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Nicht der BER: Das ist der wirklich erfolgloseste Flughafen der Welt

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WHAT THE FAKT

  • Der "Mattala Rajapaksa Hambantota Airport" im Süden Sri Lankas ist im Gegensatz zum Flughafen Berlin Brandenburg (BER) zwar fertig. Passagiere gibt's dort trotzdem kaum: Bloß ein Dutzend Fluggäste wird pro Tag bedient – so viel wie am Frankfurter Flughafen in 6 Sekunden!

  • Im Jahr 2013 eröffnete Sri Lankas Ex-Präsident, Mahinda Rajapaksa, den Lufthafen in seiner Heimat. Der Bau kostete stolze 180 Millionen Euro, dazu kommen für die Erhaltung jedes Jahr weitere 15 Millionen. Schlecht, wenn im Jahr nicht mehr als 300.000 Euro umgesetzt werden.

  • Was war das Ziel? Tourismus-Boom! Weil der Airport jedoch nicht beworben wurde, blieb der ersehnte Urlauber-Ansturm aus. Stattdessen fliegen täglich höchstens 2 Inland-Maschinen am Geisterflughafen. Ab 2020 plant Australien Flüge nach Mattala.

  • Rund 150 Mitarbeiter sind am Flughafen angestellt. Die haben aber eigentlich nichts zu tun. Sie müssen trotzdem einsatzbereit sein: Mattala ist der einzige Ausweichflughafen bei Notfällen.

  • Politisches Handelsgut: Nachdem China 2017 den nahegelegenen Hafen von Hambantota pachtete, will die Volksrepublik angeblich auch den Mattala Rajapaksa kaufen. Indien möchte dem Reich der Mitte aber scheinbar zuvorkommen. So könnte Sri Lanka aus dem Millionengrab womöglich noch einen Gewinn herausschlagen.

  • Noch mehr Flug-Superlative: Die meisten Passagiere hat seit 1998 der "Hartsfield Jackson Atlanta International Airport" (Georgia, USA). 2018 wurden dort pro Sekunde rund 3 Passagiere abgefertigt (insgesamt mehr als 107 Millionen). Auch der älteste Flughafen liegt in den USA: Der "College Park Airport" wurde 1909 errichtet. Der älteste deutsche Flughafen ist der 1911 gebaute Hamburger Flughafen.

Veröffentlicht: 30.11.2019 / Autor: Alexander Duebbert