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Moderner Robinson Crusoe: Dave lebt seit 20 Jahren auf einer einsamen Insel

WHAT THE FAKT

  • "From Riches to Rags": David Glasheen war einst ein millionenschwerer Gold- und Immobilienhändler. Seit Mitte der 1990er-Jahre lebt er allein auf einer verlassenen Insel namens Resto (Restoration Island) im Norden Australiens.

  • Wie eine moderne Version Daniel Defoes' Romanfigur Robinson Crusoe wohnt Dave allein am Strand des rund 60 Fußballfelder großen Eilands, fernab der Zivilisation. Sein Haupthaus errichteten amerikanische Soldaten im Zweiten Weltkrieg. Vieles, was der Aussteiger besitzt, hat das Meer angespült.

  • Marke Eigenbau: Riesige Regentanks speichern Wasser zum Trinken und Waschen sowie für eine Toilette. Der Überlebenskünstler fischt und baut Gemüse selbst an. Einmal im Jahr fährt er ans Festland und deckt sich mit Vorräten ein.

  • Ganz ohne aktuelle Technik geht's aber nicht: Solarpanels versorgen Autobatterien mit Energie. Dadurch kann Dave TV schauen, hat sogar Zugang zum Internet. Mit einem Satellitentelefon hält er Kontakt zu seinen Brüdern.

  • Warum der Reißaus? Weil Dave alles verloren hat: Am Schwarzen Montag, dem Börsenkrach am 19. Oktober 1987, verliert er seine Millionen. Seine Ehe zerbricht. Seine alkoholkranke Tochter nimmt sich das Leben. Seit dem Jahr 1993 pachtet Dave daher von seiner staatlichen Rente Resto für 300 US-Dollar im Monat.

  • Auch dort muss der ehemalige Multi-Millionär Verluste verkraften: Ein Krokodil frisst seinen ersten Hund, sein zweiter Hund stirbt am Gift eines Taipans. Hin und wieder spürt Dave die Einsamkeit, vermisst menschliche Gesellschaft und anregende Gespräche.

  • Trotzdem lebt der frühere Vorstandsvorsitzende und Immobilieninvestor glücklich auf Resto: Er sieht die Insel als seine neue Familie, will dort sein Lebensende verbringen. Resto soll für immer ein Zufluchtsort bleiben, an dem Menschen wieder zu sich selbst finden. So wie Dave.

  • Aussteigen auf Zeit: Viele Menschen träumen von einer Auszeit auf einer einsamen Insel. Mit ausreichend Planung kann das klappen: Auf jeden Fall brauchst du Trinkwasser und Nahrung. Auf moderne Medikamente solltest du auch nicht verzichten. Im Notfall kannst du das Experiment mit einem Satellitentelefon beenden.

Veröffentlicht: 28.01.2020 / Autor: Alexander Duebbert