Kann man an deiner Stimme erkennen, wie groß du bist?
Collage: Karen Arnold, OpenClipartVectors, KaratRadi

Kann man an deiner Stimme erkennen, wie groß du bist?

vor 3 Jahren

Die Körpergröße eines Menschen können wir meist sehr gut anhand seiner Stimme einschätzen. Aber wie haben wir diese Fähigkeit erlernt?

Nein, als wir Kinder waren, hat niemand zu uns gesagt: „Übrigens, große Männer haben normalerweise tiefere Stimmen als kleine.“ Und trotzdem wissen wir, dass es so ist. Aber woher eigentlich?

Bisher nahmen Wissenschaftler immer an, dass diese Fähigkeit von unserer visuellen Wahrnehmung abhängig ist. Also nach dem Motto: wir sehen, wie groß eine Person ist und hören wie hoch oder tief ihre Stimme ist. Diese vielfach gemachten Erfahrungen merken wir uns.

Dass diese Erfahrung in den meisten Fällen tatsächlich ähnlich ist, liegt in der Natur der Sache. Je größer jemand ist, desto tiefer werden die Töne, die er als „subglottale Resonanz“ produziert. Die Subglottis – das ist der untere Teil des Kehlkopfs – produziert dabei Töne, die von der Lunge als Resonanzkörper verstärkt werden. Und je höher gestreckt dieser Körper ist, desto tiefer wird der Ton.

Auch Blinde können die Körpergröße „hören“

Nun haben Forscherinnen von der Universität Breslau aber festgestellt: Für diese Fähigkeit müssen wir überhaupt nicht sehen können. Für ihre Studie wurden blinden und sehenden Probanden Männerstimmen über Kopfhörer vorgespielt und diese mussten dann die Körpergrößen einschätzen. Dabei lagen die Blinden aber genauso oft richtig wie die anderen.

Jetzt gilt es, herauszufinden, wie wir uns dann die Fähigkeit aneignen, Körpergrößen anhand der Stimme beurteilen zu können. Die Forscherinnen haben eine Vermutung: Diese Fähigkeit muss wohl angeboren sein, liegt vermutlich in unseren Genen und könnte damit zu tun haben, dass unsere Vorfahren so die Größe von Tieren einschätzen konnten. Ob es sich wirklich so verhält, müssen zukünftige Studien zeigen.

Dass blinde Menschen mehr können, als wir denken, beweist auch der Hamburger Saliya Kahawatte: Er verlor mit 15 Jahren sein Augenlicht, weigerte sich jedoch, „behindert“ zu sein, ging nicht auf die Blindenschule, sondern absolvierte nach dem Abitur eine Ausbildung in einem Hamburger Fünf-Sterne-Hotel – ohne dass jemand etwas von seiner Blindheit merkte.

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