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Prost Mahlzeit: Wie gut kennst du die deutsche Küche wirklich?

Schweinebraten, Frikadellen oder Sauerkraut hatte jeder schon einmal auf dem Teller. Aber Deutschland hat noch ganz andere Spezialitäten zu bieten! Hier ein paar Kostproben.
Diese Deutschen Spezialitäten kennt nicht jeder.

Das Wichtigste zum Thema Deutsche Küche

  • Verstecken müssen sich deutsche Köche nicht: Deutschland rangiert in den Top Ten der Länder mit den meisten 3-Sterne-Restaurants auf Platz 7. Platz 1 teilen sich Japan und Frankreich.

  • Trotzdem verbinden viele die deutsche Küche nur mit Hausmannskost. Kartoffeln und Kohl, Fleisch, Sauerkraut, Rüben und Äpfel ließen sich früher gut über den Winter lagern. Deshalb finden sie sich in zahlreichen Traditionsgerichten.

  • Regional gibt es allerdings Unterschiede: In Norddeutschland kommen mehr Fisch und Krabben auf den Tisch, in Süddeutschland Teigwaren wie Maultaschen und Spätzle. Hier spielen auch Einflüsse der Nachbarländer eine Rolle.

  • Dank Globalisierung und Zuwanderung ist die Küche hierzulande heute vielfältiger. In Umfragen sind Spaghetti für die meisten Deutschen das Leibgericht.

  • Es gibt aber auch einen Trend zur Wiederentdeckung alter Gemüsesorten und regionaler Produkte. Moderne deutsche Köche verbinden deshalb oft Tradition und moderne Einflüsse in ihren Kreationen. Wir stellen dir ein paar kuriose Klassiker vor!

Wie gut kennst du die deutsche Küche?

Gaisburger Marsch

Schwarzsauer

Die Suppe besteht aus Schweine- oder Entenblut.

© Picture Alliance

Ein Klassiker aus Omas Küche in Norddeutschland ist Schwarzsauer. Die schwere Suppe aus Schweine-, Gänse- oder Entenblut spaltet die Gemüter: Die einen verehren sie als Delikatesse, andere suchen allein bei der Vorstellung das Weite.

Handkäs' mit Musik

Handkäse besteht aus Sauermilchkäse.

© Picture Alliance

Geschmackssache ist auch Handkäs': Der herbe, stark riechende Sauermilchkäse wird vor allem in Hessen und Rheinland-Pfalz serviert. "Musik" heißt die Marinade aus Essig und Öl, Kümmel, Zwiebeln, Salz und Pfeffer. Dazu wird Wein oder Apfelwein getrunken.

Schlabberkappes

Schlapperkappes ist im Ruhrgebiet der Klassiker.

© Getty Images

In diesen im Ruhrgebiet beliebten Eintopf gehören Schweinefleisch bzw. Hack, Kartoffeln, Zwiebeln und Weißkohl (der "Kappes"). Alles weichschmoren lassen, fertig ist das Irish Stew aus dem Pott.

Tote Oma

Labskaus

Labskaus ist ein Norddeutsches Gericht.

© Picture Alliance

Als typisch norddeutsch gilt Labskaus, ein Stampf aus Kartoffeln, Rindfleisch und Roter Bete, oft gekrönt von einem Spiegelei, Essiggurken oder Matjes. Eine Seefahrer-Spezialität, die auch mit skorbut-geschwächten Zähnen gegessen werden konnte.

Und was verbirgt sich hinter diesen schrägen Namen?

  • 🐓

    Als Halven Hahn bezeichnen Rheinländer ein Roggenbrötchen ("dat Röggelsche") mit Butter, Gouda und Essiggurke.

  • 🥔

    Hinter dem badischen Klassiker Bibeliskäs mit Brägele verbirgt sich ein Kräuterquark mit Bratkartoffeln.

  • 🐇

    Falscher Hase ist ein Hackbraten mit hartgekochten Eiern in der Mitte. Der Name entstand, weil er auch in Hasenbrat-Gefäßen zubereitet wurde.

  • 🥚

    Saure Eier dürfen vor allem in der nord- und ostdeutschen Küche nicht fehlen. Es handelt sich dabei um Eier in Senfsoße.

  • Kartoffelpüree plus Apfelmus ergibt in Nordrhein-Westfalen Himmel und Ääd. Dazu gehört gebratene Blut- oder Leberwurst.

  • 🐶

    Immer noch ein Hit auf jedem Kindergeburtstag ist Kalter Hund: ein geschichteter Schoko-Keks-Kuchen.

Deutsche Gerichte und Schmankerl als Exportschlager

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Gerichte made in Germany sind im Ausland der letzte Schrei - auch wenn sie oft auf unterschiedlichste Weise interpretiert werden.

Hausgemachte Exotik: Auch das sind deutsche Erfindungen

Toast Hawaii ist eine deutsche Erfindung.

 

Sie klingen nach Mittelmeer, Orient, Südsee - doch diese Gerichte sind in Deutschland entstanden:

  • Spaghetti-Eis ist eine Erfindung des Mannheimer Eismachers Dario Fontanella aus den 60er Jahren.
  • Toast Hawaii präsentierte der Fernsehkoch Clemens Wilmenrod 1955 erstmals vor der Kamera.
  • Currywurst geht wohl auf eine Idee der Imbissbuden-Betreiberin Herta Heuwer 1949 in Berlin zurück.

Wer entscheidet eigentlich, was Nationalgericht wird?

Deutschland und viele andere Länder sind eigentlich von Regionalküchen geprägt. Die Idee von Nationalgerichten kam erst im 19. Jahrhundert auf, im Zeitalter des Imperialismus.

Nationalgerichte sollten verbindend und identitätsstiftend wirken ("typisch deutsch!"), aber auch ein bestimmtes Bild im Ausland transportieren und so etwa Touristen anlocken.

Dass zum Beispiel Fondue heute als Nationalgericht der Schweiz gilt, geht auf eine Marketing-Kampagne der Schweizerischen Käse-Union zurück. In den 30er Jahren wollte sie damit den Käse-Export ankurbeln.

Die skurrilsten Delikatessen der Welt

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Haben Sie schon einmal Butter gegessen, die jahrelang im Moor vergraben war? Klingt komisch, doch die Butter gilt als wahre Delikatesse. Welche verrückten Spezialitäten es noch gibt, hat Galileo herausgefunden.

Veröffentlicht: 20.09.2020 / Autor: Chris Tomas