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Mehr gekauft als nötig? So durchschaust du die Tricks der Supermärkte

Supermärkte verführen uns immer wieder zu unbeabsichtigten Käufen. Auch unsere Testkäufer tappten in die Konsumfallen. Welche Tricks zum Einsatz kommen und wie du sie umgehst.

Das Wichtigste zum Thema Tricks der Supermärkte

  • Schönes Licht über dem Obst oder ein großer Wagen, in denen die Warenmenge kleiner wirkt - mit solchen Tricks werden Kunden zum Kauf animiert.

  • Begriffe wie "Qualität" und "traditionell" lösen positive Emotionen aus. Sie sind aber nicht geschützt. Genauso wenig wie "Alpenmilch". Jeder Hersteller kann sein Produkt so nennen, ob die Kühe auf Bergwiesen grasen oder nicht.

  • Den Trend zu regionalen Produkten erkennen auch Supermärkte. Aber Augen auf: Nicht selten liegen neben den Kartoffeln vom lokalen Bauern die Tomaten aus Spanien.

  • Vom Rabatt-Schild bis zur Signalfarbe: Alles, was nach Schnäppchen aussieht, zieht uns an.

Kommt dir das bekannt vor? Fast alle Supermärkte sind gleich aufgebaut

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    Der Eingang befindet sich rechts und die Runde durch den Supermarkt verläuft gegen den Uhrzeigersinn.

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    Am Anfang des Supermarkt-Labyrinths laden buntes Obst und Gemüse zum Zugreifen ein.

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    Im vorderen Bereich befindet sich der Bäcker, schließlich lieben Kunden den Duft von frisch gebackenem Brot.

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    Es läuft entspannende Hintergrundmusik, die Raumtemperatur liegt bei angenehmen 19 Grad.

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    Molkereiprodukte befinden sich im hinteren Bereich. Fast jeder Kunde benötigt Milch, Joghurt und Co. - und passiert auf dem Weg dorthin viele andere Produkte.

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    Im Wartebereich vor der Kasse gibt es Süßigkeiten. "Quengelware", die nicht nur Kinder tröstet.

Sparmaßnahmen: So meisterst du den Produkt-Parcours

Neuromarketing: Ups, wie ist das denn in meinem Einkaufswagen gelandet?

Wir kaufen mit Köpfchen ein. Ja, klar. Aber: Wir bemerken nicht, dass unser Gehirn beim Shopping leicht manipuliert werden kann. Dafür gibt es sogar eine eigene Disziplin: Neuromarketing. Werbestrategen nutzen Erkenntnisse aus Psychologie und Hirnforschung, um unseren "Kaufknopf" zu drücken.

Heute ist es möglich, Menschen mittels funktioneller Magnetresonanztomografie (fMRT) ins Gehirn zu schauen. Das bildgebende Verfahren zeigt, wann welche Hirn-Areale aktiv sind. Bei Rabatt-Aktionen und schönen Menschen auf der Verpackung schaltet sich das Belohnungszentrum ein. Das Kontrollzentrum hingegen pennt.

Die Folge: Wir kaufen und fühlen uns gut. Erst hinterher bemerken wir womöglich, dass wir das Produkt gar nicht brauchen.

Das passiert beim Einkaufen im Gehirn

Zahlen, bitte!

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    8 Sekunden beträgt die Aufmerksamkeitsspanne eines Kunden im Schnitt. Sogar ein Goldfisch kann sich länger konzentrieren.

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    70 Prozent unserer Kaufentscheidungen hängen mit Emotionen zusammen. Der Verstand steht hinten an.

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    22 Sekunden dauert ein Zahlvorgang an der Kasse in deutschen Geschäften, sagt die Statistik.

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    27 Prozent mehr Umsatz können Restaurants machen, wenn sie ihre Speisen gut beschreiben. Auf nostalgische Weise als "Schnitzel nach Omas Art" oder sensorisch mit Adjektiven wie "schokoladig".

Und hier soll lieber nichts in die Tüte kommen ...

Der Bio-Supermarkt "East West Market" im kanadischen Vancouver führt nur noch peinliche Plastiktüten. Darauf stehen Slogans zu(r) Porno-Shops, Warzen-Cremes, Dickdarmpflege. Ziemlich unangenehm, damit rumzulaufen. Da denkt der ein oder andere vor dem nächsten Einkauf garantiert daran, einen Beutel oder einen Korb mitzunehmen - und die Umwelt zu schonen.

Noch eine Tüte?

Shopping 4.0: Künftig kaufst du so ein

Veröffentlicht: 06.06.2020 / Autor: Alena Brandt

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