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Wie hart ist das Fasten im Ramadan wirklich?

Tagsüber nichts essen und trinken: Während des Ramadan wird Muslimen einiges abverlangt. Unsere Reporterin hat ausprobiert, was das bedeutet ...
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Das Wichtigste zum Thema Ramadan

  • Der Ramadan ist der Fastenmonat der Muslime. Im islamischen Kalender handelt es sich um den neunten Monat. Aufgrund des Mondzyklus jedoch verschiebt sich die Fastenzeit jedes Jahr um 10 bis 12 Tage (Schaltjahre miteinbezogen) nach vorne.

  • Gläubige sollen zwischen Sonnenaufgang und -untergang auf Essen und Trinken verzichten. Davon ausgenommen sind Kinder, Kranke, Altersschwache, Schwangere, Stillende und Reisende.

  • Sex ist "nur" tagsüber verboten. Im Koran steht: "Euch ist zur Fastenzeit erlaubt, des Nachts mit euren Frauen zu schlafen."

  • Weitere Pflichten: sich um Bedürftige kümmern, spenden, reflektieren, Zwiesprache mit Allah halten.

  • Zum Fastenbrechen werden nach dem Abendgebet traditionell Datteln und Wasser gereicht, bevor gemeinsam gegessen wird.

Ramadan im Urlaubsland: Was bedeutet das für Touristen?

  • 🇸🇦

    Für Nicht-Muslime gelten die Gebote des Ramadan nicht. Aber Achtung: In Saudi-Arabien zum Beispiel drohen auch Urlaubern Strafen, wenn sie tagsüber in der Öffentlichkeit essen, trinken oder rauchen.

  • 🚠

    Lieber vorher checken! Während des heiligen Monats haben Sehenswürdigkeiten, Museen und Geschäfte spezielle Öffnungszeiten.

  • 🥘

    Viele Hotels und Restaurants bieten am Abend Buffets und Sondermenüs an. Auch Touristen sind dann willkommen.

Wenn die Sonne nicht auf- oder untergeht: Ramadan jenseits der Polarkreise

In den nördlichsten und südlichsten Gefilden der Erde kann es - je nach Jahreszeit - lange hell oder lange dunkel sein. Das wirkt sich auf die Dauer des täglichen Fastens während des Ramadan aus. Zudem geht an den Tagen der Sonnwende jenseits der Polarkreise die Sonne nicht auf oder nicht unter. Wie also sollen Gläubige dort das Fasten handhaben? Dazu haben Islamgelehrte verschiedene Meinungen. Die eher liberalen sind der Ansicht, dass Muslime sich nach den Uhrzeiten der heiligen Städte Mekka oder Medina richten dürfen, wenn sie tatsächlich mehr als 18 Stunden fasten müssten. Sonst wäre die Belastung zu hoch. Orthodoxe hingegen sagen: Solange es Sonnenauf- und -untergang gibt, sind die Regeln einzuhalten. "Verpasste" Fastentage können bis zum nächsten Ramadan nachgeholt werden.

Eid al-Fitr: Was ist das?

Das Fest des Fastenbrechens (Eid al-Fitr) beendet weltweit den Ramadan. Je nach Land und Region dauert es 2 bis 3 Tage. Die Gläubigen danken Allah dafür, dass sie das Fasten und die damit verbunden Anstrengungen und Aufgaben gemeistert haben. Gefeiert wird mit ausgiebigen Festessen, vielerorts finden Lichterumzüge, Musik- und Tanzveranstaltungen statt. Weil viele Süßigkeiten verschenkt werden, ist im Türkischen auch vom Zuckerfest (Şeker Bayramı) die Rede.

Veröffentlicht: 20.07.2019 / Autor: Heike Predikant