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Haushalts-Mythen im Check: Hilft Backpulver gegen Ameisen?

Du hast Ameisen in deiner Wohnung entdeckt? Ein Hausrezept besagt: Streue Backpulver - und die Tiere platzen. Doch stimmt das wirklich - oder gibt es auch sanftere Methoden, die kleinen Krabbler wieder loszuwerden?
Ameisen krabbeln auf dem Tisch

Das Wichtigste zum Thema Backpulver gegen Ameisen

  • Kleine V.I.P.s: Ameisen sind für unser Ökosystem enorm wichtig, sie lockern den Erdboden besser als ein Regenwurm, verbreiten Pflanzen-Samen, fressen Schädlinge - und sind selbst Beute für Insekten. In Deutschland gibt es über 100 Ameisenarten.

  • Das große Krabbeln: Ameisen lieben Süßes und Deftiges. Auf der Suche nach Nahrung krabbeln die Tiere auch in deine Wohnung.

  • Hier geht's lang: Ist eine Futterquelle gefunden, zum Beispiel ein angebissener Apfel oder eine offene Zuckerdose, markieren Ameisen mittels Pheromonen den besten Weg vom Bau zur Beute.

  • Haushalts-Weisheit: Streust du Backpulver auf die Ameisenstraße, fressen die Tiere es und sterben. Doch stimmt das wirklich?

Backpulver hilft nicht! Ist aber trotzdem tödlich

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    Ameisen schmeckt Backpulver in der Regel nicht. Weder pur noch mit Zucker vermischt, so die Deutsche Ameisenschutzwarte. Die Tiere versuchen, diesen Köder zu meiden.

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    Falls Ameisen das Pulver doch zu sich nehmen, platzen sie nicht. Das entstandene Kohlendioxid kann laut Experten "vorn und hinten entweichen".

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    Wenn nicht als Nahrung, wie kommt Backpulver sonst in den Körper? Die Ameisen nehmen es über ihre Atmungsorgane, die Tracheen, auf.

  • Tödlich ist Backpulver trotzdem – weil es den ph-Wert im Körper der Tiere verändert, die Funktion von lebenswichtigen Enzymen beeinträchtigt und die Tiere vergiftet. Das fanden US-Forscher heraus.

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    Die Ameisen wurden in diesem Versuch einer mit Backpulver bestreuten Fläche ausgesetzt - ohne Fluchtmöglichkeiten. In deiner Wohnung finden die Tiere normalerweise einen Ausweg. Fazit: Der Haushalts-Tipp ist nicht alltagstauglich.

So wirst du Ameisen los!

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    Teebaumöl, Zimt, Lavendel, Zitronenschalen oder Essig-Essenz auf der Ameisenstraße verwirrt die Tiere. Sie finden nicht mehr den Weg zur Futterquelle und suchen sich – hoffentlich – eine neue, außerhalb deiner Wohnung.

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    Babypuder, Gipspulver oder Kreide kannst du als Barrieren streuen. Ameisen meiden Flächen, die mit Staub bedeckt sind, er kann ihre Tracheen verstopfen. Am besten an den Wohnungseingängen streuen, damit die Tiere erst gar nicht rein kommen.

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    Köderdosen findest du im Baumarkt. Die Ameisen schleppen das Gift ins Nest, hier wird es auch an die Königin verfüttert. Mit dieser Methode tötest du allerdings die für unsere Umwelt so wichtigen Tiere.

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    Tipps vom Profi: Bei hartnäckigem Befall findest du Hilfe bei der Deutschen Ameisenschutzwarte

Veröffentlicht: 27.05.2020 / Autor: Anna Kaltenhauser