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Getestet: Lohnt es sich wirklich, einen Stau zu umfahren?

WHAT THE FAKT

  • Diese Zahlen frustrieren: Laut ADAC-Bilanz staute es sich 2018 jeden Tag auf rund 4.200 Kilometern. Die Gesamtlänge aller Staus reicht 38-mal um die Erde. Insgesamt hat sich die Stauanzahl in den letzten 8 Jahren vervierfacht – Tendenz weiter steigend!

  • Ist Umfahren die Lösung? Wir haben's auf der Strecke zwischen München und Salzburg mit 3 Fahrern überprüft: Tom blieb auf der Stammstrecke, auch im Stau. Basti fuhr mit Google Maps auf Seitenstraßen. Celine ist klassisch Straßenhinweisschildern gefolgt.

  • Das Ergebnis: Tom kam trotzdem als Erster an! Basti war 5 Minuten später am Ziel, Celine sogar 15 Minuten. In der Regel geht's nicht schneller, der Blechlawine auszuweichen. Erst bei Staus ab einer Länge von 10 Kilometern lohnt sich eine Alternativroute.

  • Wie entsteht ein Stau überhaupt? Meist sind Unfälle oder Baustellen schuld. Doch auch überflüssiges Bremsen zieht Autoschlangen nach sich: Die nachfolgenden Autos müssen umso stärker abbremsen, was zum Stopp führt. Praktisch alle trifft das unnötige Manöver – außer den Verursacher. Experten sprechen von sogenannten Phantomstaus.

  • Lernen vom Tierreich: Ameisen stehen nie im Stau – trotz schier endloser Kolonnen. Sie bewegen sich stets gleich schnell und kommunizieren miteinander. Dieses Prinzip soll auch uns helfen: Autonome Fahrzeuge könnten sich ebenso abstimmen und so Stop'n'gos verhindern.

  • So gehst du dem Nervenkiller aus dem Weg: Vermeide erstens Fahrten zwischen 7 und 9 sowie 15 und 18 Uhr. Dann ist die Rushhour im Berufsverkehr. Zweitens fährst du weite Strecken am besten nicht am Stau-Tag Nummer 1, dem Mittwoch.

Veröffentlicht: 17.12.2019 / Autor: Alexander Duebbert