Nur die Hälfte deiner Freunde mag dich eigentlich
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Nur die Hälfte deiner Freunde mag dich eigentlich

vor 7 Monaten

Nicht traurig sein, nachdem ihr die Überschrift gelesen habt. Denn ihr seid damit nicht alleine. Laut einer Studie ist es völlig normal, dass einen Menschen nicht alle seine Freunde mögen.

Fangen wir von vorne an. Freunde. Wir bezeichnen einige Menschen als Freunde. Wenn sie mehr sind als nur Arbeitskollegen. Wenn wir sie seit dem Kindergarten kennen. Wir wir sie durch Zufall getroffen haben. Durch andere Freunde. Und so weiter. Freunde findet man überall auf der Welt.

Wenn wir eine Person als Freund bezeichnen, gehen wir logischerweise auch davon aus, dass diese Person uns auch als Freund bezeichnet. Und genau das ist der Haken. Laut einer Studie des Massachusetts Institute of Technology (MIT) ist das nämlich bei der Hälfte unserer sogenannten Freunde nicht der Fall.

Zugegeben, die Studie ist mit 84 untersuchten freundschaftlichen Beziehungen sehr überschaubar. Trotzdem sind die Ergebnisse nicht weniger interessant. Die Probanden waren zwischen 23 und 38 Jahren alt und Teil einer Klasse für Betriebswirtschaft. Sie alle mussten sich gegenseitig einschätzen und jeweils auf einer Skala von 0 („Ich kenne diese Person nicht“) bis 5 („Einer meiner engsten Freunde“) bewerten.

In 53 Prozent der Fälle beruhten die „Gefühle“ auf Gegenseitigkeit. Allerdings gaben die Studienteilnehmer in 94 Prozent der Fälle an, eine Übereinstimmung erwartet zu haben. Das heißt: Ich benenne zehn Freunde und bin der Meinung, dass diese zehn (beziehungsweise etwas mehr als neun im Durchschnitt) mich auch als Freund sehen. Tatsächlich tun das aber nur fünf. Irgendwie deprimierend.

Jetzt kann man natürlich davon ausgehen, dass das nur eine kleine Erhebung und demnach vielleicht Zufall war. Tatsächlich gab es im vergangenen Jahrzehnt aber mehrere ähnliche Studien. Insgesamt beziehen sie sich auf 92.000 Teilnehmer. Eine ganze Menge also. Und auch dort lag die Übereinstimmung in der Gefühlslage nur zwischen 34 und 53 Prozent.

Aber was sind die Gründe für so viel Fehleinschätzung? Da kommen verschiedene Punkte ins Spiel. Zum einen hat es etwas mit unserem Selbstwertgefühl zu tun. Wenn wir eine Person mögen, muss sie uns auch mögen. Das wäre ja nur nett, oder? Zum anderen scheint es schwierig, Freundschaft richtig zu definieren. Für den einen gehört ein Menschen zu den losen Bekanntschaften, für den anderen ist er fester Teil des Freundeskreises. So entstehen Missverständnisse.

Was macht also Freundschaft aus? Ist jemand auch im wahren Leben unser Freund, nur weil wir auf Facebook mit ihm befreundet sind? Was machen die Sozialen Netzwerke mit unseren Freundschaften? Experten stellen fest, dass wir mit unseren „Freunden“ mehr tweeten, als dass wir mit ihnen abhängen. Wir verbringen so viel Zeit damit, unsere Treffen mit Freunden zu planen, dass wir die eigentliche Freundschaft aus den Augen verlieren.

Seid nicht traurig! Es hat etwas Gutes, wenn ihr eure Freunde halbiert: Eine andere Studie fand heraus, dass wir eh nur fünf wirkliche Freunde haben können. Also seid mit denen zufrieden. Hier haben wir ausführlich darüber berichtet.

Und man kann ja schließlich in allem etwas Positives sehen. Jetzt solltet ihr ein bisschen Zeit mit euren Freunden verbringen. Mit den richtigen, natürlich.

Es gibt ganz schön außergewöhnliche Freundschaften, wie diese: Zwei Chinesen wollen ihr Dorf vor einer Überschwemmung retten. Dafür pflanzten die beiden schon rund 10.000 Bäume – obwohl der eine blind ist und der andere keine Arme hat:

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