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Dicke Reifen, mehr Gewicht: So sind E-Scooter winterfest

Viele Anbieter rüsten ihre elektrischen Roller jetzt für die kalte Jahreszeit um. Was genau gemacht wird und ob E-Scooter die Verkehrswende herbeiführen, erfährst du hier.

Das Wichtigste zum Thema E-Scooter

  • Die Anbieter von E-Rollern haben angekündigt, die Scooter auch im Winter anzubieten. Schließlich sind deren Akkus kälteresistent.

  • Tier und Voi haben eigene Winter-Modelle entwickelt, die schwerer sind. Außerdem haben sie andere Reifen, ein breiteres Trittbrett und einen Hinterradantrieb.

  • Seit Juni 2019 sind E-Roller in Deutschland zugelassen. Gerade einmal 3 Monate später standen allein in Berlin mehr als 11.000 Roller der drei größten Anbieter auf den Straßen.

  • Kritiker der E-Scooter bemängeln, die schlechte CO2-Bilanz (vor allem wegen der Herstellung) und die Arbeitsbedingungen der "Juicer". Die laden die Roller nachts auf - und bekommen etwa 4 Euro pro Roller.

Verkehrswende oder Umweltbelastung? Die Bilanz der E-Scooter I

Fest steht: Würden E-Scooter Autofahrten ersetzen, wäre das umweltfreundlich. Aber die ersten Monate haben gezeigt, dass sie vor allem als Alternative zum Fahrrad, zum  öffentlichen Nahverkehr oder Gehen genutzt werden.

E-Scooter blasen rechnerisch etwa 126 Gramm CO2 pro Kilometer in die Luft - vor allem die Herstellung der Roller sowie das nächtliche Aufladen und Ausliefern verschlechtern die Öko-Bilanz. Das ist etwa halb so hoch wie bei einem Mittelklasse-Wagen (257 Gramm/Kilometer).

Selbst ein vollbesetzter Dieselbus stößt da umgerechnet weniger Kohlenstoffdioxid aus - ganz zu schweigen vom Fahrradfahren und Gehen.

Das sind die gesetzlichen Regeln beim E-Scootern

  • Du musst mindestens 14 Jahre alt sein.

  • 🚗

    Einen Führerschein brauchst du nicht.

  • Auf Gehwegen und in Fußgängerzonen darfst du nicht fahren. Auch auf die Autospur darfst du nur, wenn es keinen Radweg gibt.

  • 💑

    Ist zwar verlockend aber verboten: Dein Partner darf nicht mit dir auf den E-Scooter.

  • 🍻

    Wie bei allen Kraftfahrzeugen: Am besten mit 0,0 Promille. Ansonsten gilt die 0,5 Promille-Grenze. Ab 1,1 Promille begehst du eine Straftat, wenn du mit einem E-Scooter fährst.

  • 🚫

    Nüchtern oder nicht: Schneller als 20 Kilometer pro Stunde dürfen die elektrischen Tretroller nicht fahren.

Juice me up - Lohnt es sich als Juicer zu jobben?

Juicer kümmern sich darum, dass die E-Scooter einen vollen Akku, also Saft (Englisch "juice"), haben. Dafür bekommen sie - je nach Anbieter - etwa 4 Euro pro aufgeladenes Gerät. Davon gehen dann noch Stromkosten (je Roller etwa 13 Cent), Steuern und eigene Spritkosten weg. Die meisten Juicer transportieren die Tretroller im Auto. Am Ende bleiben etwa 2,50 - 2,70 Euro pro Roller übrig.

Wenn du älter als 18 Jahre bist und einen Gewerbeschein besitzt, kannst du dir als Juicer etwas dazuverdienen. Davon leben, wirst du aber nicht können.

E-Scooter in einem Transporter, um sie aufzuladen.


Die meisten E-Scooter werden zum Aufladen über Nacht mit einem Auto eingesammelt.
© ProSieben

Das solltest du auf dem E-Scooter beachten

  • Auch wenn Helme keine Pflicht sind, solltest du trotzdem einen tragen. #safetyfirst

  • 🛴

    Vorm Losfahren den Lenker einstellen: Schritthöhe + 10 Zentimeter = Lenkerhöhe

  • Weil das mit den Handzeichen beim Abbiegen schnell wackelig wird, zeige die Richtung mit den Füßen an.

  • 🛑

    Verlager dein Gewicht beim Bremsen ein wenig nach hinten. Achte dabei besonders auf einen festen Stand.

  • 🔋

    Mit vorausschauendem Fahren sparst du leicht Akku: Fährst du auf eine rote Ampel zu, lass den E-Scooter "ausrollen".

Günstige Alternative zur Bahn? Die Bilanz der E-Scooter II

Durchschnittlich legen E-Roller-Fahrer in 15 Minuten etwa 3 Kilometer zurück. Mit Durchschnittspreisen von 20 Cent pro Minute und einer Freischalt-Gebühr pro Fahrt von 1 Euro, kostet die Durchschnittsfahrt circa 3 Euro. Das ist in den allermeisten Städten teurer als ein Ticket für Bus oder Bahn für die gleiche Strecke.

 

Veröffentlicht: 17.12.2019 / Autor: Johannes Korsche

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