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Jeff Bezos Blue Origin

Jeff Bezos: Amazon-Gründer will mit Mega-Angebot Elon Musk ausstechen

Kurz nach seinem offiziellen Ausscheiden als Vorstands-Chef von Amazon machte Jeff Bezos einen Kurz-Trip ins Weltall. Jetzt bietet er Milliarden, um Elon Musks Raumfahrt-Unternehmen SpaceX doch noch ein Mondlandegerät wegzuschnappen. Außerdem: Was Bezos so erfolgreich macht.
Jeff Bezos: Amazon-Gründer will mit Mega-Angebot Elon Musk ausstechen
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Das Wichtigste zum Thema Jeff Bezos

  • Mit einem geschätzten Vermögen von fast 200 Milliarden Euro ist Amazon-Gründer Jeff Bezos laut der "Forbes World's Billionaires List" der reichste Mensch der Welt. Hinter ihm liegt unter anderem Elon Musk mit einem Vermögen von knapp 124 Milliarden Euro.

  • Der ehemalige Buchhändler hat den Online-Handel stark verändert. Mit unseren Bestellungen bei Amazon sorgen wir dafür, dass er rund 3.000 Euro pro Sekunde verdient.

  • Im 3. Quartal 2021 übergab Jeff Bezos den CEO-Posten von Amazon an Andy Jassy - und wechselte an die Spitze des Verwaltungsrats. Seine Begründung: Er wolle sich anderen Projekten widmen.

  • Gesagt, getan: Am 20. Juli hat er sich einen Kindheits-Traum erfüllt und ist mit einer Raumkapsel seiner Firma Blue Origin ins Weltall geflogen.

Jeff Bezos war im Weltall

Das Space Race der Milliardäre verlor Jeff Bezos zwar an Richard Branson. Nach dem Gründer von Virgin Galactic am 11. Juli absolvierte aber auch Bezos am 20. Juli einen kurzen Ausflug ins Weltall.

Passenderweise fiel Bezos Trip mit dem Jahrestag der ersten Mondlandung 1969 zusammen. Neben seinem Bruder Mark Bezos hatte der Amazon-Gründer auch den 18-jährigen Oliver Daemen sowie Wally Funk - eine von 13 Pilotinnen, die in den 1960er-Jahren an NASA-Tests teilnahmen, und mit 82 Jahren nun der älteste Mensch im All - mit an Bord.

Jeff Bezos Crew Blue Origin


Jeff Bezos und seine Crew rund um seinen Bruder Mark, den Niederländer Oliver Daemen und die 82-jährige Wally Funk.
© picture alliance / AA | Blue Origin

Mit "New-Shepard" ins All

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    Abgehoben ist Bezos an Bord einer "New-Shepard"-Kapsel.

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    Die Kapsel wurde von einer kleinen Rakete angetrieben, die nach dem Erreichen der Flughöhe getrennt von der Kapsel zur Erde zurückgekehrt ist und wiederverwendet werden kann.

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    "New Shepard" hat innerhalb von 2 Minuten auf mehr als 3.700 Kilometer pro Stunde beschleunigt.

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    Der Flug dauerte etwa 11 Minuten. 4 Minuten davon verbrachten die Passagiere oberhalb der Kármán-Linie. Diese markiert die Grenze zwischen der Erdatmosphäre und dem Weltraum.

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    Der Flug erreichte eine Höhe von gut 100 Kilometern. Zum Vergleich: Die Internationale Raumstation ISS schwebt 400 Kilometer über der Erdoberfläche.

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    Danach ging es zurück auf die Erde. "New Shepard" wurde durch große Fallschirme abgebremst und landete in der texanischen Wüste.

Amazon-Gründer bietet viel Geld für Neuausschreibung

Wer baut ein wiederverwendbares Start- und Landesystem, das bei der voraussichtlich für 2024 geplanten Mission 4 Astronaut:innen auf der nächsten Reise zum Mond transportiert?

Nach einer Ausschreibung schien diese Frage eigentlich beantwortet: Elon Musks SpaceX hatte den Zuschlag für die Entwicklung des ersten kommerziellen Mondlandegeräts bekommen und sich unter anderem gegen Bezos' Blue Origin durchgesetzt.

Der ehemalige Amazon-Chef will aber offenbar alles versuchen, den Auftrag doch noch an Land zu ziehen. In einem offenen Brief bittet Bezos um eine Neuausrichtung: Der Wettbewerb verschiedener Hersteller sei wichtig, damit nicht ein einzelner Anbieter zu großen Einfluss auf die NASA bekomme.

Um den Wettbewerb wiederherzustellen, bietet Bezos an, zuletzt entstandene Haushaltsdefizite in Höhe von bis zu 1,7 Milliarden Euro zu übernehmen. Darüber hinaus möchte sein Unternehmen Blue Origin die Kosten für die Entwicklung des Mondlande-Geräts aus eigener Tasche bezahlen.

Die NASA hat zu dieser Anfrage noch nicht öffentlich Stellung bezogen.

Was Jeff Bezos noch alles vorhat

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    Bezos möchte mit dem Abtritt als Amazon-CEO mehr Zeit für andere "Leidenschaften" finden.

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    Die Zeitung "Washington Post" gehört zu seinem Privatbesitz und ist somit unabhängig von Amazon. Hierfür möchte er beispielweise mehr Zeit invistieren.

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    Insbesondere seinem Herzensprojekt möchte er mehr Zeit widmen: Mit der Stiftung Bezos Earth Fund unterstützt er Aktivisten, NGO's und Wissenschaftler im Kampf gegen den Klimawandel. Gleichzeitig unterstützt er mit seinem Projekt obdachlose Familien.

Was macht diesen Mann so erfolgreich und wie sah sein Alltag als Amazon-CEO aus?

Besonders wichtig in Bezos' Leben: tägliche Routine

8 Uhr: Aufstehen

Für Bezos ist ausreichender Schlaf super wichtig. Er versucht immer, mindestens 8 Stunden zu schlafen. Ein Wecker steht nicht an seinem Bett. Er steht einfach dann auf, wenn er aufwacht.

9 Uhr: Frühstücken

Bezos lässt es morgens ruhig angehen. Mit Zeitung lesen, Kaffee und einem gesunden Frühstück. Zubereitung und Abwasch macht er auch schon mal selbst.

Denn: Mit banalen Sachen den Tag zu beginnen, kann die Kreativität fördern und helfen, später am Tag klarer zu denken. Das belegt eine Studie der University of California.

10 Uhr: Wichtige Meetings

Der reichste Mann der Welt hat eine klare Vorstellung, wann wichtige Meetings abgehalten werden: nämlich direkt am Vormittag. Zu dem Zeitpunkt sei man noch frisch und könne klar denken.

Hier ist Bezos bei einem Meeting mit u. a. Larry Page (Google) und Sheryl Sandberg (Facebook) zu sehen


Hier ist Bezos bei einem Meeting mit u.a. Larry Page (Google) und Sheryl Sandberg (Facebook, v.l.) zu sehen.
© picture alliance / AP Photo

Wenn's später am Tag noch etwas zu klären gibt - und sei es noch so wichtig -, verschiebt er das Gespräch trotzdem auf den nächsten Morgen. Generell hat Bezos genaue Vorstellungen und Regeln, wie Meetings ablaufen und produktiver sein können (siehe weiter unten).

12 Uhr: Mittagessen

Angeblich geht Bezos gern zu diversen Food-Trucks, die rund um den Amazon-Campus in Seattle stehen. Dazu regt er auch seine Mitarbeiter an.

Das Besondere: Für Amazon-Mitarbeiter gibt es keine kostenlose Kantine. Sie sollen seiner Ansicht nach lieber die Restaurants und Food-Trucks in der Nähe unterstützen.

Zwischen 13 und 17 Uhr folgen weniger wichtige Meetings und eine Menge Papierkram.

20 bis 23 Uhr: Abendessen, relaxen und duschen

Auch nach dem Abendessen soll Bezos angeblich selbst den Abwasch erledigen. Anschließend findet er etwas Zeit zum Entspannen und Duschen - wie viele von uns auch. Gegen Mitternacht geht er dann meist zu Bett, um am nächsten Tag wieder durchzustarten.

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Was er Amazon-Mitarbeiter:innen mitgab

Keine Power-Point-Präsentationen

Anstatt langweilige Präsentationen zu halten, müssen Amazon-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter 6-seitige Memos schreiben. Sie sind meist wie ein Vortrag aufgebaut. Bezos ist es wichtig, dass sie eine vernünftige Struktur besitzen, gut ausgearbeitet sind und ganze Sätze enthalten. Nur Stichpunkte sind ihm zu wenig. Es kann bis zu einer Woche dauern, ein solches Memo vorzubereiten.

Jeff Bezos ist kein Fan von Power-Point-Präsentationen


Jeff Bezos ist kein Fan von Power-Point-Präsentationen.
© picture alliance / AP Photo

Ein Meeting beginnt mit Stille

Zu Beginn der Meetings lesen alle Teilnehmenden 30 Minuten die Memos. Bezos ist der Ansicht, dass viele Manager nur so tun, als hätten sie die Memos gelesen. Deswegen gibt er ihnen lieber genug Zeit dafür. Im Anschluss folgt eine Diskussion.

Die 2-Pizza-Regel

Bei Amazon dürfen nur so viele Personen an einem Meeting teilnehmen, dass sie von maximal 2 Pizzen satt werden.

Bezos setzt dabei auf Studien, die belegen: Je mehr Teilnehmer, desto mehr wird zerredet. Und Bezos ist sich sicher: Je mehr Menschen an einem Meeting teilnehmen, desto größer die Gefahr, dass sie guten Lösungen im Weg stehen.

Jeff Bezos: Der Daten-Freak

  • 🗃

    Amazons Erfolg basiert auf Daten. Jede Woche finden Meetings statt, in denen alle wichtigen Daten ausgewertet werden.

  • 👦

    Wichtig, zu wissen: Bezos war schon als Kind ein Daten-Freak. In der 6. Klasse hielt er in einer Statistik fest, wie gut seine Lehrer:innen unterrichten.

  • 👥

    In der Anfangsphase von Amazon führte er Einstellungsgespräche selbst - und wollte immer wissen, welche Abitur-Note die Bewerber:innen hatten.

  • 🥇

    Seine Strategie: nur die Besten einstellen. Jede Job-Besetzung soll dann die Messlatte für den nächsten wieder etwas höher legen.

  • 📉

    Mittels einer Kurve werden die Amazon-Mitarbeitenden von ihren Vorgesetzten bewertet. Die Idee soll von Bezos kommen.

Die Scheidung kostete ihn Milliarden

2019 trennten sich die Wege von Jeff und MacKenzie Bezos. Die beiden waren 25 Jahre zusammen, haben 4 Kinder und machten Amazon gemeinsam groß. Für die Scheidung bekam Bezos' Ex-Frau unglaubliche 38 Milliarden US-Dollar.

Die beiden lernten sich bereits vor der Gründung von Amazon kennen und erlebten den rasanten Aufstieg des Internet-Riesen Seite an Seite.

Gehen seit 2019 getrennte Wege: Jeff und MacKenzie Bezos.


Gehen seit 2019 getrennte Wege: Jeff und MacKenzie Bezos.
© picture alliance / AP Photo

Trotzdem ist natürlich genug Spielgeld für ein Leben in Luxus da: Vor kurzem erwarb Bezos in Kalifornien ein Haus für 165 Millionen US-Dollar. Es ist das teuerste jemals verkaufte Anwesen im Raum Los Angeles.

Ihm gehören außerdem ein 80 Millionen US-Dollar teures Apartment in New York, Grundstücke in Texas und Washington, D.C. sowie 2 Häuser in Beverly Hills. Wer von den beiden Eheleuten bei der Scheidung was bekam, ist nicht bekannt.

Wie ihn Science-Fiction auf die Erfolgs-Spur brachte

Seit seiner Kindheit ist Bezos ein riesiger Star-Trek-Fan. Die US-amerikanische Serie beeinflusste seine Arbeit und sein Leben ganz besonders. Ohne diese Faszination fürs Weltall und Science-Fiction wäre er vielleicht nicht der Visionär geworden, der er heute ist.

Sein Hund trägt den Namen Kamala (eine Figur aus Star Trek). Der Sprachassistent Alexa und der intelligente Lautsprecher Amazon Echo sind inspiriert von den Computern und Assistenten in Star Trek, die in der Serie ebenfalls per Sprache gesteuert werden.

Bei seiner Abschlussrede an der Miami Palmetto Senior High School sprach er von einer Vision: die Menschheit zu retten, indem man schwebende Kolonien im Weltraum erschafft.

2016 ging ein großer Traum für ihn in Erfüllung: Er durfte für einen kurzen Cameo-Auftritt im Star-Trek-Film "Star Trek Beyond" als aufwendig verkleidetes Alien mitspielen. Am Ende dauerte sein Auftritt 8 Sekunden.

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Veröffentlicht: 30.07.2021 / Autor: Benjamin Reibert