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Wie Weihnachtsmärkte entstanden sind - und die Welt erobert haben

Es weihnachtet sehr - und das "made in Germany"! Hier sind nämlich die Weihnachtsmärkte entstanden. Mittlerweile gibt es sie auf der ganzen Welt - auch in China, wie im Video zu sehen.
Teaserbild: Wie Weihnachtsmärkte entstanden sind - und die Welt erobert haben

So entstand der Weihnachtsmarkt

Wenn die kalte Jahreszeit anbrach, mussten sich die Bürger des Spätmittelalters gut vorbereiten - Fleischvorräte, Brennholz und warme Kleidung mussten herangeschafft werden. Dies geschah auf Märkten.

Im 14. Jahrhundert wurde auch Handwerkern wie Korbflechtern, Drechslern, Zuckerbäckern oder Spielzeugmachern der Verkauf ihrer Waren auf den vorweihnachtlichen Märkten gestattet. Hinzu kamen auch Nasch-Stände, die geröstete Kastanien, Nüsse und Mandeln anboten.

  • 1296: Dezembermarkt in Wien
  • 1310: urkundliche Erwähnung eines Nikolausmarktes in München
  • 1384: König Wenzel erlaubt der Stadt Bautzen einen freien Fleischmarkt immer samstags von Ende September bis Weihnachten abzuhalten.

Im Laufe der Jahrhunderte etablieren sich immer mehr Märkte dieser Art im deutschsprachigen Raum, seit dem 20. Jahrhundert sind sie fester Bestandteil des vorweihnachtlichen Brauchtums im deutschsprachigen Raum.

Heute gibt es Weihnachtsmarkt weltweit - sogar in China, wie ihr im Video oben sehen könnt.

5 Weihnachtsmärkte an besonderen Orten

#1 - Romantisch und märchenhaft auf der Insel

Wo: Fraueninsel im Chiemsee

Was: Kunsthandwerk, Leckereien, Konzerte

#2 - Maritime Weihnacht am Hafen

Wo: Binnenhafen Emden

Was: Museumsschiffe, Krimilesungen, Feuerzangenbowle, echter Nikolaus auf einem Pferd

#3 - Heimeliges ohne Tageslicht

Wo: Historische Gewölbe in Traben-Trarbach

Was: kulinarische Spezialitäten, Weinkeller, Schmuck, Mode

#4 - Besinnlich unter der Brücke

Wo: Ravennaschlucht im Hochschwarzwald

Was: gigantisches Viadukt, Holzhandwerkskunst wie Zwitscherkäschtli (Schnapshäuschen) und Wichtel, Wollprodukte und Punsch

#5 - Historisch und gemütlich im Fachwerk

Wo: Auf der Wartburg in Eisenach

Was: Alte Handwerkskünste, Musikanten, Gaukler, mittelalterliches Ambiente

Die schönsten Weihnachtsmärkte 2018

The same procedure as every year: Immer am Ende eines Jahres wertet die Ranking-Website "European Best Destinations" eine Online-Umfrage zu den schönsten Weihnachtsmärkten Europas aus. Hier die Gewinner von 2018.

Boah ist der groß: Rekordverdächtige Weihnachtsmärkte

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    Der größte Adventskalenderhaus der Welt befindet sich in Gengenbach - einer Kleinstadt am Rand des Schwarzwaldes. Das Rathaus besitzt an seiner Stirnseite 24 Fenster. In der Vorweihnachtszeit bleiben dort die Lichter aus. Jeden Abend um 18 Uhr wird dann hinter einem davon das Licht angeknipst und ein hübsches Bild erleuchtet.

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    Die größte Kerze der Welt strahlt im hessischen Fachwerkstädtchen Schlitz und steht im Guinnessbuch der Rekorde. Ganze 42 Meter ragt sie in die Höhe, unterhalb der Flamme befindet sich eine Aussichtsplattform, von der man den Weihnachtsmarkt, die Stadt und den umliegenden Vogelsbergkreis bestaunen kann.

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    Den Weihnachtsbaum der Superlative haben sich die Dortmunder geleistet. Jedes Jahr arbeiten an seiner Unterkonstruktion 8 Arbeiter ganze 4 Wochen lang. Das Ergebnis: ein 45 Meter hohes Gerüst, 1.700 Rotfichten, 48.000 Lämpchen, 20 rote Riesenkerzen à 2,5 Meter und ein 4 Meter hoher Engel.

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    Den Titel um den ältesten Weihnachtsmarkt, teilen sich 2 sächsische Städte: Bautzen hat den „ältesten in einer Chronik genannten Weihnachtsmarkt“ und Dresden den „ältesten mit einer Urkunde bestätigten Weihnachtsmarkt“

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    Für die größte Weihnachtskrippe der Welt musst du in die Schweiz – genauer in den Wallfahrtsort Einsiedeln. 450 handgeschnitzte Figuren des Südtiroler Künstlers Ferdinand Pöttmesser zeigen dort die Geburt Christi und die Ankunft der heiligen 3 Könige.

W wie Weihnachten - 5 Fragen an die Weihnachtszeit

  • Wo wohnt der Weihnachtsmann

  • Es gibt mehrere Orte, an denen der Weihnachtsmann leben soll: Die Finnen glauben, er wohne im Ort Rovaniemi in Lappland. Einige Schweden vermuten ihn eher in einem Dorf am Siljan See - ebenfalls in Lappland. An den Nordpol als Weihnachtsmann-Heimat glauben die US-Amerikaner und die dänische Bevölkerung hält am grönländischen Städtchen Uummannaq fest.

  • Wer beantwortet die Weihnachtspost?

  • Für Kinder ist es eine tolle Sache, denn es gibt Adressen an denen fleißige Helfer ihre Weihnachtsbriefe wirklich beantworten. In Deutschland gibt es insgesamt 9 Weihnachtspostämter - die schon durch ihren Namen zum Träumen einladen: Engelskirchen, Himmelsberg, Himmelpfort, Himmelpforten, Himmelstadt, Himmelsthür, Himmelreich, Nikolausdorf und St. Nikolaus.

  • Woher stammt der Nussknacker?

  • Er ist ein etwas steifer Bursche aus festem Holz - und beißt er zu, so macht es knack! Schon im 16. Jahrhundert gab es figürliche Nussknacker, aber erst im 18. Jahrhundert erlangten die hölzernen Kerle ihre Blütezeit. Das Erzgebirge entdeckte das Drechseln von Nussknackern erst im 19. Jahrhundert nach der Einstellung des Bergbaus für sich. Heute sind die Nussknacker aus dem sogenannten Spielzeugwinkel weltberühmt.

  • Wer erfand den Weihnachtsbaum?

  • Man geht von einem heidnischen Ursprung aus: Grün steht für Fruchtbarkeit und Lebenskraft. Die einzig grünen Bäume im Winter: Nadelbäume. Der 1. Schmuck waren rote Äpfel als Versinnbildlichung des Sündenfalls - die heutigen Christbaumkugeln erinnern daran.

  • Wann gibt es die Geschenke?

  • Ursprünglich fand die Bescherung zu Ehren des Heiligen Nikolaus am 6. Dezember statt. Nach der Reformation verlegte sie die evangelische Kirche, die keine Heiligenverehrung kennt, auf Heiligabend - genauer auf Mitternacht zwischen dem 24. und 25. Dezember. Weil Kinder selten so lang wach sind, wird in Deutschland häufig am Abend beschert. Kinder in den USA und Großbritannien öffnen ihre Geschenke am Morgen des 1. Weihnachtstages.

Weihnachtsmarkt zuhause - Rezept-Ideen

Veröffentlicht: 14.12.2019 / Autor: Gerda Naumann
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