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Nicht nur zum Spaß: Der weibliche Orgasmus hat(te) einen Grund

Zur Fortpflanzung ist der weibliche Orgasmus nicht nötig. Ist er also nur zum Vergnügen da? US-Forscher sind der Sache nachgegangen - mit Kaninchen.

Das Wichtigste zum Thema (weiblicher) Orgasmus

  • Der Orgasmus ist der Höhepunkt des sexuellen Lustempfindens. Im Genitalbereich kommt es zu rhythmischen unwillkürlichen Muskelkontraktionen, in denen sich die aufgebaute Erregung entlädt. Danach folgt Tiefenentspannung.

  • Im Gegensatz zu Männern können Frau mehrmals kurz hintereinander zum Orgasmus kommen. Bei einigen tritt ähnlich der Ejakulation des Mannes etwas Flüssigkeit (kein Urin) aus der Harnröhre aus.

  • Der entscheidende Unterschied: Ohne die Ejakulation des Mannes gibt es keine Befruchtung der Eizelle und keinen Nachwuchs, Frauen können auch ohne Orgasmus schwanger werden.

  • Bei unseren Vorfahren diente der weibliche Orgasmus offenbar dazu, den Eisprung auszulösen. Genaueres unten.

Im Wandel der Zeit

Früher war das anders, sagen Forscher der Yale University. Sie vermuten, dass ursprünglich durch den weiblichen Orgasmus Hormone ausgeschüttet wurden, die den Eisprung ausgelöst und eine Reproduktion so erst ermöglicht haben.

Die neuen Erkenntnisse gewannen die Forscher mit Hilfe von Kaninchen. 12 weibliche Langohren bekamen ein Antidepressivum, das die Orgasmusfähigkeit stark mindert. Danach hatten sie Sex mit dem Männchen Frank - und deutlich seltener einen Eisprung als die Vergleichsgruppe.

Bei Kaninchen, Katzen oder Frettchen beispielsweise wird der Eisprung bis heute durch den Geschlechtsakt angeregt.

Im Lauf der Evolution entwickelten einige Säugetierarten - so auch der Mensch - jedoch einen unabhängigen Zyklus, bei dem immer in bestimmten Abständen ein Eisprung erfolgt.

Der Orgasmus in Zahlen

  • Bei Männern dauert ein Höhepunkt im Schnitt 3 bis 12 Sekunden, bei Frauen bis zu 30 Sekunden.
  • Das Volumen eines menschlichen Samenergusses beträgt durchschnittlich 2 bis 6 Milliliter, darin enthalten sind durchschnittlich 20 bis 150 Millionen Spermien. 
  • Die Spermien verlassen den Penis mit einer Geschwindigkeit von bis zu 17 Kilometern pro Stunde.

*Quelle: Studie der kanadischen Queen‘s University aus 2019

Harte Wahrheit: Er kommt beim Sex häufiger als sie

Gleichberechtigung im Bett? Leider nicht. Laut einer Studie der kalifornischen Chapman University läuft es bei ihm deutlich besser als bei ihr: Beim heterosexuellen Sex haben 95 Prozent der Männer (fast) immer einen Orgasmus, bei den Frauen dagegen nur 65 Prozent.

Die Differenz zwischen diesen Werten nennen Wissenschaftler "Orgasm Gap".

Ooooooh-ja! Das turnt an!

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  • 🍉

    Die scheinen ja ganz schöne Früchtchen zu sein: Unter anderem sollen Avocados, Granatäpfel und Feigen die Libido ankurbeln. Und US-Lebensmittel-Forscher vermeldeten, dass Wassermelonen-Saft aufgrund des enthaltenen Citrullins ähnlich wie Viagra wirken soll.

  • Toys are us! Neuerdings gibt es Vibratoren, Liebeskugeln und Co., die sich über das Handy steuern lassen, auch vom Partner in der Ferne. Geschwindigkeit, Intensität, Hintergrundmusik - alles einstellbar.

Ooooooh-je! Das turnt ab!

  • 😰

    Stress killt die Lust. Schuld daran sind Hormone wie Cortisol oder Adrenalin, die der Körper in belastenden Situationen ausschüttet - als Vorbereitung auf eine Flucht-oder-Kampf-Reaktion.

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    Schatzi streichelt am liebsten das Handy-Display? Einer ElitePartner-Umfrage zufolge leidet bei 27 Prozent aller Paare die Beziehung, weil beide zu sehr mit ihrem Smartphone beschäftigt sind. 8 Prozent gehen davon aus, dass sie deswegen weniger Sex haben.

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    Wenn es draußen kalt und drinnen nicht kuschlig warm ist, macht der "Winter-Penis" Probleme. Die Blutgefäße ziehen sich zusammen und dann ist es für Männer schwieriger, eine Erektion und einen Orgasmus zu bekommen.

Veröffentlicht: 02.02.2020 / Autor: Heike Predikant

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