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Gib Stoff: So kommen Abhängige im Knast an Drogen

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WHAT THE FAKT

  • Rund 50.000 Menschen sitzen in Deutschland im Gefängnis. Davon sind 94 Prozent Männer und nur 6 Prozent Frauen. Rund ein Viertel der männlichen Insassen (27 Prozent) ist drogenabhängig, bei den Frauen sind es 28 Prozent. Wie kommen sie im Knast an ihren Stoff?

  • Oft schmuggeln Freigänger und Besucher Drogen in die Haftanstalten. Körperöffnungen werden aus Gründen der Verhältnismäßigkeit selten kontrolliert. Besonders beliebt sind Synthetika: Sie sind kaum nachweisbar, selbst Spürhunde können sie nicht immer riechen.

  • Der Leiter der Justizvollzugsanstalt Tegel (Berlin) gibt zu: Kontrolleure finden regelmäßig Suchtmittel in den Zellen. In Berliner Gefängnissen wurden 2018 unter anderem fast 5 Kilogramm Cannabis sowie fast 400 Gramm Amphetamine beschlagnahmt.

  • Sick hat insgesamt 6 Jahre eingesessen und berichtet: Für ihn war sogar ein unwissender Pastor der Lieferant: Zwischen gemahlenem Kaffee war auch immer etwas Rauschgift.

  • Im Jahr 2012 verurteilte das Landgericht Essen einen Insassen, der Drogen in Tennisbällen über die Mauern geliefert bekam. Im selben Jahr traf einen Vollzugsbeamten der Schuldspruch. Er hatte eine Insassin gegen Sex mit Drogen versorgt.

  • Erschreckende Zahlen: Über 1.200 Menschen starben 2018 in Deutschland an den Folgen ihres Drogenkonsums.

Veröffentlicht: 08.01.2020 / Autor: Alexander Duebbert