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Mann vor Supermarktregal

Die Qual der Wahl: Wie du den Overchoice-Effekt überlistest

Kaffeesorte aussuchen, Essen bestellen, Serien streamen: Nie zuvor hatten wir in so vielen Lebensbereichen so viele Wahlmöglichkeiten. Was der Overchoice-Effekt mit uns macht und wie du besser Entscheidungen triffst. Im Clip: Wie funktioniert unser Gehirn?
Die Qual der Wahl: Wie du den Overchoice-Effekt überlistest
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Das Wichtigste zum Thema Overchoice-Effekt

  • Der Overchoice-Effekt beschreibt eine Situation, wenn man von der Auswahl der Möglichkeiten überfordert ist.

  • Das zeigt sich im Alltag an vielen Beispielen: Es gibt beim Coffee-to-go unzählig verschiedene Kombinationsmöglichkeiten. Welche Bohne? Welche Milchsorte? Espresso, Latte Macchiato, Flat White? Gleiches gilt für Jeans. Boot Cut? Stone washed? Oder eher slim fit? Oder verbringst du Stunden damit, die nächste Serie bei einem Streaming-Dienst auszuwählen? Oder Ewigkeiten mit Produktvergleichen beim Online-Shopping?

  • Auf den ersten Blick bringen uns mehr Optionen auch mehr Freiheit. Tatsächlich kann sich das aber auch negativ auf unser Gefühl auswirken. Der Grund: Wir haben den Eindruck, nie die perfekte Wahl getroffen zu haben.

Der Overchoice-Effekt in der Wissenschaft

Das Forschungs-Team Sheena Iyengar und Mark Lepper führte mehrere Experimente zu dem Thema durch. Eines davon war das "Marmeladen-Paradoxon": Sie boten in einem Versuch 24 verschiedene Sorten Marmelade an. 3 Prozent kauften eine der Marmeladen, nachdem sie gekostet hatten.

Danach boten sie den Konsumenten nur noch 6 verschiedene Marmeladen an. Davon kauften 30 Prozent tatsächlich ein Glas. Mit der geringeren Auswahl wurden also die Verkäufe gesteigert. Die Proband:innen fühlten sich danach auch zufriedener.

Was macht die Auswahl so schwierig?

  • 🤷‍♂️

    Erwartung, das perfekte Produkt, die perfekte Beziehung etc. zu finden

  • 🤷‍♂️

    Bedauern, die falsche Entscheidung getroffen zu haben

  • 🤷‍♂️

    Sich selbst den Fehler zuzuschreiben, eine falsche Wahl getroffen zu haben

  • 🤷‍♂️

    Wir analysieren zu viel und wissen gar nicht mehr, was wir wollen

Warum stressen uns zu viele Informationen?

Das untersuchte Angelika Dimoka von der Temple University. Sie beobachtete die Gehirn-Aktivität von Menschen, die bei einer Auktion mitboten. Das Besondere: Bei der Versteigerung ging es darum, für eine Kombination von Gegenständen zu bieten, wo man mehrere Faktoren berücksichtigen musste.

Je mehr Fakten und Details die Versuchsteilnehmer:innen einkalkulieren mussten, desto mehr nahm die Hirnaktivität in der Region für Entscheidungsfindung zu. Als man die Informationen noch steigerte, brach die Hirnaktivität im untersuchten Bereich irgendwann komplett zusammen.

Die Bieter machten Fehler und trafen schlechte Entscheidungen. Angst und Frustration zeigten sich. Unser Gehirn schützt sich also ab einem gewissen Punkt, indem es sich ausklinkt.

Worauf hörst du bei Entscheidungen?

Wie du den Overchoice-Effekt überlistest

  • ☝🏻

    Lege den Perfektionsmus ab. Der Psychologe Barry Schwartz hat sich intensiv mit dem Thema beschäftigt und rät: "Habe weniger Erwartungen." Entscheide dich für das, was gut genug ist. Das machen Kinder und ältere Menschen offenbar häufiger als andere wie diese Untersuchung zeigt.

  • ☝🏻

    Stress kann hilfreich sein: Wenn du dich unter Druck setzt, entscheidest du intuitiver. Werfe zum Beispiel eine Münze. Der Zufall bringt das Ergebnis, du merkst aber sofort, ob du damit auch happy bist - und so, was du wirklich willst. Wenn du dich im Restaurant nicht festlegen kannst, reduziere deine Auswahl auf wenige Favoriten und antworte dann spontan aus dem Bauch heraus, wenn du nach deiner Bestellung gefragt wirst.

  • ☝🏻

    Höre auf, dich zu vergleichen: Konzentriere dich auf die positiven Aspekte deiner Entscheidung. Das Schauen auf andere ist die Garantie für Unzufriedenheit.

TED-Talk des Psychologen Barry Schwartz

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Veröffentlicht: 23.04.2021 / Autor: Bianca Leppert