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Die Supernasen: Was Spürhunde alles erschnüffeln können

Drogen, Sprengstoff, Bargeld: Für Polizei und Zoll sind Spürhunde Einsatz. Warum sie so gut riechen können und wie sie ausgebildet werden.
Bei der Polizei oder dem Zoll kommen ihre guten Riecher oft zum Einsatz: Darum sind Spürhunde so talentiert.

Das Wichtigste zum Thema Polizeihunde

  • Seit mehr als 100 Jahren sind Hunde im Polizeidienst aktiv. Zuerst patrouillierten 12 Polizeihunde ab 1896 bei der Nachtwache in Hildesheim.

  • Heute werden in Deutschland tausende Hunde bei der Polizei eingesetzt. Allein bei der Bundespolizei gibt es circa 460 Diensthunde, beim Zoll etwa 340.

  • Bei der Polizei unterscheidet man zwischen Schutzhunden und Spürhunden. Spürhunde durchlaufen eine Grundausbildung und werden dann darauf trainiert, besondere Gerüche wahrzunehmen.

Die Supernasen: Warum Hunde so gut riechen können

In der Riechschleimhaut des Hundes befinden sich etwa 220 Millionen Riechzellen, beim Menschen sind es nur etwa 5 Millionen. Buttersäure nehmen sie zum Beispiel eine Million mal besser wahr als wir.

Und: Hunde nehmen Duft-Gemische selektiv wahr. Wo du "Suppe" riechst, erkennen sie die Zutaten. Die Nase des Hundes kann diese einzelnen Komponenten analysieren, speichern und wiedererkennen.

Tierische Fahnder: Was Spürhunde alles erschnüffeln

  • 🚬

    Rauschgift und Zigaretten. Selbst wenn die Produkte in Folie oder Gummi eingeschweißt sind, werden sie aufgespürt.

  • 💣

    Sprengstoff und Munition. Sprengstoffspürhunde werden auf gewerbliche und militärische Produkte geschult. Auch Projektile und Hülsen erschnüffeln darauf trainierte Hunde.

  • 💶

    Bargeld: Beim Zoll enttarnen die Vierbeiner Schmuggler, die mehr als die innerhalb der EU erlaubten 10.000 Euro mit sich führen.

  • 📱

    Smartphones und Handys: Datenspeicher-Spürhunde finden außerdem auch USB-Sticks, Festplatten, CDs oder SIM-Karten.

  • 👤

    Menschen: So genannte "Mantrailer"-Hunde erschnüffeln die Vergleichsprobe einer vermissten Person und suchen dann danach.

  • 👣

    Fährten: Einen Täter auf der Flucht zu verfolgen, gelingt Spürhunden besonders gut in der Natur, wo sie geknickte Gräser und ähnliches anhand biochemischer Prozesse riechen können.

  • 💉

    Blut und Leichen. Diese Spürhunde können zum Beispiel anzeigen, ob in einem Kofferraum eine Leiche gelegen hat.

So werden Polizeihunde ausgebildet

Spürhund beim Training, Zollfahnder

Von 100 Hunden, die an der Eignungsprüfung teilnehmen, ist nur einer zum Diensthund geeignet. In der Grundausbildung lernt er Befehlen zu folgen, Ablenkungen zu ignorieren, belastende Situationen auszuhalten, Fährten aufzuspüren und Objekte zu suchen.

Am Ende muss er eine Prüfung bestehen. Spezialisierungen zum Spürhund, etwa für Rauschgift oder Sprengstoff, können folgen. Dafür braucht das Tier einen starken Spiel- und Beute-Trieb. Trainiert wird mit positiver Verstärkung, also Leckerlis und Spielen. Die Diensthunde leben mit ihren Hundeführern zusammen, teilen Arbeit und Privatleben.

Vierbeiner vom Dienst: typische Polizeihunde-Rassen

Wau! So helfen Hunde in der Medizin

In einigen Studien erschnüffelten Hunde sehr treffsicher Blasen- und Lungenkrebs. Das könnte bei der Frühdiagnose dieser Krankheiten helfen. Die Hunde reagieren dabei auf bestimmte, für den jeweiligen Krebs typische chemische Substanzen. Die nehmen sie in der Atemluft oder im Urin des Patienten wahr.

Seit 2007 werden in Deutschland außerdem Diabetiker-Warnhunde ausgebildet. Sie können die reduzierte Sauerstoffsättigung im Körper wahrnehmen und zeigen ihrem Diabetiker-Herrchen oder -Frauchen an, wenn sie in Unterzucker geraten.

Und auch im Kampf gegen Corona kommen Hunde zum Einsatz. Mehr erfährst du hier. 

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Veröffentlicht: 22.06.2020 / Autor: Ischta Lehmann