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Wieso haben ICE-Fenster bald Löcher?

Bahnfahrer kennen das Problem: Der Handyempfang ist schlecht und lückenhaft. Das soll bald besser werden, verspricht die Bahn.

Darum geht's genau

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    Sätze wie "Sorry, ich sitze im Zug, versuche es später nochmal" könnten bald der Vergangenheit angehören. Die Deutsche Bahn will eine Lösung gefunden haben, um den schlechten Handy-Empfang in ICEs und ICs zu verbessern.

  • Ein Grund, warum der Empfang aktuell so schlecht ist: Die Fenster im Zug sind mit einer dünnen, mit dem bloßen Auge nicht sichtbaren Metallfolie versehen. Diese sollen eigentlich Sonnenstrahlen reflektieren, damit es im Zug nicht zu warm wird.

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    Aber: Auch Mobilfunkwellen gelangen nur schwer durch die Metallschicht. So kommen von 300 MBit pro Sekunde, die beispielsweise an einem Bahnsteig erreicht werden, oftmals nur noch 30 im ICE an.

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    Die Lösung: Die Schicht wird mit einem Laser so bearbeitet, dass die Funkwellen durchkommen.

Die deutsche Bahn experimentiert: So sollen die Fenster durchlässig werden

Ein Laser schießt "Mini-Löcher" in die wärmeisolierende Metallschicht der Fenster, sodass sämtliche Frequenzen von Funkwellen durchkommen.

Das dürfte auch Radio­hörer freuen, denn auch der Empfang auf DAB und UKW wird sich damit verbessern.

Die Deutsche Bahn führt bis zum Ende des Jahres noch Tests durch. Wann die Züge dann flächendeckend mit den "löchrigen" Fenstern ausgestattet sein werden, steht aber noch nicht fest.


Die deutsche Bahn will den Handy-Empfang im Zug verbessern.

Ist mit den löchrigen Fenstern das Handy-Empfang-Problem endgültig gelöst?

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    Wo keine Funkmasten stehen, nützen auch die durchlässigen Fenster nichts. Die Funkversorgung ist auf vielen Strecken noch nicht optimal.

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    Eigentlich hatte die Bundesnetzagentur vorgeschrieben: Bis Ende 2019 sollten sämtliche ICE-Strecken in Deutschland mit schnellem LTE versorgt sein. Die Telekom kommt bislang auf eine Netzabdeckung von 96,4 Prozent, Vodafone auf 95 Prozent und O2 auf 80 Prozent.

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    Bis Ende 2022 müssen laut Netzagentur alle "wichtigen" Schienenwege mit mindestens 100 MBit pro Sekunde versorgt sein. Ende 2024 sollen alle übrigen Strecken zumindest mit 50 MBit pro Sekunde abgedeckt sein.

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    Derzeit hat die Bahn alle ICEs und einige ICs mit sogenannten Repeatern ausgestattet, die das Handy-Netz verstärken. Ein Problem für die Zukunft: Sie sind nicht mit dem 5G-Standard, der bald kommen soll, kompatibel. Durch die löchrige Beschichtungsfolie kommt aber jedes Mobilfunk-Signal besser durch.

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    Mit dem WLAN-Netz im Zug hat die neue Fenster-Idee nichts direkt zu tun. Das entsteht nämlich über spezielle Antennen, die das mobile Internetsignal auffangen und zu via WLAN-Router verteilen.

Veröffentlicht: 13.03.2020 / Autor: Viviane Osswald