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Lebendig begraben - und andere verrückte Toten-Rituale rund um die Welt

Jede Kultur geht anders mit dem Tod um - in manchen Ländern feiert man ihn erstaunlich bunt. In Südkorea hingegen muss man nicht mal tot sein, um in den Sarg zu steigen. Unsere Reporterin hat es getestet.

Kostenlose Beerdigung in Südkorea - aber nur, wenn du noch lebst

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    14-Stunden-Arbeitstage und hoher Leistungsdruck - Südkoreas Bevölkerung ist gestresst. Viele Menschen verlieren den Lebensmut.

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    Nett lächeln und nicken: Das ist die Mentalität in Südkorea. Dir geht’s schlecht? Dann mach gute Miene zum böse Spiel, damit sich deine Mitmenschen nicht schlecht fühlen.

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    Die Therapie: Symbolisch sterben, um bewusster zu leben: Seit 2012 kann man sich in Südkorea lebendig begraben lassen.

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    Wo? Im "Hyowon Healing Center". Die Beerdigung wird realistisch inszeniert: Auf Bildern steht deine Familie trauernd vor deinem Foto, du schreibst einen Abschiedsbrief. Dann legst du dich in den engen Sarg und hörst die Hammerschläge auf den Sargnägeln.

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    Steigst du nach 10 totenstillen Minuten wieder heraus, weißt du dein Leben mehr zu schätzen - so die Philosophie. Wie unsere Reporterin ihre Bestattung erlebte, erfährst du im Clip.

So gehen andere Kulturen mit dem Tod um

Baum, Diamant, Schallplatte, Erde: Das kannst du werden, wenn du tot bist

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    Mit "Bios Urn" wirst du zum Baum deiner Wahl. Dieser wächst in einer biologisch abbaubaren Urne aus Erde und der Asche des Toten heran. Man kann sie entweder draußen einpflanzen oder zuhause ziehen - das ist in Deutschland aber (noch) nicht legal. Kosten: 145 bis 550 Euro.

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    Aus einem Teil der Asche wird ein funkelnder Diamant. Hierzu muss man aber ins Ausland fahren, denn hierzulande ist die Herstellung nicht erlaubt. Kosten: 5.000 bis 10.000 Euro.

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    Das britische Unternehmen "Andvinyly" presst einen Teil der Asche auf eine Schallplatte mit persönlicher Musik. Kosten: Circa 3.600 Euro.

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    Washington ist der erste Staat, in dem man Verstorbene ab Mai 2020 kompostieren kann. In der Einrichtung "Recompose" werden die Toten in Blätter und Stroh gebettet. Was bleibt ist eine Hand voll Erde. Die Angehörigen können sie verstreuen oder als Blumenerde verwenden. Kosten: Circa 5.000 Euro.

Veröffentlicht: 25.02.2020 / Autor: Carina Neumann-Mahlkau

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