Themenseiten-Hintergrund

Wie ist es, Mitglied in einer der gefährlichsten Gangs der Welt zu sein?

Gangs wie die "Bloods" und die "Crips" sorgen für Angst und Schrecken. Es gibt aber auch positive Gang-Beispiele.
Teaserbild: Wie ist es, Mitglied in einer der gefährlichsten Gangs der Welt zu sein?

Das Wichtigste zum Thema Bloods

  • In den USA gehören die Bloods und Crips zu den größten Gangs. Sie entstammen dem Gebiet von Los Angeles. Berühmtes Mitglied: US-Rapper Snoop Dogg war als Jugendlicher bei den "Crips".

  • Gangs finden sich in fast allen Ländern der Welt. Oft betreiben sie illegale Geschäfte. Es gibt aber auch Gangs, die sich dem Guten verschrieben haben, wie du oben im Video siehst.

  • Kennzeichen ist eine hierarchische Struktur, aber auch enger Zusammenhalt. Das ist etwa für Jugendliche reizvoll, die sich nach Respekt, Schutz, Zusammenhalt und Anerkennung sehnen.

  • Wie kommt man rein? In Initiationsriten müssen sich Anwärter erst einmal qualifizieren - oft auch mit Gewalttaten. Kein Weg zurück: Wer austritt, gilt als Verräter, den viele Gangs mit dem Tod bestrafen - auch um sicherzugehen, dass Insider-Wissen nicht nach außen gelangt.

Bloods und Crips: ihre Geschichte und berühmte Mitglieder

Die Crips sind eine Straßengang. Ihr Gründer Raymond Washington war ein Bewunderer der Black Panther Party, die sich für die Rechte der Schwarzen in den USA stark machte. Da er noch zu jung war, um der Gruppierung beizutreten, gründete er mit anderen Jugendlichen 1969 die Gang "Baby Avenues".

Die Gang nahm durch Diebstähle, Einbrüche und sogar Mord schnell an Größe zu und wurde in "Avenues Crips" umbenannt. Später bürgerte sich der Name "Crips" ein, was sich auf die Abkürzung "Community Revolution in Progress" bezieht.

Aus einer Abspaltung der Crips entstanden 1972 die Bloods. Der Name ist eine Verkürzung von "Blood Alliance". Dieses Bündnis rivalisierender Gangs kam in den 1970er Jahren unter dem Eindruck zunehmender Aggression und Expansion der Crips zustande.

In der Mitte der 1990er Jahre hatten sich Bloods und Crips in den gesamten USA ausgebreitet und zählten rund 650.000 Mitglieder, davon 150.000 in Los Angeles. Aktuell warten laut Los Angeles Times rund 100 Mitglieder der beiden Banden in Todeszellen auf ihre Hinrichtung.

Welche Rapper sind bei den Bloods - welche bei den Crips?

Berühmte Bloods-Mitglieder: 

  • Ice Cube
  • Cormega
  • The Game
  • Tekashi 6ix9ine
  • Lil Wayne
  • Chris Brown
  • Cardi B
  • Immortal Technique
  • Prodigy
  • Waka Flocka Flame
  • Wu-Tang: RZA und GZA
  • Birdman
  • B-Real
  • Sen Dog
  • Cam'Ron

Berühmte Crips-Mitglieder: 

  • Snoop Dogg
  • Dr. Dre
  • Eazy-E
  • Nate Dogg
  • Coolio
  • Jeezy
  • Warren G
  • Schoolboy Q
  • Tone-Loc
  • Afroman
  • 40 Glocc
  • MC Ren
  • Daz Dillinger
  • Kurupt

Einige der gefährlichsten Gangs der Welt

Zeichen, geheime Symbole und Codes von Gangs

Gangs entwickeln offene Zeichen der Zugehörigkeit. Typisch für die Crips etwa ist blaue Kleidung, insbesondere blaue Bandanas. Bei den  Bloods sind die Klamotten und Halstücher rot.

Bloods verwenden statt "Hallo" das Wort "Blood" als Gruß. Einige Mitglieder haben zudem drei mit einer Zigarette eingebrannte Punkte auf der rechten Schulter als Gangzeichen.

Mitglieder der Mara Salvatrucha tragen das Kürzel "MS" als Tattoo auf dem Körper. Tätowierungen auf der rechten Hand verraten, welche Verbrechen das Gang-Mitglied begangen hat.

Gang-Mitglieder grüßen sich mit Handzeichen, die oft Buchstaben nachahmen. Typisch für amerikanische Gangs ist ein eigener Slang. Bei den amerikanischen "Crips" etwa bedeutet die englische Bezeichnung für Keks ("biscuit") Waffe.

Bloods und Crips: Gang-Mitglieder grüßen sich mit Handzeichen, die oft Buchstaben nachahmen.


Bloods und Crips: Gang-Mitglieder grüßen sich mit Handzeichen, die oft Buchstaben nachahmen.

3 Fragen an ein Ex-Gang-Mitglied

3 Fragen an ein Ex-Gangmitglied

3 Fragen an ein Ex-Gang-Mitglied

Yigit Muks Leben war geprägt von Alkohol, Gewalt und Drogen. Nach dem Tod eines Freundes steigt er aus seiner Gang aus und will jetzt sogar anderen helfen. Wir haben ihm 3 Fragen gestellt.

Veröffentlicht: 31.08.2020 / Autor: Alena Brandt