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Kalte Finger, Zittern, Gänsehaut: So verhält sich dein Körper bei Kälte

vor 4 Jahren

Dir ist kalt. Eiskalt. Deine Zehen und Finger spürst du schon länger nicht mehr. Beim nächsten Windstoß legt sich langsam eine Gänsehaut über deinen kompletten Körper. Kurz darauf fängst du sogar an, zu zittern. Und der einzige Gedanke in deinem Kopf ist der an eine warme Heizung. Doch hast du dich auch schonmal gefragt, warum dein Körper eigentlich genau so reagiert? Wir erklären es dir.

Zwar hat es diesen Winter eine Weile gedauert, doch jetzt ist es tatsächlich auch bei uns kalt geworden. Aber keine Sorge: Dein Körper weiß damit umzugehen. Denn kalte Finger, Gänsehaut und Zittern sind alles Phasen eines Abwehrmechanismus, der versucht, deinen Körper warmzuhalten.

Um genau zu sein auf 37 Grad. Denn das ist die Kerntemperatur des Körpers. Damit sie in der Körpermitte, dort wo die Organe arbeiten, solange wie möglich aufrecht erhalten wird, leitet dein Körper vier Wärmeschutzphasen ein:

Phase 1: Zehen und Finger werden kalt

In diesen Gliedmaßen arbeiten keine Organe und sie sind nicht überlebenswichtig. Deshalb dürfen sie auch kälter als der Rest des Körpers werden. Schon bei 15 Grad Lufttemperatur kann die Fingertemperatur auf 16 Grad herunterfahren.

Phase 2: Gänsehaut

Damit der Großteil des Körpers warm bleibt, versucht es der Körper jetzt mit einer Gänsehaut. Dieser Vorgang stammt noch aus der Urzeit, als unsere Körperbehaarung deutlich üppiger ausfiel. Durch die Gänsehaut stellen sich nämlich die Haare auf. Damals konnte sich somit zwischen Fell und Haut ein Luftpolster bilden, das die Kälte abhielt.

Da wir aber heutzutage genetisch viel weniger Haare besitzen und manchmal die restlichen auch noch abrasieren, bringt die Gänsehaut heute nicht mehr wirklich viel.

Phase 3: Geringere Hautdurchblutung

Deshalb wendet der Körper den nächsten Trick an: Er lässt die Muskeln der vielen kleinen Gefäße in der Haut zusammenziehen. Somit wird die Haut schlechter durchblutet und es gelingt weniger Wärme an die Körperoberfläche. Das Blut fließt stattdessen vermehrt in Organe, Rückenmark und Hirn.

Phase 4: Zittern

Sollte das alles nicht gereicht haben, beginnt dann tatsächlich das große Bibbern und Zittern. Quasi die Königsdisziplin der Kälteabwehr. Bei der sogenannten Muskelkontraktion ziehen sich deine Muskeln zusammen und werden wieder locker. Immer wieder und im schnellen Wechsel. Da dabei auch dein Kiefermuskel mit einbezogen ist, klapperst du mit den Zähnen. Durch diese Bewegung entsteht Wärme, die dein Körper in diesem Moment gut gebrauchen kann.

Das hilft

Das Zittern ist also nichts Schlimmes, sondern das beste Mittel, die Körpertemperatur schnell nach oben zu fahren. Wenn du merkst, dass dir kalt wird, solltest du also anfangen, dich ein bisschen zu bewegen. Allein durch auf- und abwippen oder Arme schlenkern unterstützt du deinen Körper bei seinen Bemühungen.

Längerfristig kannst du dich auch mit Muskeltraining vor Kälte schützen. Denn wie du gelernt hast, kann der Körper mit mehr Muskeln mehr Wärme produzieren.

Sollte aber nicht auch ganz einfach ein warmer Glühwein auf die Schnelle helfen? Ob das stimmt, verraten wir dir zusammen mit anderen 14 Mythen über Winter und Kälte im Video:

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