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Die Kaaba in Mekka in Saudi-Arabien

Der Islam - eine junge Weltreligion

Über kaum eine Religion wird heute wohl so viel diskutiert wie über den Islam. Über den Propheten, Ungläubige und die Rolle von Frauen im Islam.
Der Islam - eine junge Weltreligion
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Islam: Die wichtigsten Fakten zur jungen Weltreligion

  • Islam als Weltreligion: Mehr als 1,5 Milliarden Menschen auf der ganzen Welt sind Muslime. Sie glauben an Allah, den einzigen Gott. Der Islam ist, wie Christentum und Judentum, eine monotheistische Religion.

  • Die meisten Muslima und Muslime leben in Indonesien, nämlich 200 Millionen. Nur 15 Prozent der Muslima und Muslime sind Araber:innen. Wichtig ist das Arabische im Islam trotzdem: Es ist die Gebetssprache, und zwar für alle Anhänger:innen des Islam, egal in welchem Land sie leben.

  • 5 Säulen im Islam: Gläubige Muslima und Muslime sollen nach diesen Prinzipien leben und sie einhalten. Eines davon ist zum Beispiel, an Ramadan zu fasten. Wer sich zu Gott bekennt, der wird nach dem Tod mit dem Paradies belohnt, ein Ungläubiger im Islam muss dagegen mit der Hölle rechnen.

  • Hauptheiligtum für Anhänger:innen des Islam ist die Kaaba in der Stadt Mekka in Saudi-Arabien. Sie glauben, dass sie der Rest des Tempels ist, den Stammvater Abraham und sein Sohn gebaut haben. Einmal im Leben soll jede Muslima und jeder Muslim nach Mekka zur Kaaba pilgern.

  • Islamisch oder islamistisch? Die große Mehrheit der Muslima und Muslime leben ihren Glauben friedlich. Dennoch wird in den letzten Jahren viel über den Islam diskutiert. Islamistische Selbstmordattentäter, die vorgaben, im Namen Allahs gehandelt zu haben, die Rolle der Frau im Islam und die Scharia, das islamische Strafrecht, sind Gründe, warum der Islam bei manchen derzeit keinen guten Ruf hat.

  • Die Welt hat islamischen Gelehrten aber viel zu verdanken: Vom 9. Jahrhundert bis etwa zur Zerstörung Bagdads im 13. Jahrhundert durch die Mongolen erforschten muslimische Wissenschaftler die Welt und brachten sie entscheidend voran. Sie bauten zum Beispiel Sternwarten und Krankenhäuser und machten die moderne Mathematik erst möglich. In Bagdad soll es Ende des 9. Jahrhunderts mehr als 100 öffentliche Bibliotheken gegeben haben.

Islam: Geschichte, Gründer und Entstehung

Die Geschichte des Islam beginnt vor etwa 1400 Jahren in der arabischen Stadt Mekka. Damals soll dem Karawanenführer Mohammed der Erzengel Gabriel erschienen sein. Er soll ihn einen Propheten genannt, ihm eine Offenbarung gemacht und ihn aufgefordert haben, die Menschen zu Allah zu bekehren. Sie sollen nur noch an einen Gott glauben – nicht mehr an viele verschiedene. Mohammed predigt 12 Jahre lang und verlässt dann enttäuscht seine Heimatstadt. Kaum einer hört auf seine Worte. In der Oase Jathrib gelingt es ihm, den Streit zwischen zwei verfeindeten Stämmen zu schlichten. Die Bewohner der Oase bilden fortan eine Gemeinschaft. Und sie folgen Mohammeds Worten. Der Tag, an dem Mohammed nach Jathrib aufgebrochen ist, soll der 16. Juli 622 gewesen sein. Und das ist der Beginn der muslimischen Zeitrechnung. Aus der Oase Jathrib wird die Stadt Medina. Im Jahr 630 marschiert Mohammed mit 10.000 Männern in seiner Heimatstadt Mekka ein und erobert sie. Die Kaaba, in der bis dahin Götzen verehrt wurden, weiht Mohammed seinem Gott, Allah. Sie ist fortan wichtigstes Heiligtum im Islam.

Der muslimische Prophet Mohammed


Mohammed ist der wichtigste Prophet im Islam.
© Getty Images

 

So leben junge Muslime in Deutschland

So leben junge Muslime in Deutschland

Religion mal anders: Fern von gängigen Klischees geben junge Menschen im Galileo Spezial intime und spannende Einblicke in ihren religiösen Alltag. Dieser Beitrag zeigt die Glaubenseinstellung der Muslime.

Jesus im Islam

Auch Muslima und Muslime kennen Jesus. Die Geschichte von Maria und Jesus Geburt wird auch im Koran erzählt. Josef kommt im Koran allerdings nicht vor. Für Muslima und Muslime ist Jesus nicht, wie für die Anhänger:innen des Christentums, Gottes Sohn und auch nicht der Erlöser, sondern neben Abraham und Moses ein Prophet. Mohammed ist für sie der letzte und wichtigste Prophet.

Ein Mosaik von Jesus in der Hagia Sophia


Ein Mosaik von Jesus in der Hagia Sophia in Istanbul. Die Kirche aus dem 6. Jahrhundert wird seit dem 15. Jahrhundert als Moschee genutzt, mit einer kurzen Unterbrechung von 1935 bis 2020. In dieser Zeit war sie ein Museum.
© Getty Images

Spaltung des Islam

Als Mohammed im Jahr 632 stirbt, hat er keinen Nachfolger benannt. Das führt zum Streit zwischen seinen Anhänger:innen. Eine kleine Gruppe, die Schiiten, will nur einen Blutsverwandten von Mohammed als seinen Nachfolger anerkennen. Die andere Gruppe wählt Abu Bakr, einen Weggefährten Mohammeds, als Kalifen (das bedeutet auf Arabisch Nachfolger). Der vierte Kalif wird im Jahr 656 schließlich ein Blutsverwandter Mohammeds, nämlich sein Cousin und Schwiegersohn Ali. Doch damit beginnt ein Bürgerkrieg und als Ali im Jahr 661 ermordet wird, kommt es zur Spaltung des Islam. Die kleine Gruppe der Schiiten erkennt den fünften Kalifen nicht an. Als geistliche Führer gelten den Schiiten die Imame, die Nachkommen Alis. Bei Sunniten und Schiiten wird auch der Vorbeter einer Moschee Imam genannt.

Heute sind etwa 10 Prozent der Anhänger:innen des Islam Schiiten, sie leben vor allem im Iran, Irak und in Aserbaidschan. Noch heute ist das Zusammenleben beider Gruppen in vielen Ländern schwierig, viele politisch-religiöse Konflikte haben ihren Ursprung auch in der Spaltung des Islam.

Gläubige Muslime in einer Moschee in Doha in Katar


Imam wird der Vorbeter einer Moschee genannt. Hier ein Imam in einer Moschee in Doha im Land Katar.
© Imago Images / Xinhua

 

5 Säulen im Islam - nach welcher Lehre Muslima und Muslime leben

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    Islam, das bedeutet übersetzt: Hingabe an Gott. Muslime, das bedeutet: diejenigen, die sich Gott unterwerfen. Im Islam gibt es 5 Säulen, das sind die wichtigsten Pflichten im Leben einer Muslima und eines Muslims.

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    Wer den Islam als Glauben annehmen will, der muss sich zu Allah und zu seinem Propheten Mohammed bekennen. Wer den Satz „Es gibt keine Gottheit außer Gott, und Mohammed ist der Prophet Gottes“ in ehrlicher Absicht sagt, ist Muslima oder Muslim. Das öffentliche Glaubensbekenntnis ist die erste Säule des Islam.

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    Die zweite Säule ist das Gebet zu Allah. 5 Mal am Tag sollen Gläubige zu ihm beten und sich dabei in Richtung Mekka verneigen. Der Ruf zum Gebet lautet: Allahu Akbar. Das bedeutet: Gott ist groß. Wenn Muslima und Muslime in der Moschee oder einem Haus beten, verwenden sie einen Gebetsteppich. Beten sie im Freien auf der Erde, ist das nicht nötig.

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    Außerdem sollen Anhänger:innen des Islam Geld an die Armen spenden – wenn sie nicht selbst bedürftig oder verschuldet sind. Es ist genau geregelt, wie viel sie spenden sollen, nämlich 2,5 Prozent ihres Einkommens. Das ist die dritte Säule des Islam.

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    Die vierte Säule ist das Fasten im Ramadan. Gläubige dürfen während des Fastenmonats nicht rauchen, trinken, essen oder Sex haben – solange die Sonne am Himmel steht. Wer alt, krank, schwanger oder auf Reisen ist, der muss nicht fasten. Auch Kinder sind davon ausgenommen.

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    Einmal im Leben sollte jede Muslima und jeder Muslim eine Pilgerfahrt nach Mekka in Saudi-Arabien machen, die sogenannte Hadsch. Gläubige sollen die Kaaba siebenmal umrunden. In der Al-Haram-Moschee, in deren Mitte die Kaaba steht, sprechen die Pilger:innen Gebete. Und sie berühren einen heiligen Stein, der in die Kaaba eingelassen ist.

Symbole des Islam / Grafikgalerie

Islam Symbole einer Weltreligion
Islam Symbole einer Weltreligion: Allah
Gott darf im Islam nicht abgebildet werden. Sein Name Allah in Kalligrafie aber...
Islam Symbole einer Weltreligion Mishbaha
Die Gebetskette Misbaha mit 99 Perlen oder auch 33 oder 11 Perlen ist eines der...
Islam Symbole einer Weltreligion: Farbe Grün
Die Farbe Grün steht für den Islam. Der Prophet Mohammed soll sich oft grün...
Islam Symbole einer Weltreligion: Sichel des Neumonds
Die Sichel des Neumonds ist eines der Symbole des Islam und ziert zum Beispiel...
Islam Symbole einer Weltreligion: Die Hamsa
Die Hamsa, die Hand der Fatima, soll Muslime und Muslima beschützen und Dämonen...
Islam Symbole einer Weltreligion: Das Schwert Alis
Für die Schiiten ist das Schwert Alis ein wichtiges Symbol. Mohammed soll seinem...
Islam Symbole einer Weltreligion
Islam Symbole einer Weltreligion: Allah
Islam Symbole einer Weltreligion Mishbaha
Islam Symbole einer Weltreligion: Farbe Grün
Islam Symbole einer Weltreligion: Sichel des Neumonds
Islam Symbole einer Weltreligion: Die Hamsa
Islam Symbole einer Weltreligion: Das Schwert Alis

Das ist wichtig im Leben einer Muslima und eines Muslims

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    Besonders wichtig ist das Freitagsgebet. Für muslimische Männer ist es eine Pflicht, an diesem Tag die Moschee zu besuchen. Frauen können das tun, müssen aber nicht. Der Muezzin ruft zum Gebet, der Vorbeter, der Imam, predigt und liest auf Arabisch Verse aus dem Koran vor. Außerdem beten alle gemeinsam.

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    Der Koran ist das heilige Buch des Islam. Er besteht aus 114 Suren, also Kapiteln. Muslima und Muslime glauben, dass der Koran die Worte Gottes enthält. In seinen Suren wird Allah gepriesen und sie enthalten ganz konkrete Regeln für ein gläubiges Leben. Zum Beispiel steht darin, wie sich Anhänger:innen des Islam vor dem Gebet waschen sollen.

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    Weil der Koran nicht alles umfasst, was im Leben der Gläubigen wichtig ist, gibt es eine Ergänzung: Sie wird Hadith oder Sunna genannt. Das sind sechs Bücher mit den Taten und den Aussprüchen Mohammeds. Sunna und Koran sind die beiden wichtigsten Quellen für die Scharia, das islamische Gesetz. Hinzu kommen die Auslegungen der islamischen Rechtsschulen, unter ihnen gibt es moderate, aber auch sehr strenge.

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    Rechtsgelehrte im Islam werden Ulema genannt. Diese Religionsgelehrten sind Spezialisten darin, den Koran und den Hadith auszulegen und gelten als moralische Instanz. Wie groß ihr Einfluss ist, hängt von der jeweiligen Gemeinschaft ab. Im Iran zum Beispiel, in dem die Schiiten in der Mehrheit sind, ist die Rolle der Rechtsgelehrten sogar in der Verfassung des Landes niedergeschrieben. Es gibt den sogenannten Herrschenden Rechtsgelehrten, den Revolutionsführer. Er ist das Staatsoberhaupt, der gewählte Präsident der Regierungschef.

  • ✒️

    Weil Gott für Anhänger:innen des Islam unergründlich ist, darf sein Gesicht nicht gezeigt werden. Stattdessen wird der Name Allah in Kalligraphie, also schönster Schrift, oft als Bild an die Wand gehängt oder als Anhänger an einer Kette um den Hals getragen.

  • Halal bedeutet im islamischen Glauben, dass etwas rechtmäßig ist, erlaubt und zulässig. Auf Lebensmitteln findet sich manchmal das Siegel „halal“, das bedeutet, dass das Produkt zum Beispiel kein Schweinefleisch enthält. Andere Tiere müssen nach bestimmten religiösen Vorschriften getötet worden sein, damit Muslima und Muslime ihr Fleisch essen dürfen.

  • Haram ist das Gegenteil von halal und bedeutet unrechtmäßig, verboten. Haram ist es für Muslima und Muslime zum Beispiel, Alkohol zu trinken, Drogen zu konsumieren oder auch, andere Menschen zu bestehlen oder zu beleidigen.

Eine mutige Imamin

Eine mutige Imamin

In Moscheen herrscht eine strikte Geschlechtertrennung. Doch dagegen will Seyran Ates, die erste Imamin Deutschlands, mit ihrer Gemeinde ankämpfen. Damit stößt die Reformerin aber nicht überall auf Verständnis.

Die Rolle der Frau im Islam

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    Wie Frauen im Islam leben und welche Rolle sie in der Familie und in der Gesellschaft haben, hängt davon ab, in welchem Land sie leben und wie dort der Islam ausgelegt wird.

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    Viele Muslime sagen: Vor Gott sind Männer und Frauen gleich und gleichberechtigt. Gott hat ihnen jedoch unterschiedliche Aufgaben zugewiesen. Für den Unterhalt der Familie sorgt der Mann, die Aufgabe der Frau ist es, sich um die Kinder zu kümmern und für ihr Wohl zu sorgen.

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    Ein Mann darf mehrere Frauen haben, eine Frau darf nur einen Mann heiraten. Den darf sie sich aber aussuchen – das soll Prophet Mohammed so gesagt haben.

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    Wie in anderen Religionen ist es aber so, dass Frauen in religiösen Gesellschaften in vielen Bereichen des Lebens eingeschränkt werden. Das sind teilweise jahrhundertealte Traditionen, die das Leben der Frauen noch heute beeinflussen. Zum Beispiel erhalten muslimische Mädchen oft eine deutlich schlechtere Schulbildung als muslimische Jungen.

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    Doch es gibt Protest: Ein junges Mädchen aus Pakistan, Malala Yousafzai, setzt sich seit sie elf Jahre alt ist, dafür ein, dass Mädchen in islamischen Ländern zur Schule gehen dürfen. Im Jahr 2012 schoß ihr ein Talibankämpfer im Schulbus in den Kopf. Sie überlebte und setzt sich bis heute dafür ein, dass auch Mädchen eine Schulbildung bekommen. Im Jahr 2014 hat sie im Alter von 17 Jahren den Friedensnobelpreis erhalten.

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    Gläubige Männer und Frauen sollen Kleidung tragen, in der sie nicht das Interesse des anderen Geschlechts auf sich ziehen. Frauen sollen außerdem ihr Haar mit einem Schleier, einem Hijab, bedecken. Es gibt Frauen, die gezwungen werden, ein Kopftuch zu tragen, andere tun es freiwillig. Und manche lassen es bleiben und zeigen ihr Haar in der Öffentlichkeit.

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    In vielen muslimischen Familien ist es sehr wichtig, dass die Töchter als Jungfrauen in die Ehe gehen. Bei den jungen Männern ist es nicht so wichtig, dass sie keinen Sex vor der Ehe haben.

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    In Saudi-Arabien zum Beispiel gelten sehr strenge Regeln: Eine Frau steht ihr Leben lang unter der Vormundschaft eines Mannes. Ihres Vaters, ihres Bruders, ihres Ehemannes – oder sogar ihres Sohnes. Die Frau braucht seine Erlaubnis, um sich beispielsweise von einem Arzt untersuchen zu lassen oder zu verreisen.

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    Bis zum Jahr 2018 durften Frauen in Saudi-Arabien nicht Auto fahren. Inzwischen ist es ohnen erlaubt.

  • 🙏

    In den meisten Moscheen beten Männer und Frauen getrennt. Männer beten vorne, Frauen hinter ihnen. Oder die Frauen beten in einem Nebenraum. Frauen sollen die Männer nicht vom Gebet ablenken. In Mekka allerdings beten Männer und Frauen gemeinsam.

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    Es gibt weltweit Frauen, die sich für einen liberalen Islam einsetzen. In Berlin zum Beispiel hat die Rechtsanwältin und Frauenrechtlerin Seyran Ateş im Jahr 2017 eine Moschee gegründet, in der Männer und Frauen gemeinsam beten.

Islam: Feiertage und Feste

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Islamisch oder islamistisch? Islamismus

Als Islamisten werden Anhänger:innen des Islam bezeichnet, die wollen, dass in einem Land nur die Regeln des Koran und der Scharia gelten. Sie wollen einen islamischen Staat errichten, wollen also keine Trennung zwischen Staat und Religion. Islamische Fundamentalisten lehnen es ab, den Koran auszulegen, für sie ist er das Wort Gottes.

Die Ursprünge des Islamismus gehen auf Reformbewegungen des Islam im 18. Jahrhundert zurück, die eine Rückbesinnung auf den Islam des 7. Jahrhunderts anstrebten. Aus den verschiedenen Reformbewegungen, die bis in die 20er-Jahre des 20. Jahrhunderts reichten, ist der moderne Islamismus entstanden. Innerhalb des Islamismus gibt es verschiedene Strömungen und Gruppen mit unterschiedlichen Vorstellungen vom politischen System. Es gibt Gruppen, die Gewalt ablehnen, und solche, die ihn als Mittel sehen, ihre Ziele zu erreichen. Im Jahr 1928 wurde in Ägypten die erste und eine bis heute sehr einflussreiche islamistische Gruppierung gegründet: die Muslimbruderschaft. Islamisten verübten die Terroranschläge am 11. September 2001 auf das World Trade Center und das Pentagon in den USA und sie verübten auch in Europa immer wieder Anschläge, etwa in Paris oder in Brüssel. Es gibt aber auch gemäßigte Islamisten, wie beispielsweise die Partei AKP in der Türkei.

In Deutschland leben fast 5 Millionen Muslima und Muslime. Nur ein ganz kleiner Teil von ihnen kann als Islamisten bezeichnet werden. Der größte Teil der Anhänger:innen des Islam leben ihre Religion friedlich.

Islam: Die häufigsten Fragen zur Weltreligion

  • ⁉️

    Was ist das Wichtigste im Islam?

    Das Wichtigste im Islam ist es, nach den 5 Säulen des Islam zu leben und Allah als einzigen Gott zu verehren. Islam bedeutet übersetzt: Hingabe an Gott.

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    Was ist die Lehre des Islam?

    Muslima und Muslime sollen sich öffentlich zu Allah bekennen, sie sollen 5 Mal am Tag beten, sie sollen den Armen spenden, im Fastenmonat Ramadan fasten und einmal in ihrem Leben nach Mekka pilgern. Nach dem Tod erwartet diejenigen, die nach Allahs Regeln gelebt haben, das Paradies. Ungläubige kommen in die Hölle.

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    Welche Feste gibt es im Islam?

    Besonders bedeutsam sind im Islam der Fastenmonat Ramadan, das Zuckerfest nach Ramadan und das Opferfest. Für Schiiten ist die Aschura der wichtigste Feiertag. Wichtig: Im Islam gilt der Mondkalender, nicht wie in westlichen Ländern der Gregorianische Kalender. Nach dem Mondkalender hat ein Jahr 354 Tage, nicht 365. Ramadan zum Beispiel wird deshalb jedes Jahr zehn oder elf Tage früher gefeiert als im Vorjahr. Der Mond beeinflusst also das Leben von Muslimen.

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    Was ist eine Moschee?

    Eine Moschee ist für Anhänger:innen des Islam der Ort des Gebets. Und sie ist ein Treffpunkt für Gläubige. Oft erkennt man Moscheen an ihren Minaretten, den schmalen hohen Türmen. Aus ihnen erklingt der Ruf des Muezzin zum Gebet. Bevor man eine Moschee betritt, zieht man die Schuhe aus. Und man setzt immer zuerst den rechten Fuß in die Moschee.

  • ⁉️

    Wer war Mohammed?

    Mohammed ist für Anhänger:innen des Islam der wichtigste Prophet. Ihm, einem Karawanenführer aus Mekka, soll vor 1400 Jahren der Erzengel Gabriel erschienen sein. Der hat ihn einen Propheten genannt und ihn aufgefordert, die Menschen zu Allah zu bekehren: Sie sollen nur noch an einen Gott glauben.

  • ⁉️

    Wie betet man richtig im Islam?

    Muslima und Muslime beten immer in Richtung Mekka. In einer Moschee und zu Hause beten sie auf einem Gebetsteppich. Gläubige sollen 5 Mal am Tag zu Gott beten. Wer auf Reisen ist, kann die Gebete zusammenlegen und nur 3 Mal am Tag beten.

Veröffentlicht: 24.10.2021 / Autor: Kathrin Aldenhoff