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Galileo hakt nach: Was brachten die Spenden für die Sea-Watch 3?

Wo politische Entscheidungen und humanitäre Moral einander widersprechen, hilft Geld auch nicht weiter. Das wurde aus den Sea-Watch 3 Spenden wirklich.

Darum geht's genau:

  • 🚢

    Im Juni 2019 wollten italienische Behörden das Rettungsschiff Sea-Watch 3 im Hafen von Lampedusa nicht anlegen lassen.

  • 👨‍👩‍👧‍👦

    An Bord: 53 Flüchtlinge, die die Crew im Mittelmeer vor der Küste Libyens gerettet hatte.

  • 🙅

    Nach wochenlangem Warten widersetzte sich Kapitänin Carola Rackete am 26. Juni dem Verbot und fuhr ohne Erlaubnis in italienische Gewässer ein. Rackete wurde festgenommen, das Schiff beschlagnahmt.

  • 👬

    Die Anteilnahme und Solidarität war groß: In Spendenaktionen wurden insgesamt über 1,4 Millionen Euro für die private Seenotrettung gesammelt – vor allem durch die Unterstützung der beiden Moderatoren Klaas Heufer-Umlauf und Jan Böhmermann.

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Wie ging es mit Sea-Watch und den Spenden weiter?

  • Die Seenotretter dürfen selbst darüber entscheiden, wofür sie die Spenden einsetzen. Da die "Sea-Watch 3" bis heute festgesetzt ist, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als andere Rettungsaktionen mit den Spendengeldern zu unterstützen. Um sicherzugehen, dass die Spenden sinnvoll verteilt werden, wurde ein Gremium aus Sea-Watch, Sea-Eye, Seebrücke, Solidarity at Sea und Civilfleet gebildet.
  • 60.000 Euro wurden für die Missionskosten des Rettungsschiffs "Alan Kurdi" eingesetzt. "Wir freuen uns, dass wir trotz der unermüdlichen Arbeit an der Freilassung der Sea-Watch 3 mit unserer Spende einem Rettungsschiff ins Mittelmeer verhelfen können, wo es dringend benötigt wird", so Johannes Bayer, Vorsitzender von Sea-Watch.
  • Außerdem wird das Spendengeld für die Rechtshilfe in juristischen Verfahren eingesetzt. Am 24. Oktober gab Sea-Watch bekannt, dass sie Spendengelder aufwenden, um 3 Flüchtlinge, 2 von ihnen minderjährig, zu unterstützen, die seit März 2019 in Malta inhaftiert sind. Ihnen wird vorgeworfen, den Tanker "El Hiblu 1" gekapert zu haben, der sie und über 100 weitere Flüchtende zurück nach Libyen bringen sollte. Mit der Übernahme der Verfahrenskosten wollen die Seenotretter auf die Kriminalisierung von Flüchtenden aufmerksam machen.

 

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So gefährlich ist die Flucht über das Mittelmeer

  • 🌊

    Schon im 6. Jahr in Folge sind laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR mehr als 1.000 Menschen im Mittelmeer ertrunken.

  • ↪️

    2018 kamen fast 117.000 Menschen auf den Seeweg nach Europa, mindestens 2.275 haben diese Route nicht überlebt.

  • 💀

    Seit 2014 sind mindestens 15.000 Menschen bei der Flucht über das Mittelmeer umgekommen.

  • 🚫

    Die Dunkelziffer ist vermutlich höher. Nicht alle untergehenden Boote werden überhaupt entdeckt.

  • 🚢

    Früher schickte auch die EU Rettungsschiffe ins Mittelmeer. Heute sichern staatliche Schiffe hauptsächlich die Grenzen und bekämpfen Schleuser.

Veröffentlicht: 24.11.2019 / Autor: Galileo