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Olympische Spiele

Olympia Special 1/5: Olympische Spiele in Tokio: Was dieses Mal anders ist

Mit einem Jahr Verspätung wegen der Pandemie beginnen endlich die Olympischen Spiele in Tokio. Hier erfährst du alles über neue Sportarten, deutsche Chancen, Medaillen und Stadien. Im Clip erfährst du, wie aus Handyschrott die Medaillen für die Athleten gefertigt werden.
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Das Wichtigste zum Thema Tokio 2021

  • Vom 23. Juli bis zum 8. August finden die Olympischen Sommerspiele in Tokio statt. Offiziell heißen sie Spiele der 32. Olympiade. Rund 11.300 Athletinnen und Athleten gehen in 339 Wettbewerben in 33 Sportarten an den Start.

  • Die Spiele waren für 2020 geplant. Wegen Corona mussten sie verschoben werden. Lange hoffte das Organisations-Team, dass zumindest japanische Fans dabei sein können. Doch im Juli wurde entschieden: Die Spiele finden ohne Publikum statt.

  • Durch die Zeitverschiebung befindet sich Tokio 7 Stunden vor der deutschen Zeit. In Japan ist es also schon Abend, wenn bei uns die Mittagszeit anbricht. Die meisten Wettbewerbe finden für uns in Europa daher in der Nacht, den frühen Morgenstunden oder vormittags statt.

  • Team Deutschland schickt 434 Sportlerinnen und Sportler. Willst du wissen, in welchen Wettbewerben unser Team gute Chancen hat und welche Sportarten zum ersten Mal bei Olympischen Spielen ausgetragen werden? Lies weiter.

Olympiade in Tokio: Maskottchen, Logo und Medaillen

Tokio 2021 - Spiele im Zeichen von Corona

"Olympiade" bezeichnet die Zeitspanne von 4 Jahren zwischen den Spielen. Doch dieses Mal dauerte diese 5 Jahre. Nach einer langen Hängepartie 2020 entschieden sich das japanische Organisationsteam und das Internationale Olympische Komitee (IOC) die Spiele wegen der Corona-Pandemie um ein Jahr zu verschieben. Das Hin-und-Her war für die Athletinnen und Athleten nervenaufreibend.

Nachdem 2021 damit geliebäugelt wurde, Zuschauer zuzulassen, entschied sich das Organisationsteam zuerst für ein rein japanisches Publikum. Es erhielt die Anweisung, nicht zu jubeln oder zu schreien. Doch im Juli fiel dann die Entscheidung: Absolut keine Zuschauerinnen und Zuschauer bei den Wettkämpfen. Es wird also deutlich ruhiger als 1964. Damals war Tokio zum ersten Mal Austragungsort der Olympischen Spiele.

Den ersten Corona-Fall im olympischen Dorf gab es bereits am 17. Juli. Der infizierte Funktionär begab sich sofort in Quarantäne. Am Tag darauf folgten erste positiv getestete Sportler. Die Wettkämpfe beginnen dieses Jahr bereits am 21. Juli mit den Vorrunden im Softball und Fußball. Da sich gerade die Mannschaftssportarten über einen längeren Zeitraum bis ins Finale erstrecken, ist dies keine Seltenheit. Offiziell steigt die Eröffnungsfeier dann am 23. Juli. Am Tag drauf gibt es für Fans aber schon die ersten Sieger zu bestaunen. Im Schießen werden dann die Goldmedaillen verliehen.

Die Corona-Verschiebung ist ein Grund, warum die Kosten für die Spiele sich auf geschätzte 15,4 Milliarden Dollar belaufen, und das  geplante Budget um 22 Prozent überschritten haben. Unsere folgende Grafik zeigt dir, wo Tokio im Vergleich zu den sportbezogenen Kosten vergangener Spiele rangiert. Außerdem kannst du unten abstimmen, ob du findest,  dass man die Spiele ein weiteres Mal hätte absagen sollen.

Olympische Spiele 2021: Was ist deine Meinung?

Teures Tokio

Olympia Kosten der Olympischen Spiele

5 neue Sportarten gehen an den Start

  • 🥋

    Karate: Gastgeberländer dürfen Sportarten vorschlagen, die bei ihnen und in ihren Nachbarländern besonders populär sind. Karate wird in den Disziplinen Kata und Kumite für Damen und Herren ausgetragen. Bei Kumite kämpfen Zwei gegeneinander. Bei Kata zeigt eine Person verschiedene Techniken - Angriffe und Verteidigung.

  • 🛹

    Skateboard: Park und Street heißen die beiden Disziplinen, die in Tokio ausgetragen werden. Street lehnt sich an Alltagssituationen an, während Park atemberaubendere Hindernisse und Schwierigkeiten aufweist. In dieser Disziplin geht für Deutschland Lilly Stoephasius ins Rennen – sie ist erst 14 Jahre alt und zählt zu den Favoritinnen! Insgesamt starten 80 Athletinnen und Athleten aus 25 Ländern.

  • 🥎

    Baseball/Softball: Nicht ganz neu, eher eine Wiederaufnahme sind Baseball für Männer und die weibliche Variante Softball. 1992 bis 2008 gehörte der Sport für die Herren bereits zum Programm. Die Damen folgten 1996. Die meisten Goldmedaillen heimsten Kuba und die USA ein. Letztere gelten auch in Tokio wieder als Favoriten.

  • 🏄‍♂️

    Surfen: 20 Männer und 20 Frauen aus 17 Nationen gehen in Tokio getrennt an den Start. Auch der Deutsche Leon Glatzer ist dabei. Sie beweisen sich in der Disziplin Shortboard. Es geht also nicht um ein Rennen im Windsurfen, sondern eher um eine 25-minütige Kür im Wellenreiten, bei denen verschiedene Figuren gezeigt werden. Schwierigkeitsgrad, Kreativität, Tempo und Manöver entscheiden.

  • 🧗‍♀️

    Klettern: Hier gibt es eine Art Kombinationswettbewerb, bei dem es erst um "Speed" also Schnelligkeit geht. Danach müssen die Sportlerinnen und Sportler beim "Bouldern" - ohne Seil – schnell kniffelige Routen lösen. In der letzten Kategorie, "Lead", müssen 15-20 vorgegebene Meter überwunden werden.

Deutsche Highlights und Medaillenchancen

Deutsche Athletinnen und Athleten gehören in vielen Disziplinen zu den Favoriten. Darunter Klassiker wie der Ruder-AchterKanuten und Kanutinnen oder die Dressurreiter-Equipe. Im Säbelfechten will Max Hartung weit nach vorne und im Beachvolleyball können sich Laura Ludwig und Margareta Kozuch Chancen ausrechnen. Schon in der Vergangenheit hat Deutschland bewiesen, dass es mit Platz 3 im ewigen Medaillenspiegel der Nationen ganz vorne mitmischt.

Den Karate-Wettbewerben gilt besondere Aufmerksamkeit. Jonathan Horne aus Kaiserslautern zählt zu den Anwärtern auf eine Medaille. Einige deutsche Spitzen mussten die Teilnahme leider absagen. Tennisspielerin Angelique Kerber gab im Juli bekannt, dass sie nicht dabei sein wird. Auch das deutsche Herren-Basketballteam muss auf NBA-Spieler Dennis Schröder verzichten. Seine Versicherungssumme wäre zu hoch gewesen. Der Link unten, zeigt, welche deutschen Athletinnen und Athleten ein Olympia-Ticket gelöst haben.

Die Physik hinter olympischen Disziplinen

Was steckt hinter den unglaublichen Leistungen von Olympioniken? Welche Belastungen müssen sie aushalten? Wir haben die Physik des Sports sichtbar gemacht. Das Resultat sind faszinierende Einblicke in eine Welt der Hochleistung.

Die Sportstätten von Tokio

Sommerspiele der Zukunft - So geht es weiter

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) legt fest, wer Olympische Spiele austragen darf. Die Mitglieder stimmen geheim ab. Davor absolvieren Bewerberstädte mehrere Runden, müssen Konzepte und Finanzierungen darlegen. Sie werden auch von IOC-Mitgliedern besucht. In der Vergangenheit gab es Bestechungsvorwürfe: Einige Mitglieder hätten ihre Stimme verkauft.

2024 wird Paris die Welt zum 3. Mal zu den Olympischen Sommerspielen empfangen.Sie sollen vom 26. Juli bis 11. August stattfinden. Schon jetzt wurde bekannt, dass es auch hier hakt. Eine geplante U-Bahnstrecke wird wohl nicht rechtzeitig fertig werden.

Auch zum 3. Mal wird Los Angeles im Jahr 2028 Austragungsort sein. Deutschland bewarb sich mit der Rhein-Ruhr-City für 2032. Schon im Vorfeld der endgültigen Entscheidung gab das IOC zu verstehen, dass die Bewerbung des australischen Brisbane "unwiderstehlich" sei. Das Rhein-Ruhr-Team vermeldete daraufhin, dass es auch an einer Austragung 2036 oder 2040 interessiert sei.

Veröffentlicht: 22.07.2021 / Autor: Sven Hasselberg