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Working Royals - Großbritannien

König Charles und Co.: Wie viel verdienen die britischen Royals?

Die britische Königsfamilie kostet die Bürger:innen jedes Jahr mehrere Millionen Pfund. Aber bringt Sie dem Staat auch eine Menge ein? Hier erfährst du, wieviel die Royals verdienen, welchen Sparkurs König Charles wohl einleiten wird und wer den Job vielleicht bald los ist.

Working Royals - Großbritannien

Das Wichtigste zum Thema Working Royals

  • Wer im Dienst der britischen Krone Bänder durchschneidet, Staatsbesuche absolviert, Krankenhäuser besucht oder die britische Wirtschaft promotet, ist ein sogenannter "Working Royal" und bekommt ein Gehalt. Dazu zählen nicht nur die Nachfahren der Queen, sondern derzeit auch Cousins und Cousinen von Elizabeth II.

  • 2021 kostete das britische Königshaus die Steuerzahler:innen schätzungsweise 87,5 Millionen Pfund – rund 100 Millionen Euro. Tendenz steigend. Jährlich würde jede Britin, jeder Brite daher 1,40 Euro zahlen. Hinzu kommen Einnahmen aus ererbten Gütern und Privilegien.

  • Kritiker:innen fordern eine Verschlankung der Kosten. König Charles III. soll Privilegien abschaffen und die Lohnliste der Working Royals verkleinern.

  • Als fleißigstes Mitglied zählt Prinzessin Anne, die Schwester des Königs. 2021 hat sie mit 387 Terminen zwei mehr als Charles wahrgenommen. Befürworter:innen merken an, dass die Royals der britischen Wirtschaft 2017 rund zwei Milliarden Euro eingebracht haben.

  • Zwar kennt niemand die genauen finanziellen Verhältnisse der Königsfamilie und alles beruht auf Schätzungen, doch mit dem Tod von Elizabeth II. muss sich die Familie neu aufstellen. Hier erfährst du, wer zukünftig welche Aufgaben übernimmt, oder woher Prinz William seine Einnahmen bezieht.

So viel kostet das Königshaus

So viel kosten die Royals

Die Working Royals: Reform dringend benötigt

Wer offizielle Termine wahrnimmt, gilt als ein Working Royal. König Charles kann allerdings selbst bestimmen, wen er auf der Lohnliste belässt. Denn: Der Staat zahlt diese Working Royals nicht direkt, der König gibt ihnen ihr Gehalt aus seinen Einnahmen. Mehr über die Finanzquellen erfährst du unten.

Außer offiziellen Auftritten unterhalten Royals, auch wenn sie nicht als "Working" gelten, eigene Wohltätigkeits-Organisationen oder stehen welchen als Präsident:innen vor. Sie setzen sich "privat" für das Wohl der Brüger:innen ein. So handhaben es bisher die Töchter von Prinz Andrew, Beatrice und Eugenie oder Zarah und Peter, die Kinder von Prinzessin Anne.

Großbritannien - Prinzessin


Neue Staatsrätin: Expert:innen sehen in Charles' Nichten, den Prinzessinnen Beatrice (r.) und Eugenie (l.), einen Gewinn für die Working Royals. Sie stünden für ein moderneres, jüngeres Gesicht der Monarchie.
© picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Alastair Grant

Enge Verwandtschaft zum König macht Familienmitglieder nicht unbedingt zum Working Royal. Charles' Sohn, Prinz Harry und Ehefrau Meghan, haben selbst entschieden, öffentlichen Aufgaben den Rücken zu kehren. Auch Charles Bruder, Prinz Andrew, gehört nicht mehr dazu. Nach seiner Verwicklung in den Sex-Skandal um Jeffrey Epstein musste er von allen Ämtern zurücktreten.

Dadurch wurde der Kreis der Working Royals kleiner. Das hilft Charles, das Königshaus zu verschlanken. Viele Brit:innen haben nichts dagegen, dass Royals für Arbeit Geld bekommen, halten aber nichts von ererbten Privilegien. Auch nicht, dass Charles auf das Vermögen, das er von seiner Mutter erbt, keine Erbschaftssteuer zahlt. Hier fordern viele, er solle dennoch in seine Schatulle greifen. 

Die Frage, ob die Monarchie zeitgemäß ist oder wird, hängt von Charles' Reformen ab. Viele sehen eher eine ideologische Frage darin, ob dieses System überdauern soll. Immerhin: Die Gutachterfirma Brand Finance hat bereits 2017 festgehalten, dass das Königshaus der britischen Wirtschaft jährlich gut zwei Milliarden Euro einbringt.

So finanziert sich das Königshaus

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    Sovereign Grant: Der Besitz der Krone, "Crown Estate", gehört nicht dem Monarchen persönlich. Es ist eine Holding, die unter anderem die Kronjuwelen, die Pferde-Rennbahn in Ascot, Londoner Immobilien oder ein Teil des Meeresbodens samt Windparks umfasst. Charles verwaltet den Besitz wie ein Treuhänder. Normalerweise gehen davon 15 Prozent, der Sovereign Grant, an den König. Der Rest fällt an den Staat.

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    Herzogtum Lancaster: Das Herzogtum wird oft als die Privat-Schatulle der Monarch:innen bezeichnet. Könige und Königinnen können dieses Herzogtum bewirtschaften. Im Prinzip handelt es sich um ein Portfolio bestimmter Immobilien, Wälder, Landwirtschaftsbetriebe und anderer Unternehmen, deren Gewinne den Monarch:innen gehören. 2021 sollen dies laut Medien 24 Millionen Pfund, also etwa 27 Millionen Euro, gewesen sein. Der Gewinn wird noch versteuert. Aus dieser Quelle soll der König übrigens die meisten anderen Working Royals bezahlen.

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    Herzogtum Cornwall: Auch hier handelt es sich um ein diversifiziertes Portfolio wie beim Herzogtum Lancaster. Diese Gewinne fallen allerdings dem Prince of Wales als Thronfolger zu. Prinz William und Prinzessin Kate werden also zukünftig hieraus ihre Kosten bestreiten, und auch die ihrer Kinder, die als Erwachsene irgendwann eigene Büros oder Haushalte benötigen. 2021 soll der Gewinn rund 23 Millionen Pfund, also 26 Millionen Euro, betragen haben.

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    Einnahmen aus Schlössern: Die Landsitze Balmoral oder Sandringham gehören dem Monarchen persönlich. Gibt es hier Eintritts-Preise oder auch Souvenir-Verkauf, fließt dies natürlich in die Kasse des Königs. Vor allem sind diese Schlösser, die Elizabeth II. schon von ihrem Vater erbte, aber auch mit Ländereien verbunden. Sie erwirtschaften ebenfalls Gewinne, die nun Charles als neuem Besitzer zufließen.

  • 📈

    Private Investitionen: Jeder Royal kann sein Geld anlegen, ob dies nun Aktien-Gewinne, eine Pferdezucht oder andere Investitionen sind. Queen Elizabeth soll sogar bei Pferde-Wetten ein einträgliches Händchen bewiesen haben. Einige Mitglieder der Familie haben eigene Unternehmen gegründet oder die Nicht-Working-Royals arbeiten in der freien Wirtschaft. Allerdings ist das immer schwierig, da kein Interessens-Konflikt oder persönliche Vorteilnahme bestehen darf.

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Billiges Spanien? Monarchien im Vergleich

Immer wieder gibt es Vergleiche, welche Königshäuser in Europa am meisten kosten. So wurde in der Vergangenheit oft behauptet, das spanische Königshaus sei mit rund neun Millionen Euro Budget im Jahr sehr billig.

Die königliche Familie von Norwegen wird oft als teuer bezeichnet, da das Parlament 2020 wohl 29 Millionen Euro bewilligte. Der König und der Kronprinz sollen wohl jeweils ein Drittel erhalten. Ein Problem bei den Vergleichen ist, dass niemand genau in die königlichen Schatullen schauen kann. Außerdem wird in jedem der Länder anders gerechnet. Deshalb behaupten andere Schätzungen zum Beispiel, dass der Verbrauch der spanischen Royals bei 56 Millionen Euro jährlich läge.

Veröffentlicht: 26.09.2022 / Autor: Sven Hasselberg