Mythos Stasi: Wenn der Fluchtversuch im Knast endet – ein Zeitzeuge erzählt

War die Stasi überall? Wem kannst du noch trauen? Wirst du überwacht? Oder gar verhaftet, weil du einen Fluchtversuch wagst? Diesem Mann ist es passiert.
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"Es war ein Niemandsland" – das Stasi-Gefängnis auf einen Blick

  • Hohenschönhausen liegt in der ehemaligen DDR, im Berliner Stadtbezirk Lichtenberg. Von 1951 bis zum Mauerfall diente es als "Zentrales Untersuchungsgefängnis der Staatssicherheit".

  • Mehr als 11.000 Insassen verbüßten hier ihre Haftstrafe. Unter ihnen viele bekannte Regime-Kritiker der DDR – wie Schriftsteller Jürgen Fuchs, Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley oder DDR-Gegner Rudolf Bahro.

  • Heute ist das Gefängnis eine Gedenkstätte. Im Gegensatz zu früher ist es im Berliner Stadtplan eingezeichnet – und wird jährlich von mehr als 400.000 Menschen besucht.

Das Wichtigste zum Thema Stasi

  • Stasi steht für Staatssicherheitsdienst oder auch Ministerium für Staatssicherheit (MfS). Die Stasi war zugleich Nachrichten- und Geheimdienst in der DDR.

  • Die Stasi existierte von 1950 bis zum Mauerfall 1989. Sie war ein riesiger Überwachungs-Apparat mit Hunderttausenden offiziellen und inoffiziellen Mitarbeitern.

  • Es gab unzählige Spitzel, selbst in Freundes- und Familienkreisen. Geheime Abhörungen, verdeckte Ermittlungen und Spionage standen auf der Tagesordnung.

  • Hunderttausende politische Gefangene wurden in den 17 Stasi-Gefängnissen inhaftiert. Gründe dafür gab es viele – etwa Flucht(versuche), Verrat oder systemkritisches Verhalten.

Psychoterror: Die Strategien der Stasi

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    Überwachung: Privatshpäre? Fehlanzeige. Die Stasi bespitzelte Systemkritiker mit Knopflochkameras, Wanzen, Telefonabhörungen, geöffneten Briefen und heimlichen Wohnungsdurchsuchungen.

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    Zersetzung: Durch Psycho-Spielchen machte die Stasi Staatsfeinde beugsam. Sie hetzte Familie und Freunde gegen sie auf, streute fiese Gerüchte (wie Fremdgehen oder rechtsextreme Tätigkeiten) und zerstörte das persönliche Umfeld.

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    Isolation: In den 80er-Jahren gab es rund 4.000 Verhaftungen pro Jahr in der DDR. Es folgten Einzelhaft und Einsamkeit. Die Häftlinge hatten nur Kontakt zu den Wärtern und wurden von diesen schikaniert.

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    Zermürbungstaktiken: Seelische und körperliche Folterungen sollten den Insassen Geständnisse entlocken - wie Schlafentzug, stundenlange Verhöre, Drohungen, Einschüchterungen, Steh- und Dunkelzellen.

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    Hinrichtungen: Der Westen schaffte die Todesstrafe 1949 ab, der Osten 1987. Zu DDR-Zeiten wurden 166 Menschen hingerichtet – der letzte 1981.

Spionage-Thriller nach wahrer Begebenheit: Agententausch auf der Glienicker Brücke

Veröffentlicht: 06.11.2019 / Autor: Carina Neumann-Mahlkau