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Panikattacken und Angstzustände: Auf diesem Bild zeigt eine Frau, wie es wirklich in ihr aussieht

vor 3 Jahren

Angst, Panik, Trauer – das sind schreckliche Gefühlsmonster, die in vielen von uns brodeln. Und das, obwohl vielleicht niemand davon weiß. Oft macht man nach außen hin den Eindruck, als wäre alles ok. Hauptsächlich um zu funktionieren, um am alltäglichen Leben teilnehmen zu können und um nicht ausgegrenzt zu werden. Das heißt aber noch lange nicht, dass man tief im Inneren nicht kräftezehrende Gefühlskämpfe führt. In unserer Gesellschaft wird aus Scham zu wenig über diese Probleme gesprochen. Das schafft noch mehr Ängste. Amber Smith aus Rugby, England, macht mit einem sehr emotionalen Bild auf dieses Problem aufmerksam.

Amber Smith zeigt sich auf Facebook normalerweise wie ein Model. Sie sieht gut aus, sie ist geschminkt, sie lächelt und posiert. Doch insgeheim kämpft sie gegen Dämonen. Am 3. April scheint ihr dieses künstliche, falsche Online-Abbild zu viel geworden zu sein. Sie verfasste einen bewegenden Text und postete ein Bild, das sie auf der einen Hälfte so zeigt, wie sie viele im Internet kennen. Gutaussehend und selbstbewusst.

Hier wird sich der ein oder andere von uns vielleicht wiedererkennen. Ich meine, wieso sollte man auch Bilder auf Facebook posten, die zeigen, wie schlecht es einem geht? Schließlich sollen Freunde, Bekannte und Kollegen doch nicht denken, dass man schwach ist. Und das, obwohl es der ein oder andere vielleicht gerne in die Welt hinausschreien möchte. Und Amber hat genau das getan.

Mit der anderen Hälfte des Bildes. Es zeigt Amber kurz nach einer Panikattacke. Verängstigt und hilflos. Sie schrieb dazu: “Dieses Bild habe ich heute Nacht kurz nach einer Panikattacke gemacht. Das ist die „normale“ Seite von mir, die die meisten Menschen nicht zu Gesicht bekommen. Der Fakt, dass wir das Jahr 2016 schreiben und psychische Erkrankungen noch immer stigmatisiert werden, macht mich krank. Es widert mich an, dass so viele Menschen so ungebildet und wertend sind, was dieses Thema betrifft. Man sagt, dass einer von drei Menschen irgendwann in seinem Leben an einer psychischen Erkrankung leidet. Einer von drei! Weißt du, wie viele Menschen das weltweit sind?! Und noch immer kämpfe ich Jahr für Jahr gegen Angst und Depression und noch immer gibt es Menschen, die Kommentare wie „Da wirst du drüber hinwegkommen“, „Du brauchst keine Tabletten“, „Sei einfach glücklicher“, „Du bist zu jung, um an so etwas zu leiden“ von sich geben.“

Hier das komplette Posting:

Mittlerweile wurde es über 30.000 Mal geteilt und das ist auch gut so. Denn alles was dabei hilft, dem Thema mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen, sorgt dafür, dass sich mehr Menschen damit befassen. Und je mehr Menschen sich damit befassen, desto offener wird darüber geredet und desto weniger haben Betroffene Angst davor, darüber zu sprechen.

Amber hat bereits andere Menschen inspiriert, die ebenfalls an Panikattacken und Angstzuständen leiden. Hier ein Bild von Pete Laws. Ein junger Mann, der in Anlehnung an Ambers Post ebenfalls sein zweites Gesicht öffentlich zeigte:

Die Gründe für Depressionen, Panikattacken und Angstzustände sind vielfältig. Jeder Mensch geht anders mit Belastungen und schwierigen Lebenssituationen um. Sicher ist nur, dass man mit einer Behandlung gute Chancen auf Besserung hat. Und wenn man Anzeichen einer Depression verspürt, dann sollte man handeln – besser heute als morgen. Denn jeder Tag, den man mit der stillen Angst verbringt, ist einer zu viel.

Wem es ähnlich geht wie Amber Smith, der findet bei der deutschen Depressionshilfe eine erste Anlaufstelle. Das Info-Telefon ist unter der Rufnummer 0800 33 44 533 erreichbar. Die Sprechzeiten sind am Montag, Dienstag und Donnerstag von 13 bis 17 Uhr sowie, am Mittwoch und Freitag von 8.30 bis 12.30 Uhr.

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