Müssen wir bald weniger arbeiten?
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Müssen wir bald weniger arbeiten?

vor 3 Jahren

Wer nach einem langen Arbeitstag abends nach Hause kommt, will meistens nur noch auf die Couch. Alltagserledigungen, Freizeitaktivitäten oder Hobbies müssen entweder aufs Wochenende verschoben werden oder fallen komplett aus. Unter der Woche fehlt einfach die Zeit und vor allem die Energie dazu. In Schweden versuchen nun immer mehr Firmen, dieser Situation entgegenzuwirken.

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Stellt euch vor, ihr kämt jeden Tag nach der Arbeit schon am frühen Nachmittag nach Hause und hättet noch genug Zeit für Familie, Freunde und andere spaßige Aktivitäten. Wärt ihr bei so viel Ausgleich zum Arbeitsalltag nicht auch motivierter, euren Job auszuführen? Von dieser Theorie sind in Schweden mittlerweile immer mehr Firmenchefs überzeugt und setzen daher auf 6- anstatt wie bisher auf 8-Stunden Tage.

Dass durch eine verbesserte Work-Life-Balance auch die Produktivität erhöht werden kann, sollten Pilotprojekte im schwedischen Göteborg zeigen. Bereits seit Februar verkürzt ein Pflegeheim die Arbeitszeit ohne Abstriche beim Gehalt. Das Resultat: Glückliche Mitarbeiter, die mit mehr Engagement und Energie ihren Job erledigen. Das Unternehmen hat dafür allerdings höhere Kosten zu tragen und musste neue Mitarbeiter einstellen, um die Arbeit kompensieren zu können. Bis 2016 will man das Experiment noch weiterführen, damit sich eine aussagekräftige Bilanz ziehen lässt.

Auch andere Firmen aus unterschiedlichen Branchen setzen auf das Modell und berichten von weniger Krankmeldungen und fokussierteren Arbeitnehmern, die sich seltener in zeitaufwendige Konflikte verstricken. Auf längere Sicht hofft man durch die erhöhte Produktivität, Kosten einsparen zu können.

Auch in Deutschland?

Experten wie Josephine Hofmann vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation sehen dieses Modell allerdings kritisch und nur in einem kleinen Rahmen anwendbar, wenn es die Situation in der Branche und im Unternehmen zulässt. Das Prinzip auf ein ganzes Land zu übertragen sei nicht realisitisch, da nicht überall Luxusbedingungen herrschen und der Wettbewerb zu stark sei.

Dennoch treiben die Versuche aus Skandinavien Unternehmen aus anderen Ländern an, die Work-Life-Balance ihrer Mitarbeiter zu verbessern. Auch nach Deutschland schwappen immer häufiger Diskussionen um neue, flexiblere Arbeitszeitmodelle, die den Alltag familienfreundlicher und freizeitkompatibler machen sollen. Eine mögliche 32-Stunden-Woche für Eltern oder mehr Flexibiltät bei der Urlaubsplanung sind dabei nur erste Vorstoße.

Mit einem 6-Stunden-Modell können wir in Deutschland zwar in naher Zukunft nicht rechnen, aber es ist davon auszugehen, dass sich zumindest immer mehr Chefs über die Gesundheit und Freizeit ihrer Mitarbeiter Gedanken machen werden.

Aktuell ist allerdings jeder zweite Arbeitnehmer in Deutschland unzufrieden mit seinem Job, denn oft überschreiten Arbeitgeber Recht und Gesetz, um ihre Mitarbeiter auszubeuten. Wir klären euch über die Tricks der Chefs auf und zeigen, wie man sich schützen kann:

 

 

 

 

 

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