Deshalb können viele von uns nicht in Farbe träumen
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Deshalb können viele von uns nicht in Farbe träumen

vor 1 Jahr

Weißt du, ob deine Träume in Farbe sind? In mehreren Studien wurde genau das erforscht. Dabei kam heraus, dass einige Menschen tatsächlich nur in Schwarz-Weiß träumen. Andere widerum erleben die Traumwelten nur in Farbe. Wir erklären, was Experten hinter dem Phänomen vermuten.

Die Psychologin Eva Murzyn fand im Rahmeneiner Studie der University of Dundee in Schottland heraus, wie viele Menschen ihre Träume nicht farbig „sehen“, sondern nur in Schwarz-Weiß.

Ausschlaggebend dafür ist vor allem ein Kriterium: das Alter. Menschen unter 25 träumen im Normalfall in Farbe. Nur selten erleben sie die Bilder aus dem Unterbewusstsein in Grautönen. Ganz anders sieht es bei Leuten aus, die älter als 55 Jahre sind. Bei ihnen ist die Wahrscheinlichkeit im Schnitt fünfmal höher, in Schwarz-Weiß zu träumen, als bei der jungen Versuchsgruppe.

Träume
12 Prozent aller Menschen träumen in Schwarz-Weiß.
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Doch es ist eine ganz bestimmte Zahl aus der Studie, die am meisten Eindruck hinterlässt: Zwölf Prozent aller Untersuchten träumen ausschließlich in Schwarz-Weiß. Ihre Traumwelt ist komplett farblos.

Ein Blick in die Geschichte offenbart, dass es früher sogar noch mehr waren. Im 20. Jahrhundert träumte die Mehrheit der Menschen in Schwarz-Weiß.

Im Jahre 1942 hatten laut einer Studie ganze 71 Prozent der befragten Studenten ausschließlich in Grautönen geträumt. Nur 29 Prozent hatten die Fähigkeit, ihre Traumwelten hin und wieder in Farbe zu sehen. Im Jahre 1956 waren es sogar noch weniger. Zu diesem Zeitpunkt konnten nur 15 Prozent der Befragten farbige Träume erleben – und das nur gelegentlich.

Noch in den fünfziger Jahren träumten also über 80 Prozent der Menschen in Grautönen – heute ist es andersherum. Weshalb kehrte sich dieser Wert um? Forscher meinen, die Erklärung in der Geschichte des 20. Jahrhunderts gefunden zu haben. Laut ihnen läuteten die sechziger Jahre einen Wandel ein, der die komplette Welt ändern sollte – und parallel dazu auch unsere Traumwelten: das Farbfernsehen.

Der Grundstein der Entwicklung wurde schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts gelegt, als erste Farbfilme entwickelt wurden. Der Umbruch kam in Deutschland im Jahre 1967: Das Farbfernsehen wurde eingeführt und eroberte hier und in anderen Ländern die Heimkinos. Parallel dazu träumten immer mehr Menschen in Farbe – vor allem jene, die nicht in der Ära des Schwarz-Weiß-Films aufwuchsen.

Das Phänomen Farbe verblüfft uns immer wieder. Zum Beispiel, was die Freiheitsstatute angeht: Deren Farbton veränderte sich über Jahrzehnte hinweg immer mehr. Wir zeigen, was dahintersteckt und wie die berühmte New Yorker Dame früher aussah:

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