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Jeff Bezos: Was der reichste Mensch des Planeten mit "Star Trek" zu tun hat

Jeff Bezos ist galaktisch reich und müsste eigentlich nicht mehr arbeiten. Tut er aber, und das mit einem klaren Plan. Doch wie genau sieht der Alltag des Amazon-Chefs aus? Was hat ihn zu "Alexa" inspiriert? Und welche Hobbys haben sein Leben geprägt?

Das Wichtigste zum Thema Jeff Bezos

  • Er ist der reichste Mensch der Welt: Jeff Bezos, Gründer von Amazon.

  • Sein Gesamtvermögen beläuft sich - auch dank der Corona-Virus-Pandemie - auf 156 Milliarden US-Dollar (Stand: 20. April 2020).

  • Der ehemalige Buchhändler hat den Online-Handel - und unseren Alltag - stark verändert. Was auch immer jemand braucht: Bei Amazon kann er's finden.

  • Mit unseren Bestellungen sorgen wir dafür, dass er unglaubliche 2.500 US-Dollar pro Sekunde verdient.

  • Aber was macht diesen Mann so erfolgreich, und wie sieht ein Tag in seinem Leben aus?

Besonders wichtig in Bezos' Leben: tägliche Routine

8 Uhr: Aufstehen

Für Bezos ist ausreichender Schlaf super wichtig. Er versucht immer, mindestens 8 Stunden zu schlafen. Ein Wecker steht nicht an seinem Bett. Er steht einfach dann auf, wenn er aufwacht.

 

9 Uhr: Frühstücken

Bezos lässt es morgens ruhig angehen. Mit Zeitung lesen, Kaffee und einem gesunden Frühstück. Zubereitung und Abwasch macht er auch schon mal selbst.

Denn: Mit banalen Sachen den Tag zu beginnen, kann die Kreativität fördern und helfen, später am Tag klarer zu denken. Das belegt eine Studie der University of California.

 

10 Uhr: Wichtige Meetings

Der reichste Mann der Welt hat eine klare Vorstellung, wann wichtige Meetings abgehalten werden: nämlich direkt am Vormittag. Zu dem Zeitpunkt sei man noch frisch und könne klar denken.

Hier ist Bezos bei einem Meeting mit u. a. Larry Page (Google) und Sheryl Sandberg (Facebook) zu sehen


Hier ist Bezos bei einem Meeting mit u.a. Larry Page (Google) und Sheryl Sandberg (Facebook, v.l.) zu sehen
© picture alliance / AP Photo

 

Wenn's später am Tag noch etwas zu klären gibt - und sei es noch so wichtig -, verschiebt er das Gespräch trotzdem auf den nächsten Morgen. Generell hat Bezos genaue Vorstellungen und Regeln, wie Meetings ablaufen und produktiver sein können (siehe weiter unten).

 

12 Uhr: Mittagessen

Angeblich geht Bezos gern zu diversen Food-Trucks, die rund um den Amazon-Campus in Seattle stehen. Dazu regt er auch seine Mitarbeiter an.

Das Besondere: Für Amazon-Mitarbeiter gibt es keine kostenlose Kantine. Sie sollen seiner Ansicht nach lieber die Restaurants und Food-Trucks in der Nähe unterstützen.

Zwischen 13 und 17 Uhr folgen weniger wichtige Meetings und eine Menge Papierkram.

 

20 bis 23 Uhr: Abendessen, relaxen und duschen

Auch nach dem Abendessen soll Bezos angeblich selbst den Abwasch erledigen. Anschließend findet er etwas Zeit zum Entspannen und Duschen - wie viele von uns auch. Gegen Mitternacht geht er dann meist zu Bett, um am nächsten Tag wieder durchzustarten.

Das ist ihm bei seiner täglichen Arbeit wichtig

Keine Power-Point-Präsentationen

Anstatt langweilige Präsentationen zu halten, müssen Amazon-Mitarbeiter 6-seitige Memos schreiben. Sie sind meist wie ein Vortrag aufgebaut. Bezos ist es wichtig, dass sie eine vernünftige Struktur besitzen, gut ausgearbeitet sind und ganze Sätze enthalten. Nur Stichpunkte sind ihm zu wenig. Es kann bis zu einer Woche dauern, ein solches Memo vorzubereiten.

Jeff Bezos ist kein Fan von Power-Point-Präsentationen


Jeff Bezos ist kein Fan von Power-Point-Präsentationen
© picture alliance / AP Photo

 

Ein Meeting beginnt mit Stille

Zu Beginn der Meetings lesen alle Teilnehmer 30 Minuten die Memos. Bezos ist der Ansicht, dass viele Manager nur so tun, als hätten sie die Memos gelesen. Deswegen gibt er ihnen lieber genug Zeit dafür. Im Anschluss folgt dann eine Diskussion.

Die Zwei-Pizza-Regel

Bei Amazon dürfen nur so viele Personen an einem Meeting teilnehmen, dass sie von maximal 2 Pizzen satt werden.

Bezos setzt dabei auf Studien, die belegen: Je mehr Teilnehmer, desto mehr wird zerredet. Und Bezos ist sich sicher: Je mehr Menschen an einem Meeting teilnehmen, desto größer die Gefahr, dass sie guten Lösungen im Weg stehen.

Der Daten-Freak

  • 🗃

    Amazons Erfolg basiert auf Daten. Jede Woche finden Meetings statt, in denen alle wichtigen Daten ausgewertet werden.

  • 👦

    Wichtig, zu wissen: Bezos war schon als Kind ein Daten-Freak. In der 6. Klasse hielt er in einer Statistik fest, wie gut seine Lehrer unterrichten.

  • 👥

    In der Anfangsphase von Amazon führte er Einstellungsgespräche selbst - und wollte immer wissen, welche Abitur-Note die Bewerber hatten.

  • 🥇

    Seine Strategie: nur die Besten einstellen. Jede Job-Besetzung soll dann die Messlatte für den nächsten wieder etwas höher legen.

  • 📉

    Mittels einer Kurve werden die Amazon-Mitarbeiter von ihren Vorgesetzten bewertet. Die Idee soll von Bezos kommen.

Die Scheidung kostete ihn Milliarden

Im vergangenen Jahr trennten sich die Wege von Jeff und MacKenzie Bezos. Die beiden waren 25 Jahre zusammen, haben 4 Kinder und machten Amazon gemeinsam groß. Für die Scheidung bekam Bezos' Ex-Frau unglaubliche 38 Milliarden US-Dollar.

Die beiden lernten sich bereits vor der Gründung von Amazon kennen und erlebten den rasanten Aufstieg des Internet-Riesen Seite an Seite.

Gehen seit 2019 getrennte Wege: Jeff und MacKenzie Bezos.


Gehen seit 2019 getrennte Wege: Jeff und MacKenzie Bezos.
© picture alliance / AP Photo

 

Trotzdem ist natürlich genug Spielgeld für ein Leben in Luxus da: Vor kurzem erwarb Bezos in Kalifornien ein Haus für 165 Millionen US-Dollar. Es ist das teuerste jemals verkaufte Anwesen im Raum Los Angeles.

Ihm gehören außerdem ein 80 Millionen US-Dollar teures Apartment in New York, Grundstücke in Texas und Washington, D.C. sowie 2 Häuser in Beverly Hills. Wer von den beiden Eheleuten bei der Scheidung was bekam, ist nicht bekannt.

Wie ihn Science-fiction auf die Erfolgs-Spur brachte

Veröffentlicht: 20.04.2020 / Autor: Benjamin Reibert

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