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Gaspreisbremse

Gaspreisbremse: Wie der Deckel funktioniert und was er bringt

Die Gaspreisbremse kommt im März 2023 und soll die Bürger:innen entlasten - mit bis zu 200 Milliarden Euro. Wie der Gaspreisdeckel funktioniert und was wir von anderen Ländern lernen können. Im Clip: So sparst du zuhause Strom und Gas.
Gaspreisbremse: Wie der Deckel funktioniert und was er bringt
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Das Wichtigste zum Thema Gaspreisbremse

  • Die Energiepreise steigen immer weiter in die Höhe - und belasten viele Bürger:innen. Um das in den Griff zu bekommen, wird die Bundesregierung eine Gaspreisbremse einsetzen.

  • Mithilfe eines "Abwehrschirms" von bis zu 200 Milliarden Euro wird die Bundesregierung den Gaspreis ab März 2023 auf 12 Cent pro Kilowattstunde deckeln. Allerdings nur für 80 Prozent des Vorjahresverbrauchs.

  • Doch Verbraucher:innen bekommen auch schon früher Unterstützung. So wird es im Dezember eine Soforthilfe geben. Zudem wird der Gaspreisdeckel auch rückwirkend für Januar und Februar gelten.

  • Gaspreisdeckel oder Gaspreisbremse? In der Diskussion um die Obergrenze kursieren verschiedene Begriffe, gemeint ist aber das Gleiche: Ein staatlicher Eingriff, um die Preise möglichst niedrig zu halten.

  • Auf die bislang geplante Gas-Umlage will die Regierung verzichten und Unternehmen stattdessen direkt unterstützen.

Wie funktioniert eine Gaspreisbremse?

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    Ein Preisdeckel ist eine festgelegte Obergrenze. Bedeutet konkret: Die Regierung legt einen fixen Preis fest, den die Energieversorger wie Stadtwerke und Co. maximal von Haushalten verlangen dürfen.

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    Übersteigt der Einkaufspreis von Gas diesen Fixpreis, kommt der Staat für die Differenz auf - und nicht wie bisher die End-Kund:innen.

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    Dafür muss der Staat direkt in den Gas-Markt eingreifen. Wie genau, ist noch nicht klar. Möglich wäre es, das Geschäft zwischen Gas-Importeuren, die den Rohstoff aus anderen Ländern nach Deutschland schaffen, und Großhändlern, die das Gas weiterverteilen, zu regulieren. Beispielsweise, in dem man einen Höchstpreis beim Verkauf festsetzt.

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    Wie andere EU-Länder den Gas-Markt regulieren, liest du weiter unten.

Wie wird der Gaspreisdeckel in Deutschland aussehen?

Die Gaspreisbremse für Deutschland besteht aus zwei Stufen. Zum einen wird der Staat die Abschlags-Zahlungen für Dezember komplett übernehmen. Das soll auf die Schnelle erst einmal für Entlastungen sorgen.

Ein wirklicher Gaspreisdeckel wird dann später folgen: im Januar für die Industrie und im März für private Haushalte.

Das Modell für Privat-Haushalte wird bis 30. April 2024 gelten und wie folgt funktionieren:

🏠 Haushalte bekommen 80 Prozent ihres Vorjahres-Verbrauchs zu einem gedeckelten Preis von 12 Cent pro Kilowattstunde.

📅 Als Basis für dieses Grund-Kontingent soll die Abschlags-Zahlung von September 2022 dienen.

👨‍👩‍👧 Hat ein Drei-Personen-Haushalt im Vorjahr beispielsweise 12.000 kWh Gas verbraucht, bekommt er zukünftig 9.600 kWh zum gedeckelten Fixpreis. Gas, das darüber hinaus verbraucht wird, fällt nicht unter den Preisdeckel. Hier bezahlen Verbraucher:innen dann den Marktwert.

Der Start der Gaspreisbremse im März wurde von vielen als zu spät kritisiert. Als Reaktion darauf wird es nun auch eine rückwirkende Deckelung für den Januar und Februar 2023 geben. Die Soforthilfe für Dezember soll die Zeit bis dahin überbrücken.

Wie soll die Gaspreisbremse bezahlt werden?

  • 💰

    Die Gaspreisbremse wird mit einem "Abwehrschirm" von bis zu 200 Milliarden Euro finanziert. Das Geld kommt aus dem bestehenden Wirtschafts- und Stabilisierungsfonds (WSF)

  • 💰

    Um die Gaspreisbremse zu finanzieren, hat der Bundestag die staatliche Schuldenbremse ausgesetzt. Bundesfinanzminister Christian Lindner zufolge werde die Schuldenbremse im kommenden Jahr jedoch trotz der Kreditaufnahme eingehalten. Die neuen Kredite werden dem laufenden Jahr zugerechnet.

Was bringt ein Gaspreisdeckel?

Das Naheliegendste: Ein Gaspreisdeckel kann Haushalte und kleine Betriebe entlasten, die im kommenden Winter mit immensen Energiekosten rechnen müssen. Expert:innen wie der Wissenschafts-Ökonom Sebastian Dullien sehen in der Obergrenze sogar eine Chance, die Inflation zu beeinflussen - und damit auch die Wirtschaft spürbar zu entlasten.

Andere Fachleute warnen allerdings davor, dass die Gaspreisbremse auch negative Folgen haben kann. Denn Energie - und vor allem Gas - zu sparen, bleibt in diesem Jahr essentiell, auch um Strom-Blackouts zu verhindern. Wichtig ist es deshalb, die richtigen Anreize zu setzen.

Die Grundversorgung dürfte nach Meinung von Rüdiger Bachmann nicht zu hoch angesetzt werden, damit die Menschen mit Bedacht Energie sparen. "Man kommt eben nur sicher durch den Winter, wenn Deutschland etwa 20 bis 25 Prozent Gas einspart", erklärt der Wirtschaftswissenschaftler dem WDR.

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Wie andere Länder die Energie-Preise deckeln

Insgesamt neun EU-Länder haben einen Preisdeckel für Strom und Gas eingeführt, darunter auch Portugal, Belgien, Estland und Ungarn.

🇫🇷 Frankreich

Worüber in Deutschland aktuell noch diskutiert wird, wurde im südlichen Nachbarland bereits vor der Eskalation im Ukraine-Krieg umgesetzt. Frankreich deckelt die hohen Gas-Preise seit knapp einem Jahr. Dafür zahlt die Regierung 2022 rund 16 Milliarden Euro, um die Differenz zwischen Marktpreis und Obergrenze für Verbraucher:innen auszugleichen.

Der Gaspreisdeckel macht sich auf der Heizkosten-Rechnung bemerkbar - und zwar beachtlich. Nach einer Modellrechnung der Regierung erhöhen sich die Preise so durchschnittlich nur um 20 bis 25 Euro pro Monat. Ohne staatlichen Eingriff wäre es teilweise zehnmal so viel.

🇪🇸 Spanien

Spanien setzt ebenso wie Portugal auf eine Preis-Obergrenze für Gas zur Strom-Erzeugung. Dabei regulieren die Länder das Geschäft zwischen Energie-Erzeugern. Die Firmen dürfen einen festgelegten Maximal-Betrag bei einem Deal nicht überschreiten.

Der Gaspreis sank dadurch im Sommer 2022 in Spanien auf durchschnittlich 50 Euro pro Megawattstunde. Der Nachteil: Während der Gas-Verbrauch in anderen Ländern Europas über das letzte halbe Jahr stark zurückging, ist die Strom-Produktion durch Gas in Spanien durch die günstigen Preise sogar angestiegen.

🇬🇧 Großbritannien

Großbritannien deckelt hingegen die Preise bei den Versorgern, die Gas und Strom an die Privat-Haushalte verkaufen. Wer als Händler die festgesetzte Obergrenze überschreitet, bekommt eine Strafe. Zuletzt lag der Maximal-Betrag für einen Zwei- bis Drei-Personen-Haushalt in Großbritannien bei umgerechnet 3.967 Euro für Strom und Heizung.

🇬🇷 Griechenland

Einen anderen Weg hat hingegen Griechenland eingeschlagen. Die Regierung besteuert die Überschuss-Gewinne der Energie-Konzerne mit 90 Prozent. Damit führte der EU-Mitgliedsstaat quasi eine Preis-Obergrenze durch die Hintertür ein. Denn die Einnahmen der Übergewinne erhalten die Menschen in Griechenland als Erstattung zurück. Bis zu 600 Euro pro Person.

Wichtige Fragen zur Gaspreisbremse

  • ⁉️

    Wie viel Geld wird für die Gaspreisbremse lockergemacht?

    Das Paket für die Gaspreisbremse umfasst laut Bundesregierung bis zu 200 Milliarden Euro.

  • ⁉️

    Wie wird die Gaspreisbremse finanziert?

    Die Finanzierung wird über den bestehenden Wirtschafts- und Stabilisierungsfonds (WSF) sichergestellt. Insgesamt werden bis zu 200 Milliarden Euro bereitgestellt.

  • ⁉️

    Wie wird die Gaspreisbremse genau aussehen?

    Die Bundesregierung hat sich für eine zweistufige Gaspreisbremse entscheiden. Zunächst werden die Abschlagszahlungen für Dezember im Zuge einer Soforthilfe übernommen. Im März 2023 wird dann der Gaspreis für Privathaushalte auf 12 Cent pro Kilowattstunde gedeckelt. Dies gilt dann auch rückwirkend für Januar und Februar.

  • ⁉️

    Kommt auch eine Strompreisbremse?

    Die Bundesregierung hat sich auch für eine Strompreisbremse entschieden. Durch das Merit-Order-Prinzip sind die Strompreise nämlich eng an den Gaspreis gekoppelt - und steigen damit aktuell auch immer weiter. Die Strompreisbremse wird ab März 2023 den Preis auf 40 Cent pro Kilowattstunde deckeln und auch rückwirkend für Januar und Februar gelten.

Veröffentlicht: 29.11.2022 / Autor: Nicole Lemberg