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Die Weltbank hilft mit Milliarden gegen Corona - aber wer steckt eigentlich dahinter?

Mit 160 Milliarden US-Dollar unterstützt die Weltbank den Kampf gegen die Folgen der Corona-Krise. Aber wer oder was ist die sogenannte Weltbank? Mithilfe dieser Seite ist die Frage g-klärt.
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Das Wichtigste zum Thema Weltbank

Aufgaben und Ziele der Weltbank

Bei ihrer Gründung nach dem Ende des 2. Weltkriegs stand zunächst der Wiederaufbau Europas im Zentrum. Seit den 1960er-Jahren ist es die Hauptaufgabe der Weltbank, gegen die Armut in der Welt zu kämpfen.

Dorf Madagaskar


Bis zum Jahr 2030 will die Weltbankgruppe den Prozentsatz extrem armer Menschen wie etwa dieser Dorfbewohner in Madagaskar, die von weniger als 1,90 US-Dollar am Tag leben, auf höchstens 3 Prozent senken.
© picture alliance/imageBROKER

 

Zum wirtschaftlichen Aufbau in Entwicklungs- und Schwellenländern trägt die Weltbank durch marktgerechte oder teilweise zinslose Kredite und Zuschüsse sowie fachliche Unterstützung bei. Am Anfang floss das meiste Geld in Infrastrukturprojekte. Inzwischen haben auch Themen wie Gesundheit und Ernährung einen hohen Stellenwert.

Im Geschäftsjahr 2019 etwa betrug das Engagement der Weltbank insgesamt rund 55 Milliarden US-Dollar zur Finanzierung von Projekten und Programmen in etwa 100 Ländern. Damit ist die Weltbank ein unverzichtbarer Geldgeber im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit.

Auch wenn jeder Cent zählt, hilft eine Einordnung: Ungefähr so viel Geld ist allein in Deutschlands Haushaltsplan 2020 für Ausgaben des Bundesministeriums der Verteidigung vorgesehen.

Der Aufbau der UNO-Sonderorganisation

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    Der Hauptsitz der Weltbank liegt in Washington D. C. (USA). Weltweit beschäftigt sie mehr als 10.000 Mitarbeiter in über 120 Länderbüros. Gegründet wurde die IBRD am 27. Dezember 1945, die IDA am 24. September 1960.

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    Der Zusammenschluss der Weltbank ist keine traditionelle Bank, sondern eine Genossenschaft aus 189 Mitgliedsstaaten. Die 5 größten Anteilseigner sind die USA, Japan, Deutschland, Frankreich und das Vereinigte Königreich.

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    Weil sich das Stimmrecht auch nach dem Anteilseigentum richtet, haben diese Länder dementsprechend viel zu sagen. Die USA etwa verfügen in der IBRD über einen Stimmrechtsanteil von 15,82 Prozent, während Deutschland 4,21 Prozent Stimmenanteile hat (Stand Juni 2020).

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    Vertreten sind die Mitglieder durch einen Gouverneursrat. Er setzt sich in der Regel aus den jeweiligen Finanz- oder Entwicklungsministern zusammen. Dieser Rat trifft die letztlichen Entscheidungen.

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    Die Gouverneure verteilen bestimmte Aufgaben an den Verwaltungsrat aus 25 Exekutivdirektoren. Die 5 größten Anteilseigner ernennen ihre jeweiligen Vertreter. Die anderen Mitgliedsländer sind durch gewählte Exekutivdirektoren vertreten, die mehrere Länder repräsentieren.

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    An der Spitze steht der Präsident der Weltbankgruppe. Er wird für eine normalerweise 5-jährige Amtszeit gewählt und ist für die Gesamtleitung verantwortlich. Den derzeitigen Amtsinhaber und seine unmittelbaren Vorgänger siehst du in der folgenden Bildergalerie.

Der derzeitige Weltbank-Präsident und seine Vorgänger

Kritik am Modell der Weltbank

Obwohl die Weltbank und die Weltbankgruppe als weltweit wichtigste Einrichtung staatlicher Entwicklungshilfe gelten, gibt es nichtsdestotrotz kritische Stimmen. Hauptargument: die Struktur.

Weil die Stimmen der anteilsstärksten Länder gewichtiger sind, werden die Interessen der 189 Mitglieder von wenigen Ländern dominiert. Kritiker zweifeln deshalb, ob die Weltbank tatsächlich immer im Sinne der Schwellen- und Entwicklungsländer handelt. Anstatt zur Förderung der einheimischen Landwirtschaft sehen Skeptiker manche Projekte und Programme zum Beispiel eher als Markt- und Rohstofferschließung für die reicheren Industrieländer.

Protest Weltbank


Ärmere Länder fühlen sich bei den Entscheidungen der Weltbank zum Teil übergangen. Deshalb protestieren einige Menschen wie diese philippinischen Demonstranten im Jahr 2005.
© picture alliance/dpa/dpaweb

 

In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten formierten sich darum Alternativen zur Weltbank. Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika gründeten 2014 etwa die New Development Bank (NDB). In Afrika schließen sich bereits seit den 1960er-Jahren zahlreiche Länder zur African Development Bank Group (AfDB) zusammen. Im vor allem asiatischen Raum gründete sich im Jahr 2015 die Asian Infrastructure Investment Bank (AIIB).

Veröffentlicht: 02.09.2020 / Autor: Alexander Duebbert