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Hier ging alles schief: Die schräge Stadt Beichuan

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WHAT THE FAKT

  • Beichuan liegt in der chinesischen Provinz Sichuan. Die Geisterstadt ist unbewohnbar. Gigantische Stahlträger schützen die verlassenen Ruinen vorm Einsturz.

  • Was ist dort passiert? Am 12. Mai 2008 um 14:28 Uhr brachte eins der folgenschwersten Erdbeben der Geschichte die Region aus den Fugen. Innerhalb von 2 Minuten lag Beichuan in Trümmern. Rund 70.000 Menschen starben, 375.000 wurden verletzt, Millionen waren obdachlos.

  • Erdbeben entstehen, wenn Erdplatten aneinander reiben. Die Stärke von Bodenbewegungen (Magnitude) gibt das Ausmaß dieser Naturkatastrophen an. Der Erdstoß in Beichuan erreichte einen Wert von 8,0. Zur Einordnung: Das stärkste Erdbeben wurde 1960 in Chile mit einem Wert von 9,5 gemessen.

  • Statistik des Grauens: In keinem Land der Welt gab es seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1900 mehr Erdstöße als in China. Erst im Juni 2019 erschütterte ein Beben der Stärke 6,0 erneut die Provinz Sichuan. 2017 erzitterte die Erde bei einem 7,0-Beben.

  • Neu- statt Wiederaufbau: 30 Kilometer entfernt stampfte China in 2 Jahren Neu-Beichuan aus dem Boden, weil eine Sanierung noch teurer gewesen wäre. Robustere Häuser, breitere Straßen und Fluchtwege sollen im Ernstfall eine erneute Katastrophe verhindern.

  • Heute ist das alte Beichuan die größte erhaltene Erdbeben-Ruine der Welt. Der vereinsamte Ort dient als Mahnmal für die Zukunft. Sogar Touristen reisen mittlerweile dorthin.

Veröffentlicht: 18.12.2019 / Autor: Alexander Duebbert