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Haushalts-Mythen im Check: Sind zerkratzte Bratpfannen krebserregend?

Wenn du in der Küche aktiv bist, brauchst du eine ordentliche Bratpfanne. Ob sie mit Kratzern noch funktionsfähig oder schon eine Gefahr für die Gesundheit ist, klären wir hier.
Wie gefährlich sind Kratzer in einer Teflon-Pfanne? Wir klären den Küchen-Mythos.

Das Wichtigste zum Thema Bratpfannen

  • Pfannen können aus Edelstahl, Kupfer, Keramik, Aluminium oder Gusseisen sein. Je nach Material speichern sie Wärme, heizen sich schnell auf oder sind extrem robust.

  • Ein beliebtes Pfannen-Material ist Teflon. Teflon-Pfannen besitzen eine thermoplastische Antihaft-Beschichtung aus Polytetrafluorethylen: PTFE.

  • Der Kunststoff PTFE wurde 1938 vom Chemiker Roy Plunkett entdeckt. 1954 meldete das Ehepaar Grégoire ein Patent für PTFE beschichtete Pfannen und Töpfe an.

  • Teflon-Pfannen sind die Allrounder in der Küche. Beständig gegen Kälte, Wärme und Chemikalien - und es bleibt nichts haften. Doch können Kratzer im Material deine Gesundheit gefährden - oder ist das nur ein alter Küchen-Mythos? Hier gibt's die Antwort.

Kratzer schaden dir nicht - trotzdem: Vorsicht!

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    Essen erlaubt: Eine zerkratzte Teflon-Beschichtung gefährdet deine Gesundheit nicht! Selbst wenn sich kleinste Teilchen lösen und beim Essen verschluckt werden, scheidet dein Körper sie unverdaut wieder aus.

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    Dampf lass nach: Erst ab einer Pfannen-Temperatur von 360 Grad Celsius bilden sich unsichtbare, giftige Dämpfe. Wenn du die in hoher Konzentration einatmest, können sie das sogenannte Polymer- oder Teflon-Fieber mit grippeähnlichen Symptomen hervorrufen. Aber: "Krankheitsfälle sind bisher nur aus der industriellen Fertigung von PTFE und nicht aus Privathaushalten bekannt", so das Bundesinstitut für Risikobewertung.

  • Die Zeit läuft: Du solltest deine Teflonpfanne niemals länger als 3 Minuten ohne Inhalt erhitzen, sonst kann sie über­hitzen und die schädlichen Dämpfe freisetzen. Achtung bei Induktions- oder Gasherden: Sie erhitzen wesentlich schneller, also am besten nie leere Pfannen auf heiße Platten stellen!

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    Rauchzeichen: Bevor überhaupt giftige Dämpfe entstehen, würde dein Essen verkohlen. Denn: Kaltgepresste Öle haben einen Rauchpunkt von 120 bis 190 Grad. Bei raffinierten Ölen liegt er bei rund 200 Grad. Und auch dein Speck würde ordentlich kokeln.

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    Lebensgefahr für Wellensittich & Co.: Teflon-Dämpfe - auch schon in Bereichen um die 200 Grad Celsius - können Vögel töten. Ihre Lungen-Anatomie macht die Tiere anfälliger. Du solltest sie deshalb, etwa beim Raclette-Abend, nicht im selben Raum halten - in der Küche sowieso nicht.

Das solltest du dir merken!

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    Keine Gefahr bei Kratzern in Teflon-Pfannen! Auch andere Pfannen sind gesundheitlich unbedenklich.

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    Für die Pfannen-Reinigung kannst du hartnäckige Essensreste mit etwas Wasser und Spülmittel auf dem Herd aufkochen und mit einem Schwämmchen entfernen. Spätestens, wenn sich die Beschichtung löst, ist es Zeit für eine neue Pfanne.

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    Welche Pfanne die Richtige für dich ist - und wie viel Geld du investieren solltest, zeigt der Galileo-Test im Clip unten.

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Veröffentlicht: 26.06.2020 / Autor: Anna Kaltenhauser