren aus China importiert - vor allem Spielzeug, Elektronik, Haushaltsgeräte und Kleidung wurden dort produziert. Heute setzt China auf Schlüsseltechnologien und konkurriert mit Tesla, Google und IBM. Billigwaren für Europa haben keine Zukunft mehr. Das zwingt Firmen zum Umdenken.

  • "Made in Germany" ist wieder ein Verkaufsargument. Inzwischen holen viele deutsche Unternehmen ihre Produktion zurück in die Heimat. Weitere Gründe, die dafür sprechen sind Qualität, Service, Kundenbindung und Umweltstandards.

Wann darf ein Produkt den Hinweis "Made in Germany" tragen?

Grundsätzlich wird für die Bezeichnung "Made in Germany" die Herstellung in Deutschland verlangt. Dabei müssen die wichtigsten Bestandteile wie Entwicklung, Design, Produktion und Qualitätssicherung - auch Wertschöpfungskette genannt - ausschließlich in Deutschland stattfinden.

Eine exakte Regelung, wie hoch der in Deutschland erzeugte Anteil dieser Wertschöpfungskette sein muss, gibt es weder auf nationaler, noch europäischer Ebene. Einige Gerichtsurteile geben aber einen rechtlichen Anhaltspunkt.

 

© picture alliance

Entscheidend sind 3 Aspekte. In Deutschland stattfinden muss ...

  • 🔧

    ... die maßgebliche Herstellung

  • 🔩

    ... die Endmontage

  • 🏭

    ... ein entscheidender Wertschöpfungsanteil

  • Einige wenige Komponenten dürfen im Ausland zugekauft werden, wenn sie nicht entscheidend für die maßgebenden Eigenschaften des Endproduktes sind. Darunter fallen etwas Schrauben oder Dichtungen.

We are the Champions!

Der Statistikdienstleister Statista hat 2017 eine Rangliste der beliebtesten Herkunftsangaben erstellt: den Made-in-Country-Index. Dafür wurden über 43.000 Konsumenten aus 52 Ländern befragt. Das Ergebnis ist eindeutig:

Platz 1: Deutschland

Platz 2: Schweiz

Platz 3: Europäische Union

Platz 4: Großbritannien

Platz 5: Schweden

Platz 6: Kanada

Platz 7: Italien

Platz 8: Japan, Frankreich, USA

Platz 20: Spanien

Platz 30: Argentinien

Platz 42: Indien

Platz 49: China

Der Made-in-Country-Index verrät auch, welche Stärken den jeweiligen Ländern zugeschrieben werden - Klischees inklusive.

  • 🌭

    Deutschland steht für hohe Qualität und erfüllt hohe Sicherheitsstandards.

  • 🍙

    China wird das besten Preis-Leistungs-Verhältnis zugesprochen.

  • 🍝

    Italien überzeugt natürlich durch tolles Design und Einzigartigkeit.

  • 🍣

    Japan übernimmt die führende Rolle beim technischen Fortschritt.

  • 🧀

    Schweiz wird für seine Authentizität geschätzt, die Produkte werden häufig als Statussymbol gesehen.

  • 🍁

    Kanada steht für faire Produktion und Nachhaltigkeit.

Veröffentlicht: 18.11.2019 / Autor: Bjoern Krause