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Eine Heizung wird aufgedreht.

Gas-Umlage: Wer ab Oktober mehr zahlen muss - und wie viel

Die Gas-Umlage der Bundesregierung bedeutet zusätzliche Kosten für Haushalte und Unternehmen, die mit Gas heizen. Ab 1. Oktober soll der Aufschlag gelten - gleichzeitig senkt die Regierung aber die Mehrwertsteuer auf Gas. Wie sich die Umlage auf deine Gas-Rechnung auswirkt, erfährst du hier. Im Clip: So sparst du zu Hause Energie.
Gas-Umlage: Wer ab Oktober mehr zahlen muss - und wie viel
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Das Wichtigste zum Thema Gas-Umlage

  • Die Aufwärts-Spirale der hohen Energie-Preise geht weiter. Wer mit Gas heizt, bekommt die steigenden Kosten bereits seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine zu spüren.

  • Der Notfallplan Gas sollte die Versorgung sichern, Wirtschaftsminister Robert Habeck rief zusätzlich die Industrie und Privat-Personen zum Gas sparen auf.

  • Ab Oktober führt die Regierung eine zusätzliche Gas-Umlage ein. Bedeutet im Klartext: Unternehmen und Privat-Haushalte müssen rund 2,4 Cent mehr pro Kilowatt-Stunde Gas bezahlen.

  • Als Ausgleich senkt die Regierung um Bundeskanzler Olaf Scholz die Mehrwertsteuer auf den gesamten Gas-Verbrauch von 19 auf sieben Prozent.

  • Wie tief muss ein Single-Haushalt in die Tasche greifen und wie viel Geld muss eine vierköpfige Familie im Einfamilien-Haus zur Seite legen? Wie sich die Gas-Umlage konkret auf der Jahres-Abrechnung auswirkt, erfährst du weiter unten.

Gas-Umlage: Für wen, ab wann und wie viel?

  • 💰

    Der "Trading Hub Europe" - ein Zusammenschluss der Gasnetz-Betreibenden - legte am 15. August die Höhe der Gas-Umlage auf 2,419 Cent pro Kilowattstunde fest.

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    Grundsätzlich gilt die Gas-Umlage für alle Haushalte und Unternehmen, die Erdgas beziehen und erscheint als Aufschlag auf der Gas-Rechnung. die Grund-Idee: Die Verteilung der Zusatz-Kosten auf möglichst viele Schultern.

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    Dabei ist es nicht entscheidend, ob das Gas aus Russland oder aus einem anderen Liefer-Land stammt.

  • 📅

    Die Gas-Umlage soll ab dem 1. Oktober 2022 gelten. Aus Verbraucherschutz-Gründen wird sich der Aufschlag voraussichtlich aber erst im November oder Dezember auf der Rechnung bemerkbar machen, hieß es aus dem Wirtschafts-Ministerium.

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    Die Umlage ist aktuell auf eineinhalb Jahre befristet. Das Ende ist zum 31. März 2024 festgesetzt.

Zweifel an der Gas-Umlage

Wenige Tage vor dem Start der Gas-Umlage rüttelte Robert Habeck am Konzept - und das, obwohl die Umlage sein Vorschlag war. Der Grünen-Politiker äußerte nach Presse-Informationen "finanzverfassungsrechtliche Zweifel". Was bedeutet das konkret?

Der Gasimporteur Uniper hat durch die russischen Lieferengpässe enorme Verluste verbucht. Um das Unternehmen - und damit auch die Versorgungssicherheit - zu retten, wird der Bund Mehrheits-Aktionär bei Uniper. Kurz gesagt: Das Unternehmen wird verstaatlicht.

Das stellt wiederum die Gas-Umlage vor neue Hürden. Wird Uniper ein Staatsunternehmen, kassiert die Regierung also die Einnahmen vom Gas-Aufschlag - und das wäre finanzverfassungsrechtlich nicht zulässig.

Trotzdem will Habeck erst einmal an dem Konzept festhalten. Denn die Verstaatlichung von Uniper könnte noch mehrere Monate andauern - bis dahin sei die Gas-Umlage als Brücke notwendig, so der Wirtschaftsminister.

Die Diskussion um die Mehrwertsteuer

Ein großer Kritikpunkt zur Gas-Umlage: In den festgesetzten 2,419 Cent pro kWh ist die laut EU-Recht fällige Mehrwertsteuer von 19 Prozent noch nicht mit eingerechnet. Finanzminister Christian Lindner war mit seiner Bitte, die Mehrwert-Steuer in diesem Fall auszusetzen, bei der EU-Kommission gescheitert. In Folge hätte sich der Aufschlag mit einer Versteuerung um 19 Prozent noch einmal deutlich erhöht.

Die Mehrwertsteuer auf Gas sinkt auf sieben Prozent

Die Bundesregierung entschied sich für eine Lösung durch die Hintertür. Statt keiner Steuer auf die Gas-Umlage senkt die Ampel die Mehrwertsteuer auf den gesamten Gas-Verbrauch. Nach bisherigem Stand wird Gas damit bis Ende März 2024 mit sieben statt 19 Prozent versteuert. Dieser ermäßigte Steuersatz gilt für die Grundversorgung - dazu zählen Brot und Kartoffeln, aber auch der Personen-Nahverkehr oder Bücher.

Gleichen sich Gas-Umlage und Steuersenkung aus?

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    Die Steuer-Erleichterung macht sich auf der Gas-Jahresrechnung bemerkbar. Laut Olaf Scholz sogar so sehr, dass sie die Mehrkosten durch die Gas-Umlage ausgleiche. So einfach ist es allerdings nicht. 

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    Beispiel-Rechnungen des Vergleichsportals Check24 vom August 2022 zeigen: Ab Oktober zahlen Haushalte mit Gas-Anschluss trotz sieben Prozent Mehrwertsteuer drauf. Allerdings deutlich weniger als noch mit einer Steuer-Belastung von 19 Prozent.

  • 👨‍👩‍👦

    Hätte eine vierköpfige Familie mit einem Gas-Verbrauch von durchschnittlich 20.000 kWh eine Gas-Umlage von 576€ zahlen müssen, sind es durch die Steuer-Senkung auf den gesamten Gas-Verbrauch nur noch 143€ an Mehrkosten auf der Jahres-Rechnung.

  • Die Hochrechnung ist allerdings ein Musterbeispiel. Je nach Verbrauch und Wohnsituation können die Kosten weit auseinandergehen. Gleichzeitig können noch weitere Zusatz-Kosten die endgültige Jahres-Abrechnung beeinflussen. Mehr dazu weiter unten.

So hoch könnte die Jahres-Rechnung für Gas ausfallen

Gas-Kosten pro Haushalt durch die Gas-Umlage

Stand: August 2022

Bleibt es bei 2,4 Cent pro Kilowattstunde?

  • Die festgelegten 2,419 Cent pro Kilowatt-Stunde sind erst einmal ein Richtwert und gelten voraussichtlich nicht für die gesamte Zeit.

  • 📆

    Nach drei Monaten kann der Aufschlag angepasst werden - je nachdem, wie sich der Markt zum Ende des Jahres entwickelt. Auch die Entwicklung des Gas-Preises lässt sich laut Expert:innen aktuell nur schwer abschätzen.

  • 📊

    Neben der Gas-Umlage kommen auf die Haushalte und Unternehmen außerdem noch zwei weitere Aufschläge zu.

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    Die Regel-Energie-Umlage mit 0,57 Cent pro kWh soll das Gas-Netz ab Oktober stabil halten. Die Umlage gibt es bereits seit mehreren Jahren - liegt aber aktuell bei null Euro.

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    Neu ist die Gasspeicher-Umlage mit 0,059 Cent je Kilowatt-Stunde. Sie soll wiederum die Kosten ausgleichen, die bei Gas-Unternehmen für die Sicherung der Versorgung entstehen. Laut dem Vergleichsportal Check24 werden Verbraucher:innen durch diese Umlage aber weniger belastet.

Der Bundeskanzler wirbt für weitere Entlastungen

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Um die Mehrkosten der Menschen in Deutschland abzufangen, hat die Bundesregierung um Olaf Scholz ein drittes Entlastungspaket auf den Weg gebracht. Teil davon sind neben einer Energie-Pauschale für Renter:innen und Studierende auch eine geplante Strompreis-Bremse und Neuerungen beim Wohngeld.

Die Gas-Umlage soll die Versorgung sichern - warum eigentlich?

Die Folgen des russischen Kriegs gegen die Ukraine sind in vielen Bereichen spürbar. An der Supermarkt-Kasse, an der Zapf-Säule - und im Energie-Sektor.

Viele Import-Unternehmen haben in den vergangenen Monaten aufgrund der zurückgefahrenen Lieferungen aus Russland deutlich weniger Gas erhalten als eingeplant.

Um ihre Verträge beispielsweise gegenüber den Stadtwerken und anderen Abnehmern zu erfüllen, mussten die Importierenden die Mengen aus anderen Quellen ersetzen - und das zu deutlich höheren Preisen. Auf diesen Mehr-Kosten blieben die Importierenden bisher weitestgehend sitzen, denn die Abgabepreise sind längerfristig ausgehandelt.

Die von Wirtschaftsminister Robert Habeck vorgeschlagene Gas-Umlage soll die Import-Unternehmen entlasten und damit gleichzeitig für Sicherheit sorgen. Denn droht den Gas-Importeuren der Bankrott, kann das Auswirkungen auf die Energie-Versorgung für ganz Deutschland haben.

Können Vermieter:innen darauf bestehen, dass du heizt?

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Jeder Mensch hat ein anderes Temperaturempfinden in seinen vier Wänden. Nicht nur wegen der hohen Energie-Kosten tendieren manche daher dazu, im Winter die Heizung abzustellen. Kann die Vermieterin oder der Vermieter dir das verbieten?

Gas sparen: Mit diesen Tipps kannst du deinen Verbrauch reduzieren

  • 🚿

    Kurze Duschen verbrauchen weniger Energie als ein ausgiebiges Schaumbad. Ein Spar-Duschkopf spart bis zu 60 Prozent des Wasserverbrauchs ein und senkt entsprechend auch die Kosten für aufgeheiztes Wasser.

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    Undichte Türen und Fenster sorgen nicht nur für unangenehme Zugluft, sondern vergrößern auch den Wärme-Verlust. Um die Isolierung zu überprüfen, kannst du ein Blatt Papier zwischen den Rahmen und das geschlossene Fenster klemmen. Lässt sich das Papier herausziehen, ist das Fenster nicht ausreichend verdichtet.

  • 🌬

    Stoß- statt Dauerlüften: Kipp deine Fenster am besten nicht, sondern lüfte kurz und gründlich, um den Raum nicht auszukühlen.

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    Beim Kochen sollten die Töpfe immer komplett die Herdplatte bedecken. Deckel nicht vergessen! Nutzt du einen Gasherd, solltest du außerdem die direkte Hitze ausnutzen und nicht vorheizen.

Die häufigsten Fragen zur Gas-Umlage

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    Wie hoch ist die Gas-Umlage?

    Ab Oktober 2022 wird voraussichtlich eine Gas-Umlage von 2,4 Cent pro Kilowatt-Stunde fällig. Für einen Single-Haushalt bedeutet das durchschnittlich eine Erhöhung von 129 Euro pro Jahr inklusive Mehrwertsteuer.

  • ⁉️

    Wer muss die Gas-Umlage bezahlen?

    Die Gas-Umlage muss von allen Unternehmen und Privat-Haushalten bezahlt werden, die Gas nutzen. Das betrifft in Deutschland etwa 48 Prozent der Wohnungen.

  • ⁉️

    Wie lange besteht die Gas-Umlage?

    Die Gas-Umlage soll ab dem 1. Oktober 2022 gelten und endet voraussichtlich am 31. März 2024. Die Erhöhung wird sich vermutlich aus Verbraucherschutz-Gründen aber erst auf den Rechnungen im November oder Dezember bemerkbar machen.

  • ⁉️

    Ist die Gasumlage monatlich?

    Die Gasumlage wird monatlich bei den Verbraucher und Verbraucherinnen abgerechnet. Sie kann zudem alle drei Monate der aktuellen Lage angepasst werden.

  • ⁉️

    Wen trifft die Gasumlage?

    Die Gasumlage betrifft alle Verbraucher und Verbraucherinnen, die mit Gas heizen. Wer keinen eigenen Gas-Vertrag hat, bezahlt die Umlage durch die Nebenkosten.

Veröffentlicht: 21.09.2022 / Autorin: Nicole Lemberg