Endlich Gleichberechtigung? Verhütungspille für den Mann
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Endlich Gleichberechtigung? Verhütungspille für den Mann

vor 3 Jahren

Das Kondom ist ein Verhütungsmittel für den Mann und die Pille für die Frau – bis jetzt. Denn japanische Forscher haben jetzt ein Mittel entdeckt, dass die männliche Fruchtbarkeit außer Gefecht setzten könnte. Enthüllt diese Studie wirklich eine Pille für den Mann?

Die Studie der Osaka Universität, die im Fachmagazin Science veröffentlicht wurde, behandelt einen Ansatzpunkt für medikamentöse Verhütung beim Mann. Das Team um Masahito Ikawa untersuchte die Beweglichkeit männlicher Samenzellen und wie man deren Antriebskraft zeitweise stoppen kann. Sie haben herausgefunden, dass das Protein Calcineurin vor allem für diese Beweglichkeit verantwortlich ist. Das Team testete, welches Medikament als Calcineurin-Hemmstoff dient. Zuerst wurde gesunden männlichen Mäusen das Medikament gegeben. Das Ergebnis: Die Mäuse wurden zwei Wochen nach Einnahme unfruchtbar und schon bereits eine Woche nachdem das Medikament abgesetzt wurde, waren deren Spermien wieder funktionstüchtig und die Mäusemännchen wieder potent.

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Das Interessante an der Studie: Dadurch, dass Männer ebenfalls das Protein Calcineurin besitzen, besteht die Hoffnung diesen ausprobierten Hemmstoff als neue Verhütungsmethode zu entwickeln. Wichtig für die zukünftige Pille für den Mann ist, dass der Verhütungseffekt reversibel ist und vor allem keine dauerhaften Schäden entstehen. Diese Bedingungen soll die neue Methode gewährleisten. Denn es wird kein Produktionsstopp der Spermien eingeleitet – sie werden lediglich gehemmt. In Anbetracht der Ergebnisse bei den Mäusen, kann nun Calcineurin als Ziel für männliche Verhütungsmittel betrachtet werden.

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Diese Erkenntnis gibt Hoffnung, dass es wahrscheinlich auch beim Menschen funktioniert. Das getestete Medikament ist in der Humanmedizin bekannt und wird beispielsweise bei Organtransplantationen verwendet. Das Problem: Es schwächt das Immunsystem. Folglich muss ein anderes Medikament entwickelt werden. Nichtsdestotrotz hat die Studie darauf aufmerksam gemacht, dass das Sperma Calcineurin unterdrückt werden muss, um eine Verhütung zu ermöglichen.

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