Dieses Kondom soll komplett reißfest sein
via YouTube/LELOHEX

Dieses Kondom soll komplett reißfest sein

vor 2 Jahren

Ob Roboter, Virtual Reality oder Zellforschung – wir haben ganz schön coole Sachen entdeckt und entwickelt. Aber warum ist das Kondom seit seiner Erfindung mehr oder weniger gleich geblieben? Also: Bis jetzt.

Schon im 18. Jahrhundert benutzte Casanova eine Art Kondom, um sich vor Syphilis zu schützen. 1912 wurden die ersten nahtlosen hergestellt. Seit 1930 wird Latex als Material für die Kondom-Herstellung genutzt. Und seitdem? Eigentlich hat sich nichts verändert.

Bei richtiger Anwendung (richtige Lagerung, richtige Größe, richtiges Aufziehen) schützen Kondome nahezu zu einhundert Prozent gegen sexuell übertragbare Krankheiten. Reißen kann es jedoch immer. Häufig liegt das daran, dass zu einer zu kleinen Größe gegriffen wird.

Wie auch immer es zum Reißen kommt, dieses Kondom eines schwedischen Sextoy-Herstellers soll allem standhalten. Das liegt an der besonderen Struktur. Es besteht nicht nur aus einer Schicht Latex, sondern aus zwei. Die innere ist mit einer sechseckigen Textur ausgestattet; wie Bienenwaben. Also überhall auf dem Kondom befinden sich ganz viele kleine Sechsecke. Um genau zu sein, sind es 350. Deshalb heißt es auch HEX. Damit soll es stärker sein und nicht reißen.

Um zu verstehen, wie die sechseckige Struktur funktioniert, muss man die Herstellung von Kondomen kennen. Eine Phallus-Form wird dazu in flüssigen Naturkautschuklatex getaucht, dann getrocknet, das Kondom abgezogen, gespült, getrocknet, gepudert, wieder getrocknet, getestet, aufgerollt und schließlich verpackt.

Die Form von HEX ist bereits mit den sechseckigen Waben ausgestattet und wird zwei Mal in das Latex getaucht. Damit sind die Waben nur auf der Innenseite. Wird Druck ausgeübt, dehnt er sich in sechs unterschiedliche Richtungen aus – und bleibt da. Sollte ein Loch entstehen, bleibt es innerhalb des Sechsecks. Bei einem normalen Kondom reißt das gesamte Material.

Kondom

Die Waben sind innen, damit es rutschfester ist – ähnlich wie bei Autoreifen mit Profil. Außerdem soll es sich so besser  anpassen, beweglicher und flexibler sein. Dabei haben sich die Ingenieure von Reptilienhaut inspirieren lassen.

Ursprünglich hatte die schwedische Firma es mit Polyurethan probiert, einem sehr widerspenstigen Kunststoff, der in so ziemlich allem zu finden ist. Angefangen bei Gummistiefeln über Bowlingkugeln bis hin zu Schaum für die Gebäude-Abdichtung. Zwar hält dieser Kunststoff mehr Druck stand,  platzt aber bei kleinerem Volumen als Latex. Tests hätten Jahrzehnte gedauert, darum wurde das Material verworfen. Zurück zum Latex, also.

Kaufen kann man das HEX übrigens schon. Prominente Unterstützung gibt es auch. Von Charlie Sheen. Der redet darüber, dass er mit dem Thema Verhütung früher viel zu leichtfertig umgegangen ist. Besser spät als nie.

 

Latex findet sich natürlich nicht nur in Kondomen, sondern vielen Alltagsprodukten. Denn der chemische Stoff ist extrem widerstandsfähig und leistungsfähig. Doch was hält das Gummi wirklich aus? Wir machen den Extremtest:

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