Galileo WM CopyCreated with Sketch.
Muslim Corona

Start des Ramadan: ein Fastenmonat zwischen Pandemie und Polarkreis

Am 13. April 2021 startet Ramadan. Der Fastenmonat ist eines der wichtigsten religiösen Rituale für Muslima und Muslime in aller Welt: Doch auch in diesem Jahr müssen die Gläubigen auf einige Bräuche verzichten. Im Clip: Warum wird überhaupt im Ramadan gefastet?
0

Das Wichtigste zum Thema Ramadan

  • Der Ramadan ist der Fastenmonat der Muslima und Muslime. Im islamischen Kalender ist es der 9. Monat. Aufgrund des Mondzyklus verschiebt sich die Fastenzeit jedes Jahr um 10 bis 12 Tage nach vorn.

  • Gläubige sollen zwischen Sonnenauf- und untergang auf Essen und Trinken verzichten. Davon ausgenommen sind Kinder, Kranke, Altersschwache, Schwangere, Stillende und Reisende.

  • Sex ist "nur" tagsüber verboten. Im Koran steht: "Erlaubt ist euch, in der Nacht des Fastens mit euren Frauen Beischlaf auszuüben."

  • Weitere Pflichten: sich um Bedürftige kümmern, spenden, besinnen und Zwiesprache mit Allah halten.

  • Zum Fastenbrechen werden nach dem Abendgebet traditionell Datteln und Wasser gereicht, bevor gemeinsam gegessen wird.

Wenn die Sonne nicht auf- oder untergeht: Ramadan am Polarkreis

In den nördlichsten und südlichsten Gegenden der Erde kann es - je nach Jahreszeit - extrem lange hell oder dunkel sein. Das wirkt sich im Ramadan auf die Dauer des täglichen Fastens aus.

Zudem geht an den Tagen der Sonnenwende jenseits der Polarkreise die Sonne nicht auf oder unter. Wie lange also sollen Gläubige dort fasten? Einige Gelehrte meinen: Muslime dürfen sich nach den Uhrzeiten der heiligen Städte Mekka oder Medina richten, wenn sie tatsächlich mehr als 18 Stunden fasten müssten. Sonst wäre die körperliche Belastung zu hoch. Oder sie richten sich an die Zeiten des nächsten Landes, in dem das Fasten noch machtbar ist.

Wiederum andere Gelehrte sind der Meinung: Solange es Sonnenauf- und untergang gibt, sind die Regeln einzuhalten. Wenn Muslima und Mulsime dazu nicht in der Lage sind, sollen sie die fehlenden Fastentage bis zum nächsten Ramadan nachholen.

Gläubige beten in einer Moschee


Gläubige beten in einer Moschee.
© picture alliance / Godong

Fasten trotz Corona-Virus?

  • 😔

    Millionen Muslime in aller Welt machen sich auch in diesem Jahr wegen Corona Sorgen um ihren Fastenmonat, der dieses Jahr am 13. April beginnt.

  • 🕌

    Zwar sind in Deutschland Gottesdienste wieder erlaubt, allerdings mit bestimmten Vorgaben und nicht im selben Umfang, wie vor der Pandemie.

  • 🗣

    Ayman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland, appellierte schon letztes Jahr an seine Gemeinde, die für die Religionsausübung geltenden Einschränkungen auch im Ramadan einzuhalten. Die Vorgaben zu befolgen, sei eine religiöse und bürgerliche Verantwortung, so Mazyek.

Vergesst den Abstand nicht!

Ramadan ist für Menschen muslimischen Glaubens ein heiliger Monat, in dem die Nähe zu anderen Menschen eine wichtige Rolle spielt. Trotzdem ist es wichtig genügend Abstand zu halten. Insbesondere während dem Freitagsgebet und den nächtlichen Tarawih-Gebeten.

Umrundung Kaaba während Corona


Sowohl die Umrundung der Kaaba als auch die Gebete müssen während der Corona-Pandemie mit Abstand vollzogen werden.

Auch in Deutschland haben die meisten Moscheen Markierungen auf dem Boden, damit der vorgeschriebene Abstand deutlich für die Betenden erkennbar ist. Wichtig ist es diesen zu halten. Während dem Aufenthalt in der Moschee ist das Tragen einer Maske Pflicht.

Und was ist mit dem öffentlichen Fastenbrechen?

  • In den meisten muslimischen Ländern wird das öffentliche Fastenbrechen auch in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie abgesagt.

  • 🇩🇪

    Ähnlich in Deutschland. "Das Fastenbrechen muss sich in diesem Jahr innerhalb der Bewohner des Hausstandes oder der Wohnung abspielen", sagte Belmin Mehic, Imam des als gemeinnützig anerkannten Vereins Münchner Forum für Islam bereits im letzten Jahr.

  • 😷

    Die allgemeinen Corona-Verordnungen müssen auch während des Monats Ramadan eingehalten werden.

Eid al-Fitr: Was ist das?

Das Fest des Fastenbrechens (Eid al-Fitr) beendet weltweit den Ramadan. Je nach Land und Region dauert es 2 bis 3 Tage. Die Gläubigen danken Allah dafür, dass sie das Fasten und die damit verbunden Anstrengungen und Aufgaben gemeistert haben. Gefeiert wird mit ausgiebigen Festessen, vielerorts finden Lichterumzüge, Musik- und Tanzveranstaltungen statt. Weil viele Süßigkeiten verschenkt werden, ist im Türkischen auch vom Zuckerfest (Şeker Bayramı) die Rede.

Das Fest des Fastenbrechens (Eid al-Fitr) beendet weltweit den Ramadan. Je nach Land und Region dauert es 2 bis 3 Tage. Die Gläubigen danken Allah dafür, dass sie das Fasten und die damit verbunden Anstrengungen und Aufgaben gemeistert haben. Gefeiert wird mit ausgiebigen Festessen, vielerorts finden Lichterumzüge und Musikveranstaltungen statt. Weil viele Süßigkeiten verschenkt werden, ist im Türkischen auch vom Zuckerfest (Şeker Bayramı) die Rede.

Wie verbringen die Muslime den Ramadan in Deutschland?

Während des Fastenmonats Ramadan darf man nur nachts etwas essen und trinken. Doch wie verbringen die Muslime hierzulande den Ramadan?

Verwandte Themen

Sonne
Veröffentlicht: 12.04.2021 / Autor: Benjamin Reibert