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Höhlendrama in Thailand - Wie geht es der Fußballmannschaft heute?

Es sollte nur ein kleiner Ausflug werden und endete in einer der dramatischsten Rettungsaktionen der Welt. Wie geht es den Jungs heute und könnte so etwas eigentlich auch in Deutschland passieren?

Eine Höhle wird zur Hölle

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    Eigentlich wollten die Jungs und ihr Trainer nur den Geburtstag eines Mitspielers feiern. Dieses Mal allerdings nicht auf dem Fußballplatz, sondern in der Tham-Luang-Höhle, in der Provinz Chiang Rai.

  • Kurz nach ihrer Ankunft wurden die Kinder vom Monsun überrascht und flohen kilometerweit in das Höhlensystem, das sich über 10.000 Meter tief unter der Erde verzweigt. Doch das Wasser verfolgte die Mannschaft sturzbachartig, versperrte ihr den Rückweg und schloss sie in einem Raum ein. Dort kauerten sich die Jugendlichen zwischen 11 und 17 Jahren an der höchsten Stelle und in völliger Dunkelheit auf einem Fels zusammen. Sie trugen nur Trikots, keine Schuhe und hatten ein paar Snacks dabei.

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    Erst nach 9 Tagen entdeckten britische Taucher die Jungs: lebend, aber ausgehungert und unterkühlt. Ein Wettlauf gegen die Zeit begann, denn die Luft wurde knapp und es regnete Tag und Nacht. Auch in der rettenden Höhle stieg der Wasserpegel an.

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    Während ein Team unter der Erde die Jungs mit Essen, Decken, Medikamenten und Videobotschaften ihrer Familien versorgte, suchten oberhalb Bergungsexperten aus der ganzen Welt nach Lösungen, um die Eingeschlossenen zu retten. Kaum jemand glaubte, dass dies überhaupt möglich sei: alle Kinder waren Nichtschwimmer und mussten stellenweise 40 Minuten tauchen.

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    Nach weiteren 8 Tagen geschah das Wunder: Alle Wildschweine, so der Name der Fußballmannschaft, konnten gesund geborgen werden. Tragisch: der ehemalige Marine-Elitetaucher Saman Kunan starb bei der Rettungsaktion.

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    Heute geht es allen Jungen und dem Trainer gut. Die Höhle ist mittlerweile eine Touristenattraktion mit mehreren Millionen Besuchern pro Jahr geworden. Die Geschichte wurde verfilmt.

Interview mit Bärbel Vogel, Vorsitzende Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher e.V (VdHK)., aus Nesselwang:

  • Könnte sich ein Ereignis wie in Thailand auch bei uns wiederholen?

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    Monatelange Regenzeiten sind bei uns klimatisch nicht zu befürchten. Eine aufwändige Rettungsaktion gab es in Deutschland 2014, als ein Höhlenforscher in der Riesending-Schachthöhle in Bayern durch Steinschlag in 1000 Metern Tiefe schwerverletzt wurde. Die Aktion dauerte damals 11 Tage.

  • Warum sind Menschen von Höhlen fasziniert?

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    Sie sind ein besonderer Naturraum: die Temperatur, die Luft, die Geräusche, das fehlende Licht. Unter der Erde ist alles anders. Der Schwerpunkt von uns Höhlenforscher liegt in erster Linie auf der Vermessung, Erforschung und Schutz der Höhlen.

  • Worauf sollte ich achten, wenn ich auch mal eine Höhle erkunden möchte?

  • 💬

    Das Wichtigste: nie ohne fachkundige Begleitung losgehen. Am einfachsten ist das in einer Schauhöhle möglich. In Deutschland sind 50 Höhlen für den touristischen Besuch ausgebaut. Oder Ihr wendet Euch an einen Höhlenverein in der Nähe. Dort kann man lernen wie man sich in dem sensiblen Naturraum untertage sicher bewegt und nichts zerstört. Wir freuen uns über verantwortungsbewussten Nachwuchs.

Veröffentlicht: 21.11.2019 / Autor: Stephanie Arndt

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