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Horoskope: Wie beeinflusst uns der neue Astro-Hype?

Die Astrologie feiert ein Comeback. Ob bei Instagram oder in Dating Apps - Horoskope und Sternzeichen spielen auch bei Jüngeren wieder eine große Rolle. Alles Fake oder Faszination?
Der Hype um Astrologie nimmt wieder zu und ist vor allem im Internet präsent.

Das Wichtigste zum Thema Astrologie

  • Das Wort Astrologie stammt aus dem Griechischen und heißt so viel wie Sterndeuter-Kunst.

  • Laut einer Studie von Parship glaubt knapp jeder 4. Deutsche, dass Sternzeichen einen Einfluss auf Partnerwahl und Beziehung haben.

  • Besonders auf Instagram werden Astrologie-Accounts und Memes immer beliebter.

  • Insgesamt gibt es 12 Tierkreiszeichen, also Sternzeichen. Für die Erstellung eines Horoskops sind Geburtstag, -zeit und -ort wichtig. Es ist ein Abbild des Himmels zur Zeit der Geburt.

  • Das Horoskop feiert 2020 seinen 90. Geburtstag. Das erste Zeitungs-Horoskop erschien im britischen Sunday Express und wurde von Astrologe und Autor Richard Harald Naylor zur Geburt von Prinzessin Margaret am 21. August 1930 erstellt.

  • Im Jahr 2017 waren laut einer Erhebung rund 4 Prozent der befragten Frauen komplett von Astrologie und Horoskopen überzeugt. Bei den Männern waren es rund 1 Prozent.

Wie ist die Astrologie entstanden?

Die Babylonier gelten als Pioniere der Sterndeutung und begründeten auch die Einteilung in die 12 Tierkreiszeichen. Abhängig von der Mondphase ergab sich eine Aufsplittung des Jahres in 12 Monate. Zu jedem gehörte ein Sternbild - das, in dem die Sonne in diesem Monat aufging. Über die Jahre wurde das System weiterentwickelt.

Kennst du alle 12 Sternzeichen? Hier der Überblick.


Kennst du alle 12 Sternzeichen? Hier sind sie im Überblick.
© Galileo

Wieso ist Astrologie gerade jetzt so beliebt?

Im Gegensatz zur Astronomie, die auf der wissenschaftlichen Forschung zu den Himmelskörpern und dem Universum beruht, ist die Astrologie keine Wissenschaft.

Trotzdem erträumen sich Menschen, damit ihr Leben beeinflussen zu können. Besonders in Krisenzeiten schöpfen viele aus der Sternendeutung die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Zudem bietet sie mit Erklärungen zu bestimmten Lebensfragen eine Orientierung und ist dabei nicht an Verhaltensregeln wie bei einer Religion geknüpft.

Jeder entscheidet selbst, was man aus einem Horoskop mitnimmt und was nicht. Horoskope erleichtern uns, Verantwortung abzugeben und alles einer "höheren Macht" zuzuschieben. Dank des Internets ist es einfacher, sich individuelle Horoskope erstellen zu lassen.

Warum findet sich jeder in Horoskopen wieder?

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    Sie sind oft sehr allgemein und vage formuliert, so dass sich viele damit identifizieren können.

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    Es gibt sogar eine wissenschaftliche Bezeichnung dafür: den Barnum-Effekt. Er ist nach dem gleichnamigen Zirkusdirektor benannt, der mit seinem Programm den breiten Geschmack treffen wollte.

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    Ein anderer Begriff ist der Forer-Effekt. Für den lieferte der amerikanische Psychologe Bertram R. Forer 1948 mit einem Experiment einen guten Beleg.

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    Er ließ seine Studenten einen Persönlichkeitstest ausfüllen. Anschließend sollten sie auf einer Skala von 1 bis 5 bewerten, wie sehr das Ergebnis für ihren Charakter zutreffend ist. Die durchschnittliche Antwort lag bei über 4.

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    Tatsächlich erhielt aber jeder Student die gleiche Auswertung. Forer hatte sie aus Zeitungs-Horoskopen zusammenkopiert.

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    Der französische Psychologe Michel Gauquelin machte ein weiteres Experiment. Er fertigte für 150 Teilnehmer ein scheinbar persönliches Horoskop an und wollte wissen, wie zutreffend es ist. Über 90 Prozent entdeckten Ähnlichkeiten mit sich. Tatsächlich war es das Horoskop des französischen Serienmörders Marcel Petiot.

Wie Astrologie zur Pop-Kultur wird

Horoskop-Accounts wie Co-Star boomen mit 1,5 Millionen Followern bei Instagram. Bei Spotify gibt es sogar Cosmic-Playlists passend zum Sternzeichen.

Die Risiken von Astrologie

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    Wer sich nur auf sein Horoskop verlässt, gibt Verantwortung ab und handelt nicht mehr aus freiem Willen.

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    Es ist schwierig zu erkennen, wer mit Astrologie nur Geld verdienen will und dir womöglich erfundene Geschichten erzählt. Qualitäts-Standards gibt es eher selten.

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    Wer einer Aussage in einem Horoskop zu viel Glauben schenkt, könnte damit eine selbsterfüllende Prophezeiung fördern und somit selbst unterbewusst zur Trennung, Jobverlust und Co. beitragen.

Wie ist es bei dir: Glaubst du an Horoskope?

Veröffentlicht: 30.11.2020 / Autor: Bianca Leppert