Diese Warn-Apps gibt es - und so informiert dich der Staat im Katastrophenfall

Beim Attentat von Hanau hat Google Maps seine Nutzer gewarnt. Auch andere Warn-Apps informieren dich im Katastrophenfall. Ein Überblick.

Das Wichtigste zum Thema Warn-Apps

  • Kommt es in Deutschland zu einer Natur-Katastrophe, Großbränden, Stromausfällen, Bombenfunden oder terroristischen Angriffen, warnen verschiedene Apps öffentlicher Auftraggeber ebenso wie Privatunternehmen wie Facebook oder Google.

  • Ein Beispiel: Der Anschlag von Hanau. In der Tat-Nacht war im Bereich der Innenstadt auf Google Maps der Warnhinweis Schusswaffengebrauch zu sehen. Diesen Service nennt Google SOS-Warnmeldungen.

  • "SOS-Warnmeldungen sollen bei Naturkatastrophen oder von Menschen verursachten Krisen Notfallinformationen für alle zugänglicher machen", erklärt Google.

  • Weitere Warn-Apps öffentlicher Auftraggeber stellen wir dir auf der Seite vor. Zudem gehen wir der Frage nach, was der Staat im Katastrophenfall tut.

Google Maps stellt sogar die Online-Bewertungen aus

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Diese Apps warnen dich vor Katastrophen in Deutschland

"NINA"

  • "NINA" ist eine App vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und steht für "Notfall-Informations- und Nachrichten-App". 
  • Sie schlägt Alarm, wenn Gefahr droht. Dazu zählen neben einem Raketenangriff auch Unwetter oder Hochwasser. 
  • Nutzer bekommen bei bevorstehenden Katastrophen eine Push-Mitteilung auf das Smartphone geschickt.
  • Die App gibt außerdem Tipps, wie man sich in der jeweiligen Situation am besten verhält. Zum Beispiel bei einem Sturm: "Fenster schließen".
  • "NINA" erklärt zudem, welche Lebensmittel man zu Hause aufbewahren sollte, um 14 Tage ohne Einkauf zu überstehen.

"Katwarn"

  • Diese App wurde vom Fraunhofer-Institut Fokus im Auftrag öffentlicher Versicherer entwickelt.
  • Sie informiert die Bevölkerung bei Katastrophen und in Gefahrensituationen (z. B. bei Großbränden, Stromausfällen und Bombenfunden).
  • Dabei versendet "Katwarn" ausschließlich offizielle Warninformationen der Behörden, Einrichtungen und Leitstellen.
  • Das Besondere: Privatunternehmen wie die BASF mit dem Standort Ludwigshafen oder der Hamburger Hafen nutzen die App, um auf ihren Geländen bei Gefahr zu warnen. 

Wie eine Katastrophen-Warnung in Deutschland abläuft

Neben den Tech-Giganten Google und Facebook sowie Apps warnt natürlich auch der deutsche Staat die Bevölkerung, wenn Gefahr droht.

  • Bei Krisen wie Naturkatastrophen, Stromausfällen, Epidemien oder Terrorattacken sind die einzelnen Bundesländer zuständig.
  • Wenn es zum militärischen Ernstfall kommt, greift das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) ein. Es untersteht dem Innenminister.

Wie wird die deutsche Bevölkerung informiert?

  • 📡

    Steht eine Katastrophe bevor, werden Nachrichtenagenturen, Fernseh- und Rundfunkanstalten sowie Medienbetreiber einbezogen. Sie alle sind sogenannte Multiplikatoren, um den Warnhinweis an die Bevölkerung weiterzuleiten.

  • 📢

    Bei militärischen Krisen wird auch die Deutsche Bahn informiert. Zudem gibt es in Deutschland noch knapp 40.000 Sirenen, die Alarm schlagen und aufheulen würden.

  • 📺

    Natürlich wird eine Warnung besonders über Fernseh- und Radiosendern wahrgenommen. Die öffentlich-rechtlichen Anstalten müssen dazu ihre Sendungen unterbrechen, wozu sie staatsvertraglich verpflichtet sind.

  • 📵

    Eine SMS bekommen deutsche Bürger nicht. Grund dafür: Der Staat darf nicht in die Datenhoheit des Einzelnen greifen. In Ländern wie den USA werden Warnungen per SMS verschickt.

  • 📱

    Einen Warnhinweis auf dem Handy erhält nur, wer sich vorher eine Katastrophen-Warn-App heruntergeladen hat.

Warnungen können aber auch nach hinten losgehen - frag mal die Menschen auf Hawaii

  • 🚀

    Die Katastrophenschutzbehörde von Hawaii versandte SMS-Nachrichten, in denen vor einer Rakete gewarnt wurde.

  • 🚨

    "Dies ist keine Übung", hieß es in der Nachricht, die auch als Laufband im aktuellen TV-Programm eingeblendet wurde. Die Bevölkerung solle unverzüglich Schutz suchen.

  • 😅

    Nach knapp 15 Minuten korrigierte die Behörde die Nachricht über Twitter und Facebook, weitere 25 Minuten später dann auch noch einmal via SMS. "Keine Raketenbedrohung für Hawaii.“

  • 🤷‍♂️

    Die Warn-Mitteilung sei fälschlicherweise verschickt worden. Bei dem Alarm habe es sich um eine Test-Nachricht gehandelt, die versehentlich verschickt worden sei, hieß es.

Veröffentlicht: 27.02.2020 / Autor: Benjamin Reibert